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"Das war ein Horror"  

Tod von Fußball-Fan erschüttert Spanien

30.11.2014, 16:29 Uhr | dpa

Tod von Fußball-Fan erschüttert Spanien. Der 43-jährige Fan wurde aus dem Fluss Manzanares geborgen, verstarb aber wenig später. (Quelle: Reuters)

Der 43-jährige Fan wurde aus dem Fluss Manzanares geborgen, verstarb aber wenig später. (Quelle: Reuters)

Der Tod eines Fußball-Fans nach schweren Krawallen hat in Spanien nicht nur die Sportwelt in einen Schockzustand versetzt. Der 43-jährige Mann war vor dem Liga-Spiel zwischen Meister Atletico Madrid und Deportivo La Coruna (2:0) in der spanischen Hauptstadt in den Fluss Manzanares geworfen worden.

Der Deportivo-Anhänger erlitt dabei nach Ärzteangaben einen Herz- und Atemstillstand und eine Gehirnerschütterung, er war erst nach mehreren Minuten von Rettungstauchern der Feuerwehr aus dem Fluss gezogen worden. Der Mann starb wenige Stunden später im Krankenhaus. Die Anti-Gewalt-Kommission des Innenministeriums berief für Montag eine Krisensitzung ein.

"Heute ist einer der traurigsten Tage in der Geschichte des spanischen Fußballs", sagte Deportivo-Trainer Víctor Fernandez sichtlich erschüttert nach dem Spiel, dass zur Nebensache geriet. Die spanische Profiliga LFP verurteilte die Ausschreitungen "mit aller Schärfe". 

Rund 200 Angehörige von organisierten Fangruppen waren nach Polizeiangaben am Sonntagmorgen in unmittelbarer Nähe des Atletico-Stadions Vicente Calderon mit Stöcken, zerbrochenen Flaschen, Eisenstangen und Messern aufeinander losgegangen. Insgesamt elf Menschen seien dabei zum Teil schwer verletzt worden, darunter auch eine Beamtin. 25 Personen seien festgenommen worden, hieß es.

"Absprache über die sozialen Netzwerke"

"Die Fans haben plötzlich brutal aufeinander eingeschlagen, viele Menschen sind in den Fluss gestürzt, das war ein Horror!", wurde eine Augenzeugin von der Zeitung "El País" zitiert. Einige hätten die Schlägerei sogar mit ihren Handys aufgenommen. Ein Hotelangestellter sagte, der Zusammenstoß sei allem Anschein nach verabredet gewesen, da sich Hunderte Atletico-Fans ungewöhnlich früh, schon um acht Uhr morgens versammelt hätten. Auch die Polizei sprach von einer "Absprache über die sozialen Netzwerke".

Fan-Zusammenstöße mit Todesopfern sind in Spanien sehr selten. Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass sich eine solche Tragödie vor dem Vicente Calderon ereignet. Am 8. Dezember 1998, wurde ein Fan von Real Sociedad San Sebastian vor einem der Eingangstore von Atletico-Fans erstochen.

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