Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Fussball > Fußball international >

Ronaldo und Real: Rückkehr an den Ort der Schmach

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Dort, wo alles begann  

Ronaldo und Real: Rückkehr an den Ort der Schmach

03.10.2015, 05:55 Uhr | t-online.de

Ronaldo und Real: Rückkehr an den Ort der Schmach. Superstar Cristiano Ronaldo (re.) im Zweikampf mit Mario Suarez. Am 7. Februar ging Real Madrid mit 0:4 beim Stadtnachbarn Atlético unter. (Quelle: imago/Jan Hübner)

Superstar Cristiano Ronaldo (re.) im Zweikampf mit Mario Suarez. Am 7. Februar ging Real Madrid mit 0:4 beim Stadtnachbarn Atlético unter. (Quelle: imago/Jan Hübner)

Von Florian Haupt

Am Freitag wurde Cristiano Ronaldo von seinem Klub geehrt: 323 Tore in gut sechs Jahren bei Real Madrid sind dafür nun wirklich Grund genug, zumal wenn einer damit den Vereinsrekord einer weiteren Legende wie Raúl einstellt – der übrigens 741 Spiele benötigte, wofür CR/ bloß 308 Mal auflaufen musste.

Ronaldo war hocherfreut, als er vor versammelter Mannschaft im Ehrenbereich des Estadio Santiago Bernabeu stand: "Danke an den Präsidenten für diesen so schönen Festakt, den ich nicht erwartet hätte." Was man als kleine Spitze eines Superstars verstehen konnte, der sich von seinen Oberen nicht immer ausreichend gewürdigt fühlt. An die Presse wandte er sich noch ungleich direkter: "Danke auch an die Medien: Ich weiß, dass ich in letzter Zeit ein bisschen Arschloch zu ihnen war."

Die verhängnisvolle Geburtstagsfeier

Am Mittwoch etwa nach dem Champions-League-Spiel in Malmö (2:0), in dem er den Rekord erreichte – und danach die Reporter wegen einiger Fragen abkanzelte ("nicht intelligent"). Konkret: den Fragen nach Gerard Piqué und damit letztlich den Fragen nach jenem Spiel und jener Party, die dazu geführt hatten, dass er in Malmö zum ersten Mal seit dem 7. Februar überhaupt wieder mit den Medien sprach.

Am 7. Februar ging Real Madrid nachmittags 0:4 beim Stadtnachbarn Atlético unter, aber Ronaldo feierte am Abend – gegen die Warnung des Klubs – trotzdem die lange geplante Party zu seinem 30. Geburtstag. Der geladene Sänger Kevin Roldan schoss davon feucht-fröhliche Fotomotive in die Umlaufbahn der sozialen Netzwerke, dass die Negativdynamik des Ergebnisses noch weiter verstärkt wurde – und bei Präsident Florentino Pérez der Gedanken reifte, dass Trainer Carlo Ancelotti die Stars mit zu weicher Hand führe.

Am Saisonende hatte Real alle Titel verspielt, der nicht zuletzt bei Ronaldo hoch angesehene Ancelotti wurde gefeuert und Verteidiger Piqué vom FC Barcelona grölte bei der Triple-Feier des Madrider Erzrivalen in Anlehnung an den größten Hit des Barden: "Danke Kevin Roldan, mit dir begann alles."

Verletzungsprobleme bleiben Real treu

Sieben Monate später geht es am Sonntag an einen der Tatorte zurück. 20.30 Uhr, Estadio Vicente Calderon, das Derby steht an. Und damit der erste Härtetest, ob es unter dem neuen Trainer Rafael Benitez wirklich besser werden könnte. Oder zumindest genauso gut wie unter Ancelotti, der ja in seinem ersten Jahr immerhin die Champions League gewann und im zweiten eine Serie von 22 Siegen am Stück hinlegte: vor dem Winter, vor diesem infamen 0:4, bei dem ihm fünf Stammspieler fehlten.

Mehr Glück mit den Verletzungen hat Benitez schon mal nicht, denn schon früh in der Saison plagen Real wieder Personalsorgen. Von zuletzt erneut fünf unpässlichen Stammspielern sollen Sergio Ramos und Gareth Bale nun zurückkehren. Dagegen fallen James Rodriguez und Pepe weiter aus und Neuzugang Danilo wird nicht großartig vermisst.

Die vielen Blessuren und die anfällige Physis der Elf galten neben der vermeintlich laschen Disziplin als zweiter Hauptgrund der offiziell nie begründeten Entlassung Ancelottis. Sein Nachfolger versucht dem Problem durch verstärkte Rotationen zuvor zu kommen. Toni Kroos etwa wurde diese Saison schon genauso oft aus der ersten Elf genommen wie in der gesamten letzten Saison.

