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Champions-League-Finalist Atlético Madrid mischt wieder ganz groß mit

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Von wegen Trauma  

Atlético mischt mit Mandzukic wieder ganz groß mit

23.12.2014, 12:26 Uhr | t-online.de

Champions-League-Finalist Atlético Madrid mischt wieder ganz groß mit. Der Ex-Münchner Mario Mandzukic spielt mit Atlético Madrid eine bislang sehr starke Saison. (Quelle: imago/Cordon Press/Miguelez Sports)

Der Ex-Münchner Mario Mandzukic spielt mit Atlético Madrid eine bislang sehr starke Saison. (Quelle: Cordon Press/Miguelez Sports/imago)

Von Florian Haupt

In der Liebe ist der erste Schnitt der tiefste und das siebte Jahr verflixt. Im Fußball wiederum gilt die zweite Saison als besondere Herausforderung für Aufsteiger aller Art: wenn es gilt, das Erreichte zu bestätigen. Klar, Atlético Madrid kam natürlich nicht aus dem Nichts, als es in der vorigen Spielzeit die spanische Meisterschaft und beinahe die Champions League gewann – bereits seit der Amtsübernahme von Trainer Diego Simeone vor ziemlich genau drei Jahren ging es steil nach oben, wie ein Europa-League-Triumph 2012 und ein spanischer Pokalsieg 2013 dokumentierten.

Aber wenn über man das ganz große Rad philosophiert, dann war die letzte Saison schon so etwas wie ein Durchbruch: über 38 Spieltage den FC Barcelona und Real Madrid in Schach zu halten sowie ungeschlagen das Finale des bedeutendsten Klubwettbewerbs zu erreichen und es nur wegen einer sehr langen Nachspielzeit zu verlieren, ist noch mal eine andere Nummer.

Da das alles mit vergleichsweise kleinem Budget und unerhört hohem Aufwand bewerkstelligt wurde, galt Atlético als typischer Kandidat für die Gefahren der zweiten Saison: Wie sollte ein Klub, der derart manifest über seine Verhältnisse gespielt hatte, dieses Niveau auch nur annähernd halten können? Würde nicht vielmehr das finale Negativerlebnis des verlorenen Champions-League-Endspiels verbunden mit weiteren, zu erwartenden Rückschlägen eine gefährliche Dynamik entstehen lassen, in der die Hauptstädter irgendwann auch für ihre intensive Spielweise bezahlen müssten?

"Können die letzte Saison noch verbessern"

Hat es ja alles schon gegeben. Scheint aber bei Atlético nicht der Fall zu sein. Als Dritter in der Liga mit vier Punkten Rückstand auf die Spitze ging es in die  zweiwöchige Weihnachtspause. Traumata sind keine festzustellen: Gegen Real Madrid, den Bezwinger von Lissabon, wurde der spanische Supercup gewonnen und auch das Meisterschaftsderby im Santiago Bernabéu. In der Champions League hat man sich als Gruppensieger vor Juventus Turin für das Achtelfinale qualifiziert. Messias Simeone entließ seine Gläubigen mit einer frohen Botschaft unter den Weihnachtsbaum: "Es wird nicht leicht, aber wir können die letzte Saison noch verbessern."

Wenn man so will, ging es im Sommer schon gut los: Atlético wurde auf dem Transfermarkt nicht, wie von Pessimisten befürchtet, komplett zerfleddert. Lediglich Chelsea bediente sich üppig, der ausgeliehene Torwart Thibaut Courtois wurde zurückbeordert, der überragende Angreifer Diego Costa und Linksverteidiger Filipe Luis dazugeholt. Immerhin verzichteten die Londoner im letzten Moment noch auf Thiago. Der Portugiese, dessen Vertrag ausgelaufen war, kam wieder zurück, derweil sein europaweit umworbener Mittelfeldkollegen Koke ebenso wenig dem Fernweh erlag wie das exzellente Innenverteidigerduo aus Diego Godín und Joao Miranda.

Atleticos größte Stärke ist die Mentalität

Die Klubtreue dürfte eine ganze Menge mit Simeone zu tun gehabt haben. Der charismatische Volkstribun lebt die Überzeugung vor, dass niemand von Atlético zu einem großen Klub wechseln muss. Weil er schon bei einem großen Klub ist. Oder jedenfalls bei einem, der alles gewinnen kann. Wie vorige Saison spricht Simeone wieder von "partido por partido": "Partie um Partie". Nach wie vor spielt Atlético jedes Spiel als wäre es das letzte und beginnt das nächste wieder bei Null. Diese Mentalität ist auch diese Saison eine große Stärke. Rückschläge werden scheinbar problemlos weggesteckt. Nachdem zum Auftakt in der Champions League bei Olympiakos Piräus verloren wurde, kassierte Leverkusens Achtelfinalgegner in den folgenden fünf Gruppenspielen nicht mal mehr ein Gegentor. 

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Der neue Torwart Miguel Ángel Moyà, ein 30-jähriger Ligaveteran, strahlt nicht die aristokratische Erhabenheit eines Courtois aus, hält aber bisher ähnlich gut. Etwas schwieriger gestaltet sich die Nachfolge von Filipe Luis, als beste Variante stellte sich der Argentinier Cristian Ansaldi heraus, der aber gerade verletzt ist. Ansonsten agiert in Abwehr und Mittelfeld derselbe Block des Vorjahres mit derselben Kampfkraft, Kompaktheit und Spielintelligenz. Funktioniert er auf voller Tour, bleibt es unendlich mühsam, gegen Atlético zu guten Torchancen zu kommen.

Mandzukic tritt in riesige Fußstapfen

Das Problem der Madrilenen liegt eher vorn. Mit Costa verließ nicht nur der Toptorjäger und "Aggressiv-Leader" den Verein, sondern auch die Referenz für das gesamte Angriffsspiel. Wegen seiner Brillanz im Raum richtete Atlético seinen Stil vorige Saison auf Steilpässe und Schnellangriffe durch die Mitte aus. Jetzt muss es seine Attacken oft mehr ausarbeiten und stärker über außen vortragen, denn Costa ersetzte ein Angreifer mit ganz anderem Profil. Ein klassischer Strafraumstürmer, der bevorzugt aus kurzer Distanz mit der ersten Ballberührung trifft: Mario Mandzukic.

Der Ex-Münchner ist bei Simeone fest gesetzt. Seine Leidenschaft und Aufopferung machen ihn nicht umsonst zum perfekten Atlético-Spieler. Im Estadio Vicente Calderón sind sie noch hingerissen, wie erfolgreich der defensiv vielleicht beste Stürmer der Welt den gegnerischen Spielaufbau behindert – ein oft unterschätzter Faktor bereits beim Champions-League-Sieg der Bayern vor anderthalb Jahren. "Was er arbeitet, ist unglaublich", sagt Rechtsverteidiger Juanfran.

Mit sechs Treffern in der Liga und fünf in der Champions League erfüllt er offensiv allerdings nur gerade so eben das Soll – das sind Werte, wie sie in der vergangenen eher der zweite Stürmer David Villa vorzuweisen hatte. Auf die atemberaubenden Torquoten seiner Vorgänger Costa, Radamel Falcao oder Sergio Agüero wird Mandzukic nie kommen. Simeones Plan sah daher vor, die Trefferproduktion stärker auf mehrere Stürmer zu verteilen, doch der französische Stareinkauf Antoine Griezmann (sechs Tore in der Liga, zwei in der Champions League) schwankt bisher noch stark in seinen Leistungen und der Mexikaner Raúl Jiménez sowie der Italiener Alessio Cerci (jeweils ein Tor) haben vorerst als klassische Fehleinkäufe zu gelten.

Simeone findet neue Lösungen für die Offensiv-Power

Um seine Spiele weiter annähernd so zuverlässig zu gewinnen wie letzte Saison, musste Atlético daher mehr denn je seine Stärke bei Standardsituationen bemühen – im Schnitt treffen die Madrilenen öfter als in jedem zweiten Spiel nach Freistoß oder Ecke. Die Kreation immer neuer Varianten gilt als besondere Spezialität von Simeone, dem bislang eben immer noch das Richtige für seinen Klub einfällt – ganz nach dem Motto von Hermann Hesse, das er dieses Jahr für seine Weihnachtskarten aussuchte: "Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden."

Zu beobachten gleich zu Jahresbeginn: Innerhalb einer Woche geht es zweimal im Pokal gegen Real Madrid sowie in der Liga zum FC Barcelona.

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