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FC Barcelona: Superstars Messi und Neymar bilden Allianz

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Allianz zweier Superstars  

Kapitän Messi und sein Offizier Neymar

13.02.2015, 09:09 Uhr | t-online.de

FC Barcelona: Superstars Messi und Neymar bilden Allianz. Lionel Messi (li.) und Neymar vom FC Barcelona (Quelle: imago/Marca)

Lionel Messi (li.) und Neymar lassen die Fans des FC Barcelona jubeln. (Quelle: Marca/imago)

Aus Barcelona berichtet Florian Haupt

Selbst ein Johan Cruyff kann mal irren. "Ich würde nicht zwei Kapitäne in dasselbe Boot holen", sagte der Klubheilige des FC Barcelona, als der Verein im Sommer 2013 die Verpflichtung des Brasilianers Neymar bekannt gab. Unmöglich würde sich der angehende Superstar mit dem angestammten Schiffsführer Lionel Messi arrangieren können, so die Einschätzung des ehemaligen Spielers und Trainers.  

Der niederländische Guru artikulierte mit seinem Statement verbreitete Bedenken: dass zwei Chefs einer zuviel sein können, gilt im Fußball ebenso als Binsenweisheit wie in der Nautik. Besonders problematisch wird es, wenn sie dasselbe Terrain bearbeiten und ähnliche Ansprüche haben. Und als besonders schwer zu begleiten hatte sich in den letzten Jahren immer wieder Messi herausgestellt – etwa Zlatan Ibrahimovic, eingekauft für 69 Millionen Euro und verkauft für 24, oder David Villa, geholt für 40 Millionen Euro und abgegeben für zwei, fanden neben ihm nie so recht ihren Platz.  

Da ließ Neymar für die Kritiker also das nächste historische Minusgeschäft vermuten, zumal sich seine Kosten von zunächst offiziell angegebenen 57 Millionen Euro auf mindestens 86 Millionen erhöhten, als vorigen Winter zahlreiche Nebenverträge bekannt gegeben wurden. Die Unregelmäßigkeiten des Geschäfts veranlassten Präsident Sandro Rosell zum Rücktritt und verpflichten seinen Nachfolger Josep Maria Bartomeu zum Erscheinen vor Gericht an diesem Freitag – als Beschuldigter in einem möglichen Steuerdelikt. Viel Ärger also und doch ein ganz anderer Befund: im Winter 2015 behauptet keiner mehr, die Verpflichtung Neymars sei ein Irrtum gewesen.

Erinnerungen an Ronaldinho

Das liegt zum einen an seiner Klasse. Der brasilianischen Originalität und Spontaneität, die man so zuletzt von seinem Landsmann Ronaldinho gesehen hatte. Obwohl er viele Treffer abschenkt, weil er sie zu kunstvoll erzielen will, ist Neymar in seiner zweiten Saison außerdem effizienter geworden. Wettbewerbsübergreifend kommt er auf 23 Tore, darunter etliche gegen Topteams wie zuletzt Atletico Madrid.

Ein zweiter Aspekt ist nicht weniger entscheidend: parallel zu seinem Aufschwung – in seiner kompletten ersten Saison traf er nur 15 Mal – blüht auch Lionel Messi wieder auf. Der Argentinier entscheidet Partien wie zu seinen besten Zeiten. Seine 34 Tore, wettbewerbsübergreifend, sind zu diesem Stadium der Saison der zweitbeste Wert seiner Laufbahn. Wenn es Messi gut geht, geht es Barça gut, lautet eine Weisheit im Camp Nou. Und Messi geht es besser mit Neymar.

Die Chemie stimmt

Was also? Was macht Neymar anders als die anderen? Neben der Erkenntnis, dass es wohl nicht nur Messi lag, wenn sich Ibrahimovic nicht einfügte, gibt es eine Reihe möglicher Antworten: Neymar ist schlichtweg so gut, dass er die hohen Ansprüche des vierfachen Weltfußballers an seine Spielpartner erfüllt. Oder: er ist auch Südamerikaner. Oder: er besitzt eine hohe soziale Intelligenz, ist überaus teamfähig und akzeptiert die unangreifbare, gottgleiche Führungsrolle Messis in Barcelona. Um im Bild zu bleiben: Messi ist der Kapitän geblieben. Und Neymar dient ihm als Erster Offizier.

Daneben scheint aber auch dieser eher ungreifbare Element gegeben zu sein, das zwischenmenschliche Beziehungen nun mal definiert: die Chemie stimmt.

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Die gegenseitige Sympathie geht so weit, dass der Brasilianer den Argentinier während der Weihnachtsferien mit der Familie in sein Ferienhaus einlud (Messi musste passen). Wieder zurück in Barcelona begannen im ersten Spiel des neuen Jahres bei Real Sociedad San Sebastián beide auf der Bank. Fernsehbilder zeigten, wie Neymar nach einem frühen Rückstand in der 2. Minute seinen Teamkollegen scherzhaft zum Aufwärmen schickte. Das Spiel ging verloren, die umstrittene Aufstellung von Trainer Luis Enrique sorgte für öffentliche Entrüstung und Messi blieb am nächsten Tag offenkundig aus Ärger über den Coach dem Training fern.

Messi überlässt einen Elfer

Aus heutiger Sicht war die "gesegnete Niederlage" (die Zeitung "Sport") im Baskenland der Wendepunkt der Saison. In der Folge brachten Messi und Neymar, weiter zusammen gerückt durch ihre Distanz zum Trainer, das schlingernde Schiff auf Kurs. Mit 20 Toren kommen sie im Jahr 2015 auf drei Treffer mehr als ganz Real Madrid. Barca hat seit San Sebastian alle Spiele gewonnen, liegt in der Tabelle nur noch einen Punkt hinter den Hauptstädtern und steht vor dem Erreichen des Pokalendspiels.

Beim 3:1 im Halbfinal-Hinspiel am Mittwoch gegen Villarreal dokumentierte Messi erneut seine Sympathie für Neymar – er ließ ihn einen Elfmeter schießen. Der Brasilianer vergab allerdings, und wird sich künftig wohl wieder darauf konzentrieren, auf dem linken Flügel abzuwarten, wie Messi auf rechts die Gegner auf sich zieht und so Räume für ihn schafft. Oder umgekehrt. Oder beide kreuzen in die Mitte, wo Luis Suárez die gegnerischen Innenverteidiger aus ihrer Position zu ziehen versucht.

Suarez fügt sich ein 

Der im Sommer für 80 Millionen Euro verpflichtete, wegen seiner Biss-Sperre erst seit Ende Oktober spielberechtigte Uruguayer ist der Dritte in einem potenziell epochalen Sturmtrio. Seine Torquote ist mit sechs Treffern in zwanzig Partien bislang noch erstaunlich bescheiden, dafür macht er sich umso mehr als Vorlagengeber verdient: zwölf Assists sind für einen Mittelstürmer so ungewöhnlich wie exzellent. Gegen Villarreal eroberte er vor dem 1:0 den Ball, lief allein auf das Tor zu und legte dann so selbstlos ab für Messi, dass die Fans danach ihn mit Sprechchören feierten und ausnahmsweise einmal nicht den kleinen Argentinier.

"Die drei Tenöre" wird das Trio in Spanien genannt, oder "MSN" nach der "BBC" von Real Madrid (Bale, Benzema, Cristiano). "Für mich ist es ein Privileg, neben diesen beiden Phänomenen zu spielen", sagt Suarez, während die Fachwelt vermutet, dass Messis Nachfolger als bestimmender Kicker seiner Zeit im selbem Klub spielt. "Wenn er auf sich aufpasst, wird er der beste Fußballer der nächsten Dekade sein“, sagte Ronald Koeman gerade über den 23-jährigen Neymar. Womöglich hat er mit seiner Prognose ja mehr Glück haben als sein holländischer Landsmann Cruyff.

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