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Transfermarkt-Guru Di Marzio: "Draxler ist Juves erste Wahl"

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Transfermarkt-Guru: "Draxler ist Juves erste Wahl"

22.07.2015, 09:37 Uhr | Maximilian Miguletz, t-online.de

Transfermarkt-Guru Di Marzio: "Draxler ist Juves erste Wahl". Julian Draxler ist laut Transfermarkt-Experte Gianluca Di Marzio erste Wahl bei Juve. (Quelle: imago/GEPA pictures)

Julian Draxler ist laut Transfermarkt-Experte Gianluca Di Marzio erste Wahl bei Juve. (Quelle: GEPA pictures/imago)

Welcher Mega-Wechsel steht im europäischen Fußball bevor? Gianluca Di Marzio weiß es. Der 41-jährige Italiener ist ein international anerkannter Experte auf dem Transfermarkt. Täglich berichtet er in seiner eigenen TV-Sendung bei Sky Italia und auf seiner Homepage über die neusten Gerüchte und Meldungen. Dabei stellt der Sportjournalist regelmäßig unter Beweis, wie gut er vernetzt ist, und vermeldet wichtige Wechsel oftmals als Erster.

Im Interview mit t-online.de spricht Di Marzio über die Mechanismen der Transfer-Gerüchteküche, die Jagd nach deutschen Nachwuchs-Stars und wie auch ganz normale Menschen zu seinen Informanten werden.

t-online.de: Signore Di Marzio, Sie gelten als Europas größter Transfermarkt-Experte. Werden wir in diesem Sommer noch einen bedeutenden Wechsel erleben?
Gianluca Di Marzio: Ich denke schon. Bereits die bisherigen Transfers waren interessant und ich gehe davon aus, dass weitere folgen werden, zum Beispiel Di Maria, Ibrahimovic, Dzeko oder Jovetic. Was sich natürlich bremsend auswirkt, ist die Transferblockade für den FC Barcelona. Ohne diese wäre wohl noch mehr los auf dem Transfermarkt. Aber ich denke, bis zum 31. August können wir uns noch über einige bedeutende Transfers freuen.

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Wie sieht es dabei mit der Bundesliga aus? Werden die deutschen Klubs noch eine Rolle auf dem internationalen Transfermarkt spielen?
Nun, Juventus verkauft Vidal und sucht einen Ersatz in Deutschland: Draxler, Götze oder De Bruyne. Das zeigt: Die Bundesliga hat heutzutage die besten jungen Spieler. Ich würde Julian Draxler gerne in Italien sehen, denn es wäre wichtig, einen jungen deutschen Star in der Serie A zu haben.

Wie stehen die Chancen?
Gar nicht schlecht. Juventus hatte in Berlin ein Treffen mit Draxler und der Spieler ist grundsätzlich interessiert an einem Wechsel nach Turin. In finanziellen Fragen liegt man noch weiter auseinander, Draxler hat hohe Gehaltsvorstellungen, aber er ist Juves erste Wahl. De Bruyne dagegen ist praktisch unmöglich zu bekommen, da der VfL Wolfsburg 60 Millionen Euro verlangt. Eine Verpflichtung von Draxler ist aber möglich. Sicher bin ich mir nicht, aber es ist möglich.

Viele Fans fragen sich, wie es zu diesen Exklusivmeldungen vom Transfermarkt kommt. Wie sind Sie zu einem Experten in diesem Bereich geworden?
Ich bin bereis mein gesamtes Leben im Fußballgeschäft zu Hause. Mein Vater, Gianni Di Marzio, war ein berühmter Trainer in Italien, er coachte den SSC Neapel, US Palermo oder den CFC Genua. Er war damals der erste italienische Trainer, der Diego Maradona im Alter von 17 Jahren in Argentinien beobachtete, konnte ihn aber leider nicht nach Neapel holen. Von daher liegt mir der Transfermarkt wohl im Blut.

