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Fußball: "Harte Nuss" für Deschamps sieben Monate vor Heim-EM

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Fußball  

"Harte Nuss" für Deschamps sieben Monate vor Heim-EM

06.11.2015, 14:57 Uhr | dpa

Fußball: "Harte Nuss" für Deschamps sieben Monate vor Heim-EM. Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps zeigt sich angesichts der jüngsten Probleme wortkarg.

Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps zeigt sich angesichts der jüngsten Probleme wortkarg. Foto: Jose Sena Goulao. (Quelle: dpa)

Paris (dpa) - Sieben Monate vor dem EM-Eröffnungsspiel im Stade de France von Paris würde sich Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps lieber aufs Sportliche konzentrieren.

Merklich wortkarg wird der Coach der "Équipe Tricolore", wenn die Sprache auf die Erpressungsaffäre um ein Sexvideo und seine beiden Leistungsträger Karim Benzema und Mathieu Valbuena kommt. "Was diese Affäre betrifft, kenne ich genauso wenig die Unterlagen wie die Mehrzahl von uns sie natürlich nicht kennen", sagte Deschamps. Es sei im Moment das Beste, die Justiz arbeiten zu lassen. Dann werde diese eine Entscheidung treffen.

Zum Fall selbst und möglichen Konsequenzen für seine Mannschaft mit Blick auf die EM wollte Deschamps partout nichts sagen: "Ich beantworte keine Fragen außerhalb des Fußballs." Die französische Sportzeitung "L'Équipe" titelte am Freitag: "Eine harte Nuss für Deschamps." Die neue Affäre trübe erneut das Bild der Auswahl.

Zusammen kommen Benzema (81/27) von Real Madrid und Valbuena (52/8) von Olympique Lyon auf 133 Länderspieleinsätze und 35 Tore. Bei der WM im vergangenen Jahr standen sie gegen die deutsche Mannschaft im Viertelfinale (1:0 für Deutschland) in der Startelf. In den wichtigen Testspielen gegen den Fußball-Weltmeister am kommenden Freitag in Paris sowie vier Tage später in London gegen England werden beide nicht dabei sein. Deschamps erklärte Benzemas Nichtberücksichtigung allerdings mit muskulären Problemen.

"Weder der französische Fußball, noch die französische Nationalmannschaft werden noch dieselben sein in den kommenden Monaten", kommentierte "L'Équipe" und verwies dabei en passant auch noch auf die Negativ-Schlagzeilen um den für 90 Tage suspendierten UEFA-Präsidenten Michel Platini, eine Ikone der "Grande Nation". Und Organisator der Heim-WM 1998.

17 Jahre nach dem Triumph im eigenen Land und 15 Jahre nach dem EM-Titel bei der Euro in Belgien und den Niederlanden wollte die französische Nationalmannschaft ihren neuerlichen Aufwärtstrend eigentlich fortsetzen. Trotz des Aus bei der WM 2014 in Brasilien in der Runde der besten Acht hinterließ die Mannschaft einen deutlich besseren Eindruck als vier Jahre vorher in Südafrika.

Keine Skandale mehr wie noch 2010, als der WM-Auftritt von Frankreichs Fußball-Elite in Südafrika zur einzigen Farce wurde. Angefangen von einer Sex-Affäre, in die Franck Ribéry und eben dieser Benzema verwickelt waren, bis zum Trainingsboykott.

Und nun das. Benzema, der mittlerweile als Beschuldiger in der Erpressungsaffäre gilt, drohen bei einer Verurteilung mindestens fünf Jahre Haft. Der 27-Jährige, der schon mehrfach durch Undiszipliniertheiten auffiel, galt zunächst als Nachfolger des fußballgenialen Welt- und Europameister Zinedine Zidane. Diese Erwartungen konnte Benzema allerdings nicht erfüllen. Dennoch ist er wie Valbuena wichtiger Bestandteil der Mannschaft.

Medien und Beobachter spekulierten allerdings am Tag nach der Beschuldigung, die neue Affäre könne ohne weiteres das Ende der internationalen Karriere von "Le Chat" (der "Katze") bedeuten. "Ich denke, die Karriere von Benzema ist sehr, sehr, sehr in Gefahr", sagte der Journalist und Ex-Nationalspieler Jean-Michel Larqué. Der französische Verband (FFF) sprach dem Stürmer unterdessen seine Unterstützung aus. "Ich glaube, Benzema wird vorschnell verurteilt", meinte FFF-Boss Noël Le Graët.

Ihre Abwesenheit könnte die Chance für andere sein. Wie für Bayern Münchens Kingsley Coman. "Er war bei Juventus Turin, nun spielt er bei Bayern München. Trotz der großen Konkurrenz spielt er", sagte Deschamps und lobte die Qualitäten des 19-Jährigen. "Ich möchte ihn auch sehen, bevor ich meine endgültige Entscheidung treffe", sagte Deschamps und zeigte sich beim Blick auf die sportlichen Belange dann doch wieder redseliger.

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