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Verliert Lionel Messi beim FC Barcelona die Lust?

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Barca in der Selbstauflösung  

Verliert Lionel Messi die Lust am FC Barcelona?

07.01.2015, 07:14 Uhr | t-online.de

Verliert Lionel Messi beim FC Barcelona die Lust?. Bei Lionel Messi und dem FC Barcelona ist derzeit Sand im Getriebe. (Quelle: imago/Action Plus)

Bei Lionel Messi und dem FC Barcelona ist derzeit Sand im Getriebe. (Quelle: Action Plus/imago)

Aus Barcelona berichtet Florian Haupt

Gastroenteritis. Vulgo: Magendarmgrippe. Der eine oder andere mag sich schon einmal gefragt haben, warum ausgerechnet durchtrainierte Profifußballer so anfällig für diese Krankheit sind, dass aus diesem Grund häufig Spiele und Trainingseinheiten verpasst werden. Einen Hinweis gab kürzlich Xavi Hernandez, der Spielmacher des FC Barcelona, während eines TV-Interviews: "In der Welt des Fußballs klingt Gastroenteritis nach Ausrede. Wenn du das hörst, denkst du: da ist mehr im Spiel."

Xavi konnte natürlich nicht wissen, dass wenige Tage später just seinen alten Mitstreiter Lionel Messi eine dieser merkwürdigen Grippen befallen würde. Messi konnte deshalb am 5. Januar nicht zum Training erscheinen, dem Tag, an dem Barca traditionell die Pforten für die Kinder öffnet, die in der folgenden Nacht von den Heiligen Drei Königen ihre Geschenke bekommen. Über Zehntausende warteten vor allem auf Messi. Auch die Klubmitarbeiter warteten – auf ein Signal. Stundenlang war der Star nicht ans Telefon zu bekommen. Dann kam die Diagnose Gastroenteritis.

Majestätsbeleidigung ersten Ranges

Glauben tut sie niemand, auch wenn es theoretisch natürlich möglich wäre, dass Messi der Vorabend auf den Magen geschlagen hätte. Da hatte er die erste Halbzeit des wichtigen Ligaspiels bei Real Sociedad auf der Bank verbringen müssen. Majestätsbeleidigung ersten Ranges. Trainer Luis Enrique mochte dafür zwar durchaus legitime Gründe gehabt haben, denn Messi war erst zwei Tage vor dem Spiel aus dem Sonderheimaturlaub in Argentinien zurückgekehrt. Doch die Partie im Baskenland ging letztlich verloren (0:1), und deshalb hatte der Trainer wenig Argumente für den Tsunami, der folgen sollte.

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Am Montagnachmittag feuerte Klubpräsident Josep Maria Bartomeu zunächst seinen Sportdirektor Andoni Zubizarreta. Der vor allem bei den Spielereinkäufen mäßig erfolgreiche Ex-Torwart hatte sich bisher vor allem über seine blinde Loyalität zum seinerseits umstrittenen Präsidenten im Amt gehalten – diese aber in San Sebastian erstmals vermissen lassen. In einem Fernsehinterview zeigte er auf Bartomeu als dem Hauptverantwortlichen in der Affäre um die Verpflichtung Minderjähriger, die in einer Transfersperre durch die Fifa mündete – anzuwenden auf das gesamte Jahr 2015, wie der Internationale Sportgerichtshof vorige Woche bestätigte.

Auch Puyol verlässt Barca 

Kurz nach der Entlassung Zubizarretas verkündete Ex-Verteidiger Carles Puyol seinen sofortigen Abgang. Der im Sommer als Spieler zurückgetretene Ex-Kapitän war von seiner faktischen Bedeutung her zwar nicht mehr gewesen als ein besserer Praktikant, was aber nichts an der symbolischen Botschaft seines Abschieds änderte: Hier ging eine Legende, weil sie es offenbar nicht mehr in ihrem Klub aushielt.

"Barca in der Selbstauflösung" – so ähnlich wie die Sportzeitung "Marca" titelte am Dienstag die gesamte Presse. Wegen Zubizarreta und Puyol, aber das war nicht mal das Wichtigste. Das Wichtigste war: Messi. "Er hebt Barcelona aus den Angeln", schlagzeilte "As".

Wächst die Unzufriedenheit des Superstars?