Training unter Benitez: "Wie bei Mourinho, nur in supernervig"

Und sonst? "Viele Unterschiede sehe ich nicht", hat Ex-Real-Kapitän und Derbyrekordspieler (42 Einsätze) Manolo Sanchis gerade der Zeitung "As" gesagt. Wenn, dann ist es bisher eher schlechter geworden: Ein bisschen solider wirkt Real in der Defensive, dafür weniger elegant und erfolgreich in der Offensive. Trotz eines leichten Auftaktprogramms versagte der einstigen Tormaschine schon zweimal die Produktion, bei Aufsteiger Sporting Gijón sowie zuhause gegen Malaga gab es jeweils ein 0:0.

Die Kritik daran hält sich zwar deutlich mehr in Grenzen, als das bei einem Trainer der Fall wäre, der nicht aus Madrid kommt und sich seine ersten Sporen in der Jugendabteilung des Vereins verdiente. Aber hier und da wird schon gemurrt über den akribisch erarbeiteten, aber immer ein wenig mathematisch daherkommenden Fußball einer Benitez-Elf. "Es fehlt Grandezza", moniert "As".

Auch in der Mannschaft kommen die Methoden des Neuen offenbar nicht an. "Wie bei Mourinho, nur in supernervig", zitierte das Portal "El Confidencial" einen nicht genannten Spieler. Experte Sanchis formuliert es diplomatisch: "Ich habe den Eindruck, dass wir die besten Versionen von Real und Atlético erst noch zu sehen bekommen werden."

Auch bei Atlético ist Sand im Getriebe

Denn auch der Stadtrivale will bisher nicht so recht durchstarten. Nach zwei Niederlagen in der Liga, allerdings gegen die Spitzenteams Barcelona und Villarreal, gab es unter der Woche gegen Benfica Lissabon die erste Champions-League-Heimpleite in der Amtszeit von Trainer und Klubguru Diego Simeone.

Das größte Problem auch hier: die Tore. Zwölf Treffer in acht Spielen – wettbewerbsübergreifend – bedeuten die schlechteste Ausbeute in der Ära Simeone. Obwohl 85 Millionen Euro in neue Offensivspieler investiert wurden und der Trainer erkennbare Anstrengungen unternimmt, die einstigen Catenaccio-Künstler zu einer dominanteren Spielweise zu erziehen.

Gegen Benfica kehrte er sogar von seinem heiligen 4-4-2-System ab, um in einem echten 4-4-3 drei seiner vielen Angreifer unterbringen zu können, den gesetzten Antoine Griezmann, den talentierten Angel Correa und Stareinkauf Jackson Martinez. Auf der Bank warteten noch Fernando Torres sowie die Neuzugänge Luciano Vietto und Yannick Ferreira-Carrasco.

Identitätsprobleme nach Diego Costas Abgang

Simeone setzte bei seiner Akquise bewusst auf möglichst verschiedene Stürmertypen, um besonders variantenreich auftreten zu können. Bisher macht es jedoch eher den Eindruck, als würden die Rochaden zu Verunsicherung mancher Beteiligter – insbesondere Jackson – und Identitätsproblemen der ganzen Mannschaft führen.

Auch im zweiten Jahr nach Diego Costa hat sich noch keiner gefunden, der den Atlético-Fußball so gut zuspitzen würde wie der zu Chelsea abgewanderte Hispano-Brasilianer oder wie vor ihm Radamel Falcao. Mit dem nach Barcelona entschwundenen Arda Turan fehlt außerdem der Mann, der im Spiel der Madrilenen vom Drehbuch abwich, für Rhythmuswechsel und Ideen sorgte. Griezmann, vorige Saison 22 Mal erfolgreich, kann nicht alle Verantwortlichkeiten alleine schultern.

"Wir sind verwundet, unsere Situation ist schwierig", räumt Kapitän Gabi Fernandez ein. Wenigstens der Gegner macht Hoffnung: in der Vorsaison wurde gegen Real nur eines von acht Duellen verloren. Einmal zum Beispiel, da gab es dieses 4:0.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Straßenlaterne rettet Leben 
Junge Frau hat das Glück ihres Lebens

An einer Kreuzung stoßen zwei Autos zusammen. Ein Peugeot verliert die Kontrolle, rast auf den Bürgersteig zu. Eine Straßenlaterne rettet einer jungen Passantin das Leben. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal