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WM 2014 als große Chance für Brasilien

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Die WM 2014 als große Chance für Brasilien

14.12.2010, 10:16 Uhr | t-online, t-online.de

WM 2014 als große Chance für Brasilien. Santos statt Chelsea: Neymar spielt dank gewachsener Finanzkraft weiter in der Heimat. (Foto: imago)

Santos statt Chelsea: Neymar spielt dank gewachsener Finanzkraft weiter in der Heimat. (Foto: imago)

Eine Kolumne von Jonny Giovanni

So viel wurde in den vergangenen Tagen über Russland 2018 und vor allem Katar 2022 diskutiert, dass man schnell vergessen konnte, wo noch mal die nächste Weltmeisterschaft stattfindet. Genau: in Brasilien. Anders als bei den folgenden Turnieren wurde das Land des fünfmaligen Weltmeisters vor drei Jahren ohne Gegenkandidaten bestimmt und gilt unter den Fans weltweit als hervorragende Wahl. Wenn in England der Fußball zuhause ist, dann macht er in Brasilien am liebsten Urlaub. Dort eine WM – was kann es Größeres geben?

Ein Aspekt, der besonders für die neueren Märkte der Sportart in Osteuropa oder Arabien gilt, spielt allerdings auch in traditionellen Gefilden eine Rolle – die WM-Ausrichtung ist heutzutage praktizierte Fußball-Entwicklungspolitik. Der aktuelle deutsche Boom etwa ist ohne die Stadienneubauten vor der WM 2006 nicht denkbar. So wie die Bundesliga in ihrer Folge die italienische Serie A sportlich und finanziell sowie die spanische Primera Division mindestens finanziell überholt hat – so ist auch die Prognose für Brasilien sehr verheißungsvoll. Mit den neuen Stadien könnte das Brasileirao, die nationale Meisterschaft, mittelfristig zu den europäischen Spitzenligen aufschließen.

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Neue Zielgruppen durch Neubauten

So wird beispielsweise das bekannteste Stadion des Landes, das Maracana, für die WM 2014 vollumfänglich modernisiert: Überdachung, Parkplätze, VIP-Logen, et cetera. Die vier großen Vereine aus Rio de Janeiro – Flamengo, Fluminense, Botafogo und Vasco da Gama – dürften davon entscheidend profitieren, in Quantität wie (wirtschaftlicher) Qualität der Zuschauer. In verfallenden und bisweilen gefährlichen Arenen war der Stadionbesuch in Brasilien bislang vor allem eine Angelegenheit für männliche Fans aus den niederen Schichten. Mit neuem Komfort und neuen Sicherheitsstandards könnte nun die Erweiterung der Zielgruppe vonstatten gehen, die Länder wie England oder Deutschland im vergangenen Jahrzehnt erlebt haben – auf Frauen, Kinder und Wohlhabende. Denn auch von letzteren gibt es unter den 190 Millionen Brasilianern immer mehr.

Brasiliens Aufschwung macht sich bemerkbar

Das Riesenland zwischen Tropen, Anden und Atlantik durchlebt ein Zeitalter der Prosperität, selbst die Weltfinanzkrise ging an ihm fast spurlos vorüber. International gilt es nicht mehr nur als regionale Großmacht, sondern wird als bedeutender Global Player hofiert. Und auch im Fußball lässt sich der Aufschwung bereits festmachen. Die Einnahmen der Klubs stiegen in den letzten vier Jahren um rund zwei Drittel, die Spielergehälter sogar um 80 Prozent. Sponsoren zahlen mehr, der Werbewert erhöht sich, die TV-Gelder nehmen zu. Fehlen nur noch ähnlich hohe Einnahmen aus Heimspielen, wie sie die Spitzenklubs in Europa erzielen – und Brasilien könnte im Fußball irgendwann von einem Export- zu einem Importland werden.

Auf dem Spielermarkt jedenfalls ist von Experten wie Bayer Leverkusens Kadermanager Michael Reschke schon eine neue Lage registriert worden. "Der brasilianische Markt wird stärker und damit für uns schwieriger", sagte er, wobei mit "uns" die europäischen Vereine an sich, aber insbesondere auch ein Klub wie Leverkusen gemeint ist, der mit Chefscout Reschke oft besonders gute Geschäfte mit Brasilianern gemacht hat – von Tita in den 1980er Jahren über Jorginho, Paulo Sergio oder Lucio bis hin zu einem aktuellen Star wie Renato Augusto. Der kam 2008 nach Leverkusen, und Reschke sagt heute über solche Transfers: "Wenn es vor zwei Jahren schon schwer war, ist es jetzt noch schwerer."

Santos bindet Super-Talent Neymar langfristig

Erstmals seit Jahren spielen etwa einige aktuelle Nationalspieler noch in der Heimat, wie Spielmacher Ganso und Stürmer Neymar, beide