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Real Madrid steht kurz vor historischem Rekord

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Liga als Primärziel  

Real Madrid will endlich die Erlösung

21.09.2016, 07:21 Uhr | t-online.de

Real Madrid steht kurz vor historischem Rekord. Real-Star Cristiano Ronaldo (2.v.li.) wird von seinen Teamkollegen gefeiert. (Quelle: imago/Agencia EFE)

Real-Star Cristiano Ronaldo (2.v.li.) wird von seinen Teamkollegen gefeiert. (Quelle: Agencia EFE/imago)

Aus Spanien berichtet Florian Haupt

Der Wechsel wirkte so beiläufig wie bei einem Freizeitspiel. Toni Kroos kam in der 19. Minute auf den Platz. Nicht mal zum Warmlaufen hatte man ihn zuvor geschickt, obwohl Kollege Casemiro in der Partie bei Espanyol Barcelona schon seit Minuten nur noch gehumpelt war.

Egal. Alle Spieler von Real Madrid könnte man derzeit wohl auch mitten in der Nacht wecken, und sie würden immer dasselbe tun: gewinnen.

16 Ligasiege am Stück stehen nach dem 2:0 bei Espanyol zu Buche. Damit wurde gleichzeitig der alte Klubrekord von 1960/61 überboten sowie der spanische Rekord des FC Barcelona (2010/11) eingestellt. Am heutigen Mittwoch beim Heimspiel gegen Villarreal kann eine neue Bestmarke etabliert werden. Real vor Barcelona, das wird am Königshof immer besonders goutiert. Es müsste halt nur auch im Abschlussklassement mal wieder so aussehen.

Liga das wichtigste Ziel

Ja, bei Real sprechen sie am liebsten über den Europacup der Landesmeister bzw. die Champions League, wie er mittlerweile heißt. Der Kontinenalpokal machte den Klub berühmt, an den elf Titeln misst sich seine Grandezza. Doch ausnahmsweise liegen diese die Dinge in dieser Spielzeit ein bisschen anders. Natürlich würde man gern als erster Verein die Trophäe im heutigen Format verteidigen. Aber, wie Trainer Zinédine Zidane klarstellte: "Das wichtigste Ziel diese Saison ist die Liga."

Barça hatte zuletzt klar die Nase vorn

Sechsmal war Barça in den letzten acht Jahren Meister, einmal nur Real Madrid. Der Rekordtitelträger erlebt damit seine schwächste Strähne seit den 1940er Jahren, und das ausgerechnet im Zeitalter der Megaklubs, in dem mit der rühmenswerten Ausnahme von Atlético Madrid (2013/2014) sowieso nur noch die beiden Granden für den Titel kandidieren.

Real 1, Barça 6: nur mit der Existenz von Lionel Messi und Barcelonas Ausnahmegeneration will man sich das in Madrid nicht erklären. Der eigene Kader ist ja kaum schlechter, immerhin reichte es 2014 und 2016 zum Gewinn der Champions League. Was in all der Zeit jedoch zuverlässig fehlte, war Stabilität.

Rekord ohne Aussagekraft

Insofern hat natürlich auch der aktuelle Rekord nicht allzu viel Aussagekraft. Unter Carlo Ancelotti stürmten die Madrilenen in der Saison 2014/15 sogar mal zu 22 Siegen am Stück in allen Wettbewerben, trotzdem wurde die Spielzeit ohne Titel beendet: als die schweren Gegner kamen gab es ein paar Verletzungen, Punktverluste und damit die üblichen Debatten. Schließlich war es mit der Brillanz schnell dahin.

Nun sind erst vier Spieltage absolviert, der Großteil der Erfolgsserie geht noch auf die letzte Saison zurück. "Wir haben noch nichts gewonnen, es wird ein sehr langer und schwerer Weg", sagte Zidane. "Es wird Komplikationen geben. Jetzt scheint gerade alles gut, aber so etwas ist nie von Dauer."

Barça und Atlético patzten

Immerhin, die Konkurrenten Barcelona und Atlético haben bereits gepatzt und liegen drei beziehungsweise vier Punkte zurück. Am Mittwochabend  treffen sie direkt aufeinander und könnten weiter an Boden verlieren. Real hat nach seinem perfekten Start die Chance, das Rennen von der Spitze zu dominieren. Resultat um Resultat. So wie bisher. Auch wenn es mit Brillanz meist nicht weit her ist.

