Schwere Vorwürfe gegen Ex-Fifa-Boss

US-Torhüterin Solo: "Blatter griff mir an den Hintern"

11.11.2017, 17:38 Uhr | t-online.de

Hope Solo und Sepp Blatter beim Ballon d'Or 2013.

Die ehemaligen US-Nationaltorhüterin Hope Solo erhebt schwere Vorwürfe gegen Sepp Blatter. Der langjährige Fifa-Präsidenten soll sie sexuell belästigt haben.

Konkret geht es um einen Vorfall bei der Verleihung des Ballon d’Or im Jahr 2013: "Blatter griff mir an den Hintern", erklärte die 36-Jährige der portugiesischen Zeitung "Expresso".

Blatter dementiert Solos Vorwürfe

Der Vorfall, den Solo auf Nachfrage der englischen Tageszeitung "The Guardian" bestätigte, soll sich bei der Weltfußballerwahl 2013 zugetragen haben. Blatter wies die Anschuldigungen zurück, das sei "lächerlich und absurd", teilte er der französischen Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP) mit.

Ein Sprecher Blatters hatte sich zuvor ähnlich geäußert. "Die Vorwürfe sind so lächerlich wie der Penalty für die Schweizer Nationalmannschaft am Donnerstag", sagte Blatter-Sprecher Thomas Renggli dem Boulevard-Blatt Blick.

Solo: "Das passiert nicht nur in Hollywood"

Laut der 202-maligen Nationalspielerin Solo sei der Vorfall keine Ausnahme im Frauenfußball: "In meiner ganzen Karriere habe ich so etwas erlebt. Das passiert nicht nur in Hollywood." Zuletzt hatte es in der US-Filmfabrik diverse Anschuldigungen unter anderem gegen den mächtigen Filmproduzenten Harvey Weinstein, aber auch Stars wie Kevin Spacey oder Dustin Hoffman gegeben.

"Ich war geschockt", sagte Solo über den Vorfall, allerdings habe sie sich zusammenreißen müssen, weil sie kurz danach die Bühne betreten musste. Auf die Frage, warum sie sich nicht früher geäußert habe, erklärte sie: "Ich konfrontiere Leute direkt." Allerdings habe sie Blatter seitdem nie wiedergesehen.

Blatter war zusammen mit dem früheren UEFA-Präsidenten Michel Platini im Jahr 2015 von der Ethik-Kommission des Weltverbandes FIFA gesperrt worden. Der Internationale Sportgerichtshof CAS hatte die von der FIFA-Berufungskommission von acht auf sechs Jahre reduzierte Sanktion Ende 2016 bestätigt.

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