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Fußball  

Meistermacher Thomas Doll ist im Feiermodus

08.04.2016, 11:45 Uhr | dpa

Fußball: Meistermacher Thomas Doll ist im Feiermodus. Thomas Doll führte Ferencvaros Budapest zum Meistertitel.

Thomas Doll führte Ferencvaros Budapest zum Meistertitel. Foto: Zsolt Czegledi. (Quelle: dpa)

Hamburg (dpa) - Erst Meistersause, nun Geburtstagparty: Thomas Doll kommt derzeit aus dem Feiern nicht heraus. Der frühere Bundesliga-Spieler und heutige Trainer von Ferencvaros Budapest wird 9. April 50 Jahre alt - und das als frischgebackener Champion.

Denn erst vor einer Woche führte der einstige HSV-Coach den Erstligisten nach zwölfjähriger Durststrecke in der ungarischen Liga zum Titel. Das gelang ihm sogar sechs Spieltage vor Saisonende. "Es ist ein herrliches Gefühl. Und der richtige Lohn nach zweieinhalb Jahren, in denen wir wirklich was aufgebaut haben", frohlockte Doll.

Die Erfolgsgeschichte für den gebürtigen Mecklenburger in Budapest startete im Dezember 2013. Nach eher ruhmlosen Stationen bei Genclerbirligi in der Türkei (2009/10) und Al-Hilal in Saudi-Arabien (2011/12) fand der Ex-Nationalspieler sein Trainer-Glück in Ungarn: "Ich habe wieder richtig Spaß", sagte er der "Bild"-Zeitung. "Der Ossi ist im Osten. Ich passe einfach hierher."

Bereits im vergangenen Jahr holte Doll, der auch als Coach bei Borussia Dortmund (2007/08) Station gemacht hatte, mit dem ungarischen Traditionsclub den Pokalsieg. Immer an seiner Seite: Co-Trainer Ralf Zumdick. Dass die ungarische Liga im internationalen Vergleich eine untergeordnete Rolle spielt, stört den ambitionierten Trainer nicht. "Egal in welchem Land du arbeitest, du musst überall abliefern."

Eine Devise, der Doll auch als Profifußballer folgte. Nach dem Ende der DDR setzte sich der Offensiv-Spieler als einer der wenigen Ostdeutschen auf allerhöchstem Niveau durch. Nach einem starken Jahr beim damals hoch verschuldeten Hamburger SV wechselte er für die Rekordablöse von 15 Millionen Mark zu Lazio Rom in die Serie A - und überzeugte auch in Italien.

Später kehrte der 47-malige Nationalspieler (29 Mal DDR-, 18 Mal DFB-Auswahl) nach Deutschland zu Eintracht Frankfurt und anschließend zum HSV zurück. Eine Verletzungsserie leitete dann das Ende seiner Karriere ein. 2001 gab Doll als Coach im HSV-Nachwuchsbereich sein Debüt. 15 Jahre später holte er seinen ersten Meistertitel. Trotz einiger Angebote will er seinen Vertrag bei Ferencvaros bis Sommer 2017 erfüllen. "Ich hatte viele Anfragen aus Deutschland und dem Ausland. Aber ich habe schon im Winter zu unserem Präsidenten gesagt, dass ich das durchziehen möchte. Für mich ist das eine unglaublich reizvolle Aufgabe."

Auf den beiden Titeln will er sich nicht ausruhen. Die Planung für die neue Saison läuft schon, die Planung für die Geburtstagsfeier ist hingegen abgeschlossen. "Das gibt eine große Party mit 60, 70 Leuten", sagte Doll zum Eintritt in den Club der 50er.

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