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Afrika-Cup 2015 am Scheideweg: Ebola-Angst contra Geld

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Geld contra Ebola-Angst: Afrika-Cup am Scheideweg

13.11.2014, 13:47 Uhr | dpa

Afrika-Cup 2015 am Scheideweg: Ebola-Angst contra Geld. Issa Hayatou ist der Präsident des afrikanischen Fußball-Verbandes.

Issa Hayatou ist der Präsident des afrikanischen Fußball-Verbandes. Foto: Andreas Gebert. (Quelle: dpa)

Hannover (dpa) - Die Ebola-Angst setzt Afrikas Fußball unter Zeitdruck. Nach dem Marokko-Aus muss schleunigst ein neuer Gastgeber für den Afrika Cup gefunden werden.

"Wenn wir dieses Event verschieben, wäre das tödlich für Afrikas Fußball. 57 Jahre lang haben wir dieses Haus gebaut, das heute der Stolz aller Afrikaner ist", begründete CAF-Präsident Issa Hayatou die Disqualifikation Marokkos, das den Cup um ein Jahr verschieben wollte. Jetzt könnte das Turnier sogar in Katar stattfinden.

Spätestens am Wochenende will Afrikas Verband CAF einen neuen Ausrichter für das Turnier vom 17. Januar bis 8. Februar 2015 bekanntgeben. Nach übereinstimmenden Medienberichten ist der asiatische Staat Katar bereit. Für Hayatou und Co. wäre das ein Glücksfall. Denn so sehr der oberste Sportfunktionär des Kontinents auch von der Tradition des Wettbewerbs schwärmt - im Hintergrund geht es um ganz andere Dinge. "Der finanzielle Schaden und die Konsequenzen für den Verband und seine Marketingpartner wären schwerwiegend", sagte der Kongolese Constant Omari aus dem Exekutivkomitee der CAF dem französischen Radiosender RFI.

Das Turnier ist die mit Abstand wichtigste Geldquelle für Afrikas Fußball. Eine Verlegung würde Sponsoren abschrecken und der CAF einen erheblichen finanziellen Schaden bereiten. Zügig gab der Verband daher bekannt, dass ihm bereits "einige Bewerbungen" vorliegen würden. Auch die in den kommenden Tagen anstehenden Qualifikationsspiele werden wie geplant stattfinden.

Neben Katar sollen Nigeria, Gabun und Angola aussichtsreiche Kandidaten für die Austragung des Cups sein. Ghana und Südafrika schmetterten entsprechende CAF-Anfragen bereits ab - wie Marokko ebenfalls aus Angst vor der Ebola-Seuche.

"Marokko hat sich nicht der Verantwortung entzogen. Die ganze Welt ist in Sorge vor der Ebola-Gefahr", sagte Marokkos Sportminister Mohammed Ouzzin. Dabei hat er auch den für sein Land so wichtigen Tourismus im Blick. Wäre Marokko einmal als Ebola-Staat gebrandmarkt, würden Reisende fernbleiben und dem Land Milliardeneinnahmen wegbrechen.

Rund 5000 Menschen sind dem tödlichen Virus bereits zum Opfer gefallen, hauptsächlich in den westafrikanischen Ländern Sierra Leone, Liberia und Guinea. Diese Staaten sind mehrere tausend Kilometer von Marokko entfernt.

Die CAF hat sich immer wieder darauf berufen, dass die Weltgesundheitsorganisation WHO keine Bedenken habe, das Turnier in Nordafrika auszutragen. Zudem sei Ebola "keine Erkrankung, die, wie Influenza, durch die Luft übertragen wird", sagte Andrea Ammon vom Europäischen Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten "Spiegel Online". Ein Großteil der Afrika-Cup-Spiele findet ohnehin vor fast leeren Rängen statt. Die meisten Fans aus den betroffenen Ländern könnten sich eine Reise gar nicht erst nicht leisten.

Die CAF-Funktionäre ärgern sich außerdem, dass Marokko trotz aller vorgebrachten Bedenken im Dezember die FIFA-Clubweltmeisterschaft ausrichten will. "Natürlich haben sie gesagt, dass Ebola der Grund sei. Aber daran sieht man, dass das ein Argument ist, das schleunigst aus dem Weg geräumt werden muss", sagte Hayatou.

Doch wie soll so kurzfristig Ersatz gefunden werden? Der organisatorische Aufwand für das Turnier ist zwar nicht mit einer Europameisterschaft zu vergleichen. Dennoch müssten zunächst geeignete Spielorte für die 32 Partien vorhanden sein. Einige der genannten Kandidaten scheitern bereits an der erforderlichen Infrastruktur.

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