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Luis Suárez: Beim Clásico trocknen die Tränen

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"Ich habe vor Glück geweint"  

Luis Suárez: Beim Clásico trocknen die Tränen

25.10.2014, 15:50 Uhr | t-online.de

Luis Suárez: Beim Clásico trocknen die Tränen. Luis Suarez durfte schon für Barcelona auflaufen: Bei einem Freundschaftsspiel gegen die indonesische U 19. (Quelle: imago/Cordon Press)

Luis Suarez durfte schon für Barcelona auflaufen: Bei einem Freundschaftsspiel gegen die indonesische U 19. (Quelle: Cordon Press/imago)

Aus Spanien berichtet Florian Haupt

Es sagt einiges aus über die Ungleichgewichte im heutigen Fußball, wenn Europacupspiele beim FC Liverpool – fünfmaliger Champion – und gegen Ajax Amsterdam – vier Titel – als bloßes Aufwärmprogramm durchgehen. Real Madrid und der FC Barcelona entledigten sich dieser Termine unter der Woche ohne größeres Aufheben. Die Stars Messi, Neymar und Cristiano Ronaldo konnten zeitig vom Platz genommen werden. Am Samstag steht Wichtigeres an – der Clásico. 

Bei vier Punkten Abstand zwischen Tabellenführer Barcelona und dem Dritten Real geht es um eine zentrale Weichenstellung für die nächsten Wochen. Abgesehen davon herrscht im ewigen Duell der beiden Fußball-Imperien ja sowieso immer Opulenz: an Klasse wie an Emotionen. Diesmal würde zudem Lionel Messi mit einem Tor den 60 Jahre alten Rekord von 251 Ligatreffern einstellen. Der seit seinem Wechsel zwischen beiden Klubs in Madrid verhasste Ex-Profi Luis Enrique kehrt als Barça-Trainer in die Stadt zurück. Und als ob das alles nicht genug wäre, wird das Match auch noch zur Bühne des Comebacks des Jahres: Luis Suárez gibt sich wieder die Ehre, vier Monate nach seinem Biss in die Schulter von Italiens Giorgio Chiellini

Just um 0.00 Uhr des Spieltages läuft seine üppige Sperre ab, das hat sich der FC Barcelona eigens noch einmal von den Juristen des Internationalen Sportgerichtshofs CAS bestätigen lassen. Zuvor hatten Medienberichte für Verwirrung gesorgt, wonach erst die folgende Mitternacht, sechs Stunden nach Anpfiff, das Stichdatum sei, Real das Ergebnis im Nachhinein also anfechten könne. 24 Stunden mehr oder weniger – wie es immer so schön heißt: in Spitzenspielen entscheiden die Details.

Luis Enrique hat das Ass im Ärmel

Ob der aus Liverpool gekommene Gewinner des Goldenen Schuhs für Europas besten Torjäger (31 Treffer, wie Ronaldo) im Estadio Santiago Bernabéu wirklich aufläuft – vielleicht gar von Beginn an –, wird man wohl erst kurz vor Spielbeginn wissen. Luis Enrique dürfte einen Teufel tun und es vorher verraten, denn fürs erste beschert ihm genau diese Unklarheit ja einen hübschen Vorteil. Er kann mit der Personalie pokern, derweil sich sein Gegenüber Carlo Ancelotti praktisch auf zwei verschiedene Barças einstellen muss; von denen er eines, das mit Suárez, noch nie gesehen hat.

Niemand hat es gesehen, außerhalb des Trainingsgeländes im Westen Barcelonas, wo Luis Enrique hinter verschlossenen Türen schon seit Wochen an der Integration des Uruguayers feilt. Die neuerdings zurückgezogenere Rolle von Messi etwa, nahe der eines klassischen Spielmachers, entfaltet durch Suárez erst so richtig ihren Sinn – wenn der viermalige Weltfußballer nun neben Neymar einen zweiten Ausnahmestürmer mit seinen brillanten Zuspielen durch die gegnerischen Schnittstellen bedienen kann.

Suarez weinte vor Freude

Unter Wettbewerbsbedingungen getestet ist das noch nicht, aber eben doch schon ein gutes Stück weit einstudiert – nachdem der CAS im August den radikalsten Teil der Fifa-Sanktionen annullierte und das Berufsverbot aufhob, das ihm jede Tätigkeit im Zusammenhang mit Fußball untersagte, also schon das Betreten einer Sportanlage. Für Suárez war es der zweite große Schritt auf dem Weg zurück. Den ersten bedeutete seine Verpflichtung durch Barcelona, zwei Wochen nach der Tat. Als er von seinem Agenten Pere Guardiola – dem Bruder Peps – davon erfuhr, habe er vor Freude geweint, sagte er kürzlich; er dachte, er hätte sich den Wechsel zu seinem Traumklub versaut.

Wenige Tage nach dem CAS-Urteil durfte er bei der traditionellen Saisoneröffnung des FC Barcelona, einem Freundschaftsspiel um die Trofeo Joan Gamper, eine Viertelstunde lang mitspielen, zuletzt traf er zweimal in einer Testpartie für Uruguay (dem er noch die nächsten neun Pflichtspiele fehlen wird) im Oman. Die Korrespondenten aus Katalonien berichteten über einen formstarken Suárez, dem die Matchpause kaum anzumerken gewesen sei. Er hat ja schließlich Erfahrung mit solchen Situationen.

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Trotz Sperre Torschützenkönig

Schon für seinen Ex-Verein Liverpool hatte er zwei lange Sperren aussitzen müssen; einmal wegen rassistischer Beleidigung von Manchester Uniteds Patrice Evra, einmal wegen eines Bisses gegen Chelseas Branislav Ivanovic. Beide Male hatte er danach keine großen Probleme, wieder in Schwung zu kommen. In die vergangene Saison stieg er wegen der Sache mit Ivanovic erst Ende September ein und avancierte dennoch zum Torschützenkönig und Spieler der Saison in England. 

Auch wegen dieser Vorgeschichte neigt die Mehrheit der Analysten dazu, ihn im Bernabéu sehen zu wollen. „Er ist nicht erkältet oder irgendetwas. Wenn er in Form ist – warum sollte er nicht spielen?“, fragt etwa Johan Cruyff. Sein Talent, der Überraschungsfaktor und der Respekt beim Gegner würde eine gewisse Rostigkeit überwiegen, glauben die Befürworter; zumal den anderen Angreifern entweder die Form fehlt (Pedro) oder die Erfahrung für so ein Match (die aus der Jugend promovierten Munir und Sandro). Cruyff selbst debütierte 1973 wegen bürokratischer Probleme auch erst am achten Spieltag für Barça. Er schoss auf Anhieb zwei Tore.

"Alles passiert aus einem Grund"

41 Jahre später wird Suárez bei den Wettbüros mit der drittniedrigsten Quote für einen Torerfolg gehandelt, nach Ronaldo und Messi. Der Stürmer selbst scheint ebenfalls von einem interessanten Abend auszugehen. „Ich gehöre zu denen, die glauben, dass alles aus einem Grund passiert. Wenn ich von neunzehn möglichen Gegnern ausgerechnet gegen Real Madrid zurückkommen soll, wird das schon etwas zu bedeuten haben.“

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