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Nazi-Skandal in EM-Quali: Kroatien zittert vor UEFA-Entscheid

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Fußball  

Droht das EM-Aus? Kroaten zittern vor UEFA-Entscheid

14.06.2015, 15:11 Uhr | dpa

Nazi-Skandal in EM-Quali: Kroatien zittert vor UEFA-Entscheid. Wegen des Hakenkreuz-Skandals fürchten die Kroaten nun das EM-Aus.

Wegen des Hakenkreuz-Skandals fürchten die Kroaten nun das EM-Aus. Foto: EPA. (Quelle: dpa)

Split (dpa) - Nach dem Nazi-Skandal beim Geisterspiel gegen Italien bangt Kroatien vor möglichen Sanktionen der UEFA.

Nicht ein Wort hat der europäische Fußballverband bisher über das in den Rasen gebrannte Hakenkreuz beim EM-Qualifikationsspiel in Split verloren. Das lässt den kroatischen Verband HNS zittern - und mit dem Schlimmsten rechnen. Trotz sportlich überzeugender Leistungen könnte dem Tabellenführer der Gruppe H das EM-Aus drohen.

Auf der Suche nach den Tätern fehlt der kroatischen Polizei weiterhin jede Spur. Ohnehin stellen sich die Ermittler die Frage, ob tatsächlich Fans hinter der Tat stehen. Schließlich war das Spiel gegen Italien wegen ähnlicher Vorfälle in der Vergangenheit ohne Zuschauer ausgetragen worden. Wer hatte also vor der Partie Zugang zum Spielfeld? Sogar der Chef des Unternehmens, das in Split für die Rasenpflege zuständig ist, meldete sich nun zu Wort.

"Das Hakenkreuz hätte nicht mit unserem Equipment in den Rasen gebrannt werden können. Ich bin mir sicher, dass meine Mitarbeiter nichts damit zu tun haben", sagte Ante Maslov der Zeitung "Vecernji List". Die Polizei gehe mittlerweile davon aus, dass das Nazi-Symbol ursprünglich in der Mitte des Spielfeldes in den Rasen gebrannt werden sollte, schreibt das Blatt. Auch dort seien Brandspuren zu sehen.

HNS-Boss Davor Suker kündigte für Montag eine außerordentliche Sitzung des Verbandes an. Wie der staatliche Fernsehsender HRT berichtete, könnte Split die Austragung des EM-Qualifikationsspiels zwischen Kroatien und Bulgarien im Oktober entzogen werden. Der frühere Weltklassestürmer Suker hatte bereits am Samstag eine "gründliche Untersuchung" versprochen.

Wegen rassistischer Angriffe ihrer Fans im Spiel gegen Norwegen mussten die Kroaten am Freitag vor leeren Rängen spielen. Laut der Zeitung "Jutarnji" hat der Verband seit 2005 bereits mehr als 700 000 Euro an Strafen für Fan-Ausschreitungen zahlen müssen. Bereits bei einem Spiel gegen Georgien 2011 sei im Stadion in Split ein Hakenkreuz auf einem Banner im Fanblock zu sehen gewesen. Damals sei der Verband mit einer Geldstrafe in Höhe von 75 000 Euro belegt worden. Jetzt drohen härtere Sanktionen.

"Wir waren in der Früh auf dem Rasen, und es war nichts zu sehen. Das haben wir den Verantwortlichen auch gesagt", hatte HNS-Generalsekretär Damir Vrbanovic nach dem Spiel erklärt. Er bot sogar den Rücktritt der Verbandsspitze an. "Falls sich unsere Probleme lösen, wenn wir zurücktreten, dann werden wir das tun." Auch Kroatiens Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic hatte den erneuten Skandal verurteilt.

Denn kaum ein Länderspiel der Südost-Europäer vergeht, ohne dass es zu rechtsradikalen oder rassistischen Vorfällen kommt. Vor der WM in Brasilien hatte der ehemalige Bundesliga-Profi Josip Simunic nach der geglückten Qualifikation für die Titelkämpfe in Brasilien über das Stadionmikrofon eine faschistische Parole gerufen. Er war vom Weltverband FIFA für zehn Spiele gesperrt worden. Auch die vielen weiteren Strafen, die UEFA und FIFA wegen ähnlicher Vorfälle verhängten, brachten offenbar keine Lösung.

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