Unter dem Trainernovizen Zidane wirkt Real kurioserweise eher wie das Team eines alten Routiniers. Kein Vergleich zum Barcelona des jungen Pep Guardiola, dessen Rekord er jetzt egalisierte. Weder taktische Innovationen sind zu sehen noch ein besonderer Überschwang. Dafür erledigt die Zidane-Elf ihre Aufgaben umso zuverlässiger und erweist sich bisher als äußerst belastbar für Unwägbarkeiten jeder Art. Bei den 16 Siegen stand Cristiano Ronaldo fünfmal nicht in der Startformation, Gareth Bale sechsmal nicht. Zuletzt bei Espanyol fehlten beide.

Effektiv ohne Spektakel

Der Erfolg in der Barceloneser Vorstadt kann als archetypisch gelten für die geschäftsmäßige Abwicklung vieler Partien. Am Ende einer ersten Halbzeit, während der Espanyol gefährlicher war, erzielte James Rodríguez aus dem Nichts mit einer Einzelaktion das Führungstor. Die zweite Halbzeit wurde dann gekonnt heruntergespielt, das 2:0 durch Karim Benzema inklusive."Diese Mannschaft hat eine Chance und macht daraus zwei Tore", konstatierte Ex-Klubkapitän Manolo Sanchís im Radio. "Die alte Redensart gilt mehr denn je", ergänzte "Marca"-Kolumnist Roberto Palomar: "Wer Spektakel will, soll in den Zirkus gehen".

Der gute Gaul springt nur so hoch, wie er muss, ließe sich aus der Abteilung der Volksweisheiten noch hinzufügen. Generationen von Spitzenteams haben so ihre Meisterschaften erwirtschaftet. Für das normalerweise im Guten wie im Schlechten eher zirkuslastige Real ist dieser Pragmatismus neu. "Sie pressen und bekämpfen den Raum wie eine kleine Mannschaft", hat Espanyol-Trainer Quique Sánchez Flores beobachtet: "Und wenn eine große Mannschaft das macht, wird es (für die Gegner) schwierig. Denn die individuelle Qualität geht dadurch ja nicht verloren."

Unaufgeregte Rotationspolitik

Seinen Profis ein verlässliches Arbeitsethos eingeimpft zu haben, ist ein Schlüsselbeitrag von Zidane. Ein anderer ist seine unaufgeregte Rotationspolitik. Die zwölf Liga-Saisontore von elf verschiedenen Spielern erzielt. Alle sind zufrieden.

Doch mit der Harmonie kann es im Fußball und sowieso bei Real ja schnell vorbei sein – zumal, wenn die ersten Stolpersteine der Saison warten. Nach dem Heimspiel gegen den Vorjahresvierten Villarreal geht es am Samstag zum Überraschungsteam Las Palmas und danach in der Champions League zu Borussia Dortmund. Schon die vergangene Woche zeigte, dass die Siegesroutine auf wackligeren Beinen steht, als es scheinen mag: Gegen Sporting Lissabon in der Champions League brauchte es zwei sehr späte Tore zum 2:1-Sieg. Bei Espanyol wiederum wandelte Sergio Ramos beim Stand von 0:0 am Rande des Platzverweises, als er, bereits verwarnt, einen Schuss wohl mit der Hand abwehrte und danach gekonnt vorspielte, im Gesicht getroffen worden zu sein.

Für die Rivalen Madrids war der ausbleibende Pfiff mal wieder Wasser auf die Mühlen – was ihre These angeht, nach so vielen Jahren ohne Meisterschaft würde schon dafür gesorgt, dass der Rekordchampion mal wieder an der Reihe sei. "Gefährlich präpariert zugunsten Reals" sah Atlético-Trainer Diego Simeone die Liga schon vor der letzten Ausgabe. Dass es am Ende anders kam, hat den Hang zu Verschwörungstheorien nicht gemindert. Auch in dieser Hinsicht wird es noch eine lange Saison.

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