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Kommentar zum Transfer-Wahnsinn: Neymar ist nur die Spitze des Eisbergs

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Kommentar zum Transfer-Wahnsinn  

Neymar ist nur die Spitze des Eisbergs

04.08.2017, 20:41 Uhr | Benjamin Zurmühl, t-online.de

Kommentar zum Transfer-Wahnsinn: Neymar ist nur die Spitze des Eisbergs. Neymars Wechsel löst eine Lawine aus, die noch schlimmer als der Rekordtransfer ist. (Quelle: imago/ZUMA Press)

Neymars Wechsel löst eine Lawine aus, die noch schlimmer als der Rekordtransfer ist. (Quelle: ZUMA Press/imago)

Die Ablösesumme für Neymar ist schwer zu begreifen. 222 Millionen Euro für einen Spieler – unfassbar. Trotzdem ist der Transfer nur die Spitze des Eisbergs. Das Schlimmste haben wir noch vor uns.

Ein Kommentar von Benjamin Zurmühl

Egal, welcher Trainer oder Spieler in den letzten Tagen nach dem Neymar-Transfer befragt wurde, Verständnis gab es kaum. Christian Streich sagte beispielsweise: "Der Gott des Geldes wird immer größer und irgendwann verschlingt er alles. Aber die meisten werden es erst merken, wenn alles verschlungen wird." Damit hat er zwar vollkommen recht, doch ein Trainer-Kollege von ihm erkannte das noch größere Problem – José Mourinho.

Neymar sei einer der besten Spieler der Welt und auch aus kommerzieller Sicht sehr stark, so Mourinho. Deshalb sei der Brasilianer an sich "nicht teuer". Auch wenn ich ihm dabei widerspreche, denn 222 Millionen Euro sind schlichtweg zu viel, gebe ich ihm an einem anderen Punkt zu einhundert Prozent recht. Mourinho sagt: "Ich glaube nicht, dass Neymar das Problem ist, es sind die Konsequenzen nach Neymar." Damit trifft er den Nagel auf den Kopf. Denn jetzt explodieren die Preise für Spieler, die ihr Geld keinesfalls wert sind.

Auch Köln litt unter dem Effekt

Die Situation ist klar: Barcelona braucht dringend einen Ersatz für Neymar. Für die Katalanen ist es Pflicht, um das Triple zu spielen. Doch jeder Klub weiß jetzt, dass Barça finanziell viele Möglichkeiten hat. Wenn der Verein nun für einen Spieler Interesse zeigt, wird dessen Klub eine Summe fordern, die mehr als überzogen ist.  

Das beste Beispiel für die Lage des FC Barcelona ist der 1. FC Köln. Auf der Suche nach einem Modeste-Nachfolger hatte Manager Jörg Schmadtke es schwer in den Verhandlungen. Jeder Verein wusste, dass Köln richtig Schotter zur Verfügung hat. Am Ende kaufte man Jhon Córdoba aus Mainz für 17 Millionen Euro. Die bisherige Bilanz des Kolumbianers: 51 Bundesliga-Spiele, zehn Tore. Mainz ging als klarer Gewinner aus der Verhandlung.

Mainz-Sportdirektor Rouven Schröder: "Die kriegen vielleicht 40 Millionen für Modeste aus China. Und dann soll ich sagen: ,Weil ihr so lieb seid, kriegt ihr Córdoba für 6?‘ Sicher nicht!" Eine klare Ansage, die vollkommen verständlich ist, aber auch die Aussage von José Mourinho bestätigt. Denn, wer ist seinen Preis mehr Wert? Jhon Córdoba, der fünf Tore im letzten Jahr erzielte oder Anthony Modeste, der fünfmal so oft traf und Köln im Alleingang nach Europa schoss?

"Das ist das Problem"

Verstehen Sie mich nicht falsch. Halte ich Neymar für zu teuer? Auf alle Fälle – kein Spieler ist 222 Millionen Euro wert. Doch wird er der überteuertste Transfer des Sommers sein? Wahrscheinlich nicht. Spanische Medien berichten bereits, dass Barça überlegt, die Ausstiegsklausel für Antoine Griezmann (200 Millionen Euro) zu zahlen.

Auch Ousmane Dembélé steht oben auf dem Zettel. Der BVB wird ihn laut "Bild"-Informationen nicht für unter 100 Millionen Euro gehen lassen. Ohne Frage, Dembélé ist ein großartiger Fußballer und hat eine tolle Zukunft vor sich, aber die kolportierte Summe ist erschreckend. Wie hatte José Mourinho es gestern angekündigt: "Es wird nun mehr Spieler geben, die 100 Millionen kosten. Und auch mehr Spieler, die 80 Millionen kosten, oder 60 Millionen. Das ist das Problem". Besser hätte man es kaum ausdrücken können.

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