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FC Chelsea gewinnt Ligapokal-Krimi: Zoff um Tritte von Diego Costa

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Chelsea gewinnt hitzigen Krimi  

Zoff nach Costas Tritten im Ligapokal

28.01.2015, 12:37 Uhr | t-online.de

FC Chelsea gewinnt Ligapokal-Krimi: Zoff um Tritte von Diego Costa. Diego Costa (oben) steigt Martin Skrtel aufs Bein. (Quelle: imago/BPI)

Diego Costa (oben) steigt Martin Skrtel aufs Bein. (Quelle: BPI/imago)

Superstar Diego Costa hat dem englischen Ligapokal-Krimi im Halbfinale zwischen Chelsea und Liverpool (1:0) seinen Stempel aufgedrückt. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn es waren zwei Tritte des Blues-Stürmers gegen den Ex-Leverkusener Emre Can und Martin Skrtel, die die Gemüter in London erhitzten. "Das war armselig. Ein Top-Spieler wie er hat das doch gar nicht nötig", sagte Liverpools Trainer Brendan Rodgers zerknirscht nach der knappen Niederlage. Im Hinspiel hatten sich die Teams mit 1:1 getrennt.

Die Presse erklärte nach den Attacken Costas das Stadion von Chelsea gar zur "Stamp-ford Bridge", wobei das "Stamp" für stampfen steht. Eigentlich kickt die Truppe von Trainer Jose Mourinho bekanntermaßen an der Stamford Bridge.

Nachträgliche Strafe droht

Costa lieferte sich mit den Liverpooler Spielern zahlreiche packende Duelle, doch einige Male ging er dabei unfair zu Werke. Zunächst trat er Can, der schon im Seitenaus lag, nach einem Zweikampf auf den Fuß. Später stieg der 26-Jährige dem Abwehrspieler Skrtel aufs Bein, als dieser einen Ball weggrätschte. Beide Male kam der Spanier, der vor der Saison für 38 Millionen Euro von Atletico Madrid nach London wechselte, ohne Sanktionen des Referees davon.

Inzwischen hat der englische Fußballverband FA mitgeteilt, dass Costa nun eine nachträgliche Strafe droht, da der Schiedsrichter die Aktion gegen Can nicht gesehen hatte. Daher können nun die Videobilder zur Entscheidung herangezogen werden. Im Falle einer nachträglichen Sperre würde der Spanier auch das Spitzenspiel am Samstag gegen den Tabellenzweiten Manchester City verpassen. Costa kann sich bis Donnerstagabend zu dem Vorfall äußern.

Keilerei mit Steven Gerrard

Zu allem Überfluss geriet der Stürmer auch noch in eine Keilerei mit Reds-Kapitän Steven Gerrard, für die er ebenfalls hätte von Platz fliegen können. Beide kamen jedoch mit der Gelben Karte davon.

Rodgers beschuldigte hinterher Costa, seine Spieler absichtlich getreten zu haben. "Er hatte locker über Cans Bein drüber springen können, aber er hat genau auf sein Bein gezielt. Das war fies", so der Trainer: "Auch die Situation mit Skrtel war komplett unnötig. Ich finde das traurig."

Mourinho wittert eine Verschwörung

Mourinho stellt sich wenig überraschend vor seinen Topspieler, der in dieser Saison schon 17 Mal getroffen hat. "Er geht klar auf den Ball. Sein Gegenspieler geht zu Boden und streckt den Fuß aus. Costa schaut nach vorne und konnte den Gegenspieler gar nicht sehen", sagte der Portugiese.

Wie so oft witterte er zudem eine Verschwörung der Medien gegen ihn und den FC Chelsea. "Die Menschen sind wohl schon beeinflusst von einer TV-Kampagne", sagte er und meinte den TV-Sender Sky.

"Wer so etwas sagt, muss verrückt sein"

Mourinho hatte vor allem TV-Kommentator Jamie Redknapp auf dem Kieker, ohne dessen Namen auszusprechen. Redknapp hatte Costas Tritte zuvor als "Verbrechen" bezeichnet. "Wer so etwas sagt, muss verrückt sein. Wir wissen ja alle, wie sehr dieser Kommentator Chelsea liebt", schlug Mourinho zurück.

Auf die Frage wen er genau meine, sagte er: "Ich weiß nicht, wie er heißt, denn immer wenn ich ihn im Fernsehen sehe, schalte ich aus."

Strafe durch den Verband

Inzwischen hat der englische Fußballverband Mourinho wegen einer anderen Aussage mit einer Geldstrafe von umgerechnet 33.500 Euro belegt. Mourinho hatte nach dem 1:1 beim FC Southampton in der Premier League am 28. Dezember gesagt, er sehe eine umstrittene Schiedsrichter-Entscheidung "als Teil von etwas an, dass wie eine Kampagne aussieht. Es geht gegen Chelsea".

Die FA wertete dies als "unangemessenes Verhalten" und forderte den Portugiesen nun zur Mäßigung auf.

Schürrle nicht im Kader

Durch die Aufregung um Costa geriet der Sieg von Chelsea und der Einzug ins Finale des Ligapokals an diesem Abend fast zum Nebenaspekt. Ohne Weltmeister André Schürrle hatten sich die Blues und Liverpool eine spannende Partie geliefert.

Entschieden wurde das Spiel durch einen Kopfball-Treffer von Abwehrspieler Branislav Ivanovic, der in der Verlängerung (94. Minute) einnetzte. Im Finale am 1. März im Wembleystadion trifft Chelsea auf den Lokalrivalen Tottenham Hotspur.

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