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AFC Wimbledon feiert Traum-Aufstieg in 3. Liga

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Ihr Star wiegt über 100 Kilo  

England feiert das nächste Fußballmärchen

01.06.2016, 12:21 Uhr | sid

AFC Wimbledon feiert Traum-Aufstieg in 3. Liga. Pure Power: Adebayo Akinfenwa (li.) und sein Teamkollege Lyle Taylor vom AFC Wimbledon. (Quelle: imago)

Pure Power: Adebayo Akinfenwa (li.) und sein Teamkollege Lyle Taylor vom AFC Wimbledon. (Quelle: imago)

Auf den ersten Blick sind sie vom Sensationsmeister Leicester City kaum zu unterscheiden: Das Team trägt blaue Trikots, reckt einen silbernen Pokal in die Höhe und feiert eine märchenhafte Fußball-Geschichte. Die Mannschaft, die diesmal feiert: der Viertligist AFC Wimbledon. Sie hat den Aufstieg in die 3. englische Liga geschafft.

Das Besondere am AFC: Der Verein ist erst 2002 von ehemaligen Fans des insolventen FC Wimbledon neu gegründet und seinerzeit in der neunten Liga, der Combined Counties League, eingestiegen.

Koloss Akinfewa: "Stoff, aus dem Träume sind"

Nun bezwang die Mannschaft aus dem Südwesten Londons im Play-off-Finale der League Two Plymouth Argyle mit 2:0 (0:0) durch Tore von Lyle Taylor (78.) und Sturm-Koloss Adebayo Akinfenwa (90. + 11.). Damit machten sie vor sage und schreibe 57.956 Fans im Wembley-Stadion den sechsten Aufstieg in 14 Jahren perfekt. In der Hauptrunde hatten die Wombleys als Siebter nur knapp das Ticket für die Aufstiegs-Play-offs-gelöst.

Der 34-jährige Torschütze Akinfenwa, der durch sein Gewicht von über 100 Kilo als "stärkster Fußball-Profi der Welt" gefeiert wird, freute sich nach dem Triumph: "Das ist der Stoff, aus dem Träume sind. Ein Tor schießen, gewinnen. Es ist ein wunderbares Gefühl."

Neugründung, Spieler wurden gecastet

Der traditionsreiche, aber insolvente Vorgänger des AFC, der FC Wimbledon, war 2002 ins 90 Kilometer entfernte Milton Keynes umgezogen und hatte sich wenig später in Milton Keynes Dons umbenannt.

Also gründeten die Fans einen neuen im Stadtteil beheimateten Verein und casteten bei einem Probetraining aus 500 Fußballern 20 Spieler.

"Erst war es eine Schnapsidee"

Bereits zum ersten Freundschaftsspiel im Juli 2002 strömten mehr als 4500 Zuschauer. Der erste Präsident wurde Fan Kris Stewart: "Erst war es eine Schnapsidee. Dann wollten wir uns das Spiel zurückholen."

Bereits in der ersten Spielzeit erreichte der AFC den dritten Platz, in der darauffolgenden Saison holte man ohne eine einzige Niederlage den Meistertitel. Der lange Marsch durch die Ligen begann - jetzt fand er durch den Aufstieg in die Football League One vorerst seinen Höhepunkt.

Der Fan will kein Kunde sein

Wimbledon stellt, in Zeiten immer anonymerer und gigantischerer Superklubs, ein Gegengewicht dar. Viele Fans sehnen sich nach Mitbestimmung, Authentizität und Nähe. Die überbezahlten Stars werden dem Normalverdiener immer fremder, und der Zuschauer will nicht mehr Kunde, der Verein soll kein Produkt mehr sein, das vermarktet wird. Die teuren Tickets halten die Fans zunehmend von den Profiligen ab, und ziehen sie in die Stadion, in denen die Stadionwurst noch zwei Euro kostet.

Besonders brisant ist nun: In der kommenden Saison trifft Wimbledon in der 3. Liga auf den Erzrivalen Milton Keynes Dons, der aus der Championship abgestiegen ist.

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