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Fußball - Neymar will Titel mit PSG: "Nie von Geld motiviert"

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Fußball  

Neymar will Titel mit PSG: "Nie von Geld motiviert"

04.08.2017, 17:47 Uhr | dpa

Fußball - Neymar will Titel mit PSG: "Nie von Geld motiviert". Rekordspieler und Geldgebe: Neymar (r) und PSG-Clubchef Nasser Al-Khelaifi.

Rekordspieler und Geldgebe: Neymar (r) und PSG-Clubchef Nasser Al-Khelaifi. Foto: Michel Euler. (Quelle: dpa)

Paris (dpa) - Am Tag nach seinem Rekord-Transfer saß der teuerste Fußballer der Welt im schicken Designer-Anzug im Pariser Prinzenpark und plauderte entspannt über Geld.

"Ich war nie von Geld motiviert", sagte der 25 Jahre alte brasilianische Nationalspieler Neymar über seinen Wechsel vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain, der mit einer Ablösesumme von 222 Millionen Euro eine neue Dimension auf dem Transfermarkt bedeutet. In Paris wurde der Angreifer euphorisch begrüßt, in Barcelona begann schon die Suche nach einem Nachfolger, die ein neues Transfer-Beben auslösen könnte.

Der neue PSG-Superstar weckte an seinem ersten Arbeitstag in Frankreich Begeisterung und Hoffnung auf den lang ersehnten Königsklassen-Titel. Vor dem Fanshop auf dem Prachtboulevard Champs-Élysées bildeten sich lange Fan-Schlangen, die Zeitung "L'Èquipe" urteilte: Dieser "Gigant des Sports und des Marketings" werde die Ligue 1 "auf eine neue Dimension hieven". PSG-Präsident Nasser al-Chelaifi tönte: "Neymar hat mit uns unterschrieben, um alle möglichen Trophäen zu gewinnen."

Dem Fußballer scheinen die hohen Erwartungen nichts auszumachen, der Superstar zeigte sich bei seiner öffentlichen Vorstellung entspannt und gut gelaunt. Neymar versicherte, es sei für ihn keine Bürde, mit der Rekord-Ablöse von 222 Millionen Euro der teuerste Spieler der Welt zu sein. Bereits am Samstag könnte er mit den neuen Teamkollegen Julian Draxler und Kevin Trapp im Ligaspiel gegen Aufsteiger Amiens SC auf dem Platz stehen. "Ich bin wirklich hungrig auf Fußball", sagte er. "Ja, ich bin bereit. Falls ich spielen kann, warum nicht."

PSG ist mit Neymar nicht nur in der französischen Meisterschaft zum klaren Favoriten aufgestiegen, auch in der Königsklasse steigen die Chancen der Franzosen auf den ersehnten Coup. Neymars Ex-Club FC Barcelona dagegen dürfte sich mit den Rekord-Transfereinnahmen auf die Suche nach einem Nachfolger für den Brasilianer machen. Als mögliche Kandidaten wurden Borussia Dortmunds Ousmane Dembélé, Kylian Mbappé von AS Monaco und Liverpools Philippe Coutinho gehandelt.

Al-Chelaifi präsentierte den Neuzugang stolz als "besten Spieler der Welt". Vorwürfe über einen Verstoß des Vereins gegen das Financial Fairplay der UEFA wies er dagegen strikt zurück. "Wer auch immer über Financial Fairplay nachdenkt: Bitte geht einen Kaffee trinken und macht euch keine Sorgen, wir sind in guten Händen."

Dennoch wurde erneut Kritik an der Rekord-Ablöse laut. Mit 222 Millionen zahlte PSG mehr als doppelt so viel wie Manchester United beim bisherigen Rekordtransfer von Paul Pogba 2016. Die Spielergewerkschaft FIFPro forderte eine Reform der Transferregeln. "Der "überhöhte und verzerrte Markt" und die eskalierenden Summen hätten die Wettbewerbs-Balance zerstört. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin erklärte, der Verband prüfe derzeit "verschiedene konkrete Maßnahmen", die für eine größere sportliche Balance sorgen könnten.

Das Financial Fairplay der UEFA hat keine unmittelbaren Auswirkungen auf den Transfer - könnte für PSG jedoch in Zukunft Strafen bis zum Ausschluss von internationalen Wettbewerben oder die Aberkennung von Titeln nach sich ziehen. Clubs dürfen sich gemäß Financial Fairplay derzeit für den Zeitraum von drei Jahren einen Verlust von insgesamt 30 Millionen Euro erlauben. Die Ablösesumme für Neymar hat der Verein nach Angaben al-Chelaifis komplett selbst gezahlt. Zuvor war spekuliert worden, PSG könne mit Hilfe von Sponsorenverträgen versuchen, das Financial Fairplay der UEFA zu umgehen.

Auch Borussia Mönchengladbachs Manager Max Eberl kritisierte die Summen des Neymar-Transfers. "Da sind Dimensionen erreicht, die nicht mehr nachvollziehbar sind und die ich für gefährlich halte", sagte er in einem Interview der "Welt". Auch in Frankreich gab es Kritik und Empörung. "Der Fußball verfällt in Maßlosigkeit", titelte etwa die konservative Zeitung "Le Figaro" am Freitag.

Der Katari al-Chelaifi hält die Millionen-Ablöse allerdings für eine gute Investition. Neymar sei eine Marke. Er glaube nicht, dass es ein teurer Transfer sei, sagte er am Freitag. "Denn ich bin sicher, wir werden mehr Geld verdienen, als wir bezahlt haben."

Medienberichten zufolge soll Neymar in Paris pro Jahr 30 Millionen Euro netto kassieren. Der 77-malige Nationalspieler betonte jedoch, es gehe ihm bei PSG um "neue Herausforderungen". "Es war eine der schwierigsten Entscheidungen, die ich jemals getroffen habe", sagte er. "Mein Herz hat mir gesagt: Ja, geh zu PSG."

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