Fast stündlich erschienen neue Meldungen über die Unzufriedenheit des Superstars und sein offenbar zerrüttetes Verhältnis zu Coach Luis Enrique. Dass sie schon im Abschlusstraining vor dem Spiel lautstark aneinander geraten seien. Dass sich Messi nach Abpfiff in San Sebastian im Spielertunnel ein Wortgefecht mit Joaquin Valdes geliefert habe, dem Psychologen des Trainers. Als er sich auch noch auf Instagram mit dem FC Chelsea anfreundete, schien sich zu bestätigen, was die meisten Barca-Fans nach wie vor als schlimmsten Alptraum empfinden: Messi denkt an Abschied.

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Stuhl von Luis Enrique wackelt

Wenn nicht vorher Luis Enrique fliegt, was im hohen Wahrscheinlichkeitsbereich liegt – nicht nur, weil der FC Barcelona ja am Kader bis Januar 2016 nichts ändern darf, außer beim Trainer. Der im Sommer mit viel Vorschusslorbeer gekommene Ex-Profi des Vereins hat bislang auch auf ganzer Linie enttäuscht. Er gibt sich schroff in der Öffentlichkeit und nebulös gegenüber der Mannschaft, der er erst kurz vor Spielbeginn die Aufstellung mitteilt. Seine permanenten Personalrochaden und wüsten Taktiken kann niemand nachvollziehen, und das erhoffte Projekt ist nirgendwo in Sicht. Resultate und Spiel sind schlechter als unter seinem entlassenen Vorgänger Tata Martino.

Wie wenig ihn nicht nur Messi respektiert, zeigen Anekdoten von der Art, die normalerweise erst Jahrzehnte später von ehemaligen Granden ausgeplaudert werden – wenn sie nicht gerade eine Fernsehkamera aufzeichnet wie bei Neymar in San Sebastian. "Lauf Dich warm", witzelte der Brasilianer auf der Reservebank grinsend in Richtung Lionel Messi. Es lief die dritte Spielminute – und ein Eigentor von Jordi Alba hatte Barcelona soeben in Rückstand gebracht.

Autoritärer ohne Autorität

Die Episode erzählt nicht nur von der Abhängigkeit der Mannschaft von Messi, sondern sagt natürlich auch einiges über die innere Teilnahmslosigkeit eines Fußballers wie Neymar. Er steht damit wohl nicht allein, vergeblich sucht man in diesem Klub derzeit nach einer einigenden Idee. Es gibt sie nicht bei den Stars, die entweder ausgelaugt wirken (Xavi, Iniesta) oder eben egozentrisch (Messi, Neymar). Nicht in der Führungsriege, die in den viereinhalb Jahren unter Bartomeu sowie seinem Intimus und Vorgänger Sandro Rosell – zurückgetreten in der Affäre um die dubiosen Verträge des Neymar-Transfers – vor allem Schaden angerichtet hat und sich jetzt nur noch an ihre Ämter klammert.

Und nicht bei Luis Enrique, dem vermeintlichen Messias, der antrat, Disziplin und Arbeitsethos zu restaurieren, aber jetzt genauso vor Privilegien buckeln muss wie all seine Vorgänger. Ein Autoritärer ohne Autorität.

Laut der Zeitung "Sport" soll der Trainer außer sich gewesen sein über Messis "Gastroenteritis" beim Training vor den Kindern – und geplant haben, disziplinarische Maßnahmen gegen den Spieler zu ergreifen. Die Kapitäne Xavi, Iniesta und Busquets – Messi selbst ist der vierte – sollen es ihm ausgeredet und dafür versprochen haben, sich an diesem Mittwoch mit Messi zu treffen, um auch ihn für eine Tauwetterpolitik zu gewinnen. "Macht euch nicht verrückt, das lässt sich regeln", zitiert die Zeitung "El País" heute ein nicht genanntes Schwergewicht der Mannschaft.

Sollte der Konflikt jedoch weitergehen, scheinen die Sympathien klar verteilt. Oder war es nur der Naivität eines Klubneulings geschuldet, dass Marc-Andre ter Stegen, deutscher Torwart und in der Liga nur Ersatzmann, inmitten des Duells zwischen Star und Trainer ein Foto von sich mit Messi auf Instagram postete? Dazu die Zeile: "Mit dem Besten."

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