Half Ihr Vater Ihnen auch beim Einstieg in den Beruf?
Ja, durch meinen Vater war ich von Kindesbeinen an Teil der Fußballwelt. Mit ihm reiste ich viel und lernte zahlreiche wichtige Personen kennen. Außerdem respektierten mich Manager und Trainer von Anfang an aufgrund des Namens meines Vaters.

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Juventus ist an Julian Draxler interessiert. Sollte der Schalker nach Turin gehen?
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Welcher Anteil der Transfergerüchte oder -nachrichten kommt direkt von Managern, Beratern oder Spielern? Woher erhalten Sie Ihre Nachrichten?
Früher kamen Informationen nur von Spielern oder Trainern selbst. Heutzutage kann jeder eine Quelle sein. In den letzten zwei Jahren wurden normale Leute zu meinen Informanten. Erst kürzlich schickten mir zwei ganz normale Typen via Twitter ein Foto von Fabio Paratici, dem Sportdirektor von Juventus Turin, wie er in Richtung Deutschland abreiste. Ohne dieses Foto hätte ich wahrscheinlich nie davon erfahren. Anschließend arbeitete ich mit dieser Information, versuchte mehr über Paraticis Aufenthalt in Deutschland herauszufinden und erfuhr vom Treffen mit Schalkes Julian Draxler.

Haben Sie ein weiteres Beispiel?
Einmal habe ich nachts eine E-Mail von einem Italiener erhalten, der in einem englischen Restaurant arbeitete. Von ihm erfuhr ich, dass sich Carlos Tevez dort mit Offiziellen von Juventus traf, um beim Abendessen seinen Wechsel nach Turin zu verhandeln. Natürlich muss ich solche Informationen prüfen. Stimmt das wirklich oder nicht? Aber so werden normale Leute nun auch zu meinen Quellen, nicht nur Spieler oder Trainer.

Welche Meldung war Ihre bedeutendste?
Meine größte Exklusivmeldung war Bayerns Verpflichtung von Pep Guardiola. Damals dachte niemand darüber nach, dass Guardiola nach München gehen könnte. Alle englischen Blätter brachten ihn mit Manchester City in Verbindung. Und ich vermeldete als Erster, dass Guardiola der neue FCB-Coach werden würde. Bayern München sagte erst, dass meine Info falsch wäre, aber einen Tag später konnten sie nicht weiter dementieren und stellten Guardiola als neuen Trainer vor. Da war ich ein bisschen stolz. Andere Medien, die mir nicht getraut hatten, entschuldigten sich anschließend bei mir. Das war schon eine große Genugtuung.

Lagen Sie jemals mit einer Transfer-Meldung falsch?
Natürlich, das kam schon vor. Vor der Unterschrift kann alles passieren. Zum Beispiel ging ich davon aus, dass Willian zu Tottenham Hotspur wechseln würde. Er war bereits zum Medizincheck bei den Spurs, aber zwei Stunden später war er ein Chelsea-Spieler, weil Chelsea das Angebot erhöhte. Daraufhin hassten mich einige Tottenham-Fans, da sie nach meiner Berichterstattung davon ausgingen, dass Willian zu ihrem Klub wechseln würde. Aber das ist normal und ich hoffe, die meisten Fans können das verstehen.

Aus deutscher Sicht wirkt die italienische Berichterstattung über Transfers besonders verrückt. Jedes noch so kleine Gerücht wird vermeldet. Warum ist das so?
In Italien träumen wir nur. Unsere Liga ist nicht mehr so gut, wie sie einmal war, und wir haben nicht mehr so viel Geld. Darum reden viele Menschen über Transfergerüchte. Wenn ich auf der Straße angesprochen werde, habe ich keinen Namen mehr. Da heißt es nicht "Hallo Gianluca", sondern "Wen kauft Milan? Wen kauft Juventus?". Das wollen die Leute wissen. Das ist schon etwas besonderes in Italien, aber auch in anderen Ländern ist das Interesse für Fußball-Transfers sehr groß, in der Türkei zum Beispiel, oder in England. Fußballtransfers lassen Leute über ihren Lieblingsklub träumen und fantasieren.

Das Interview führte Maximilian Miguletz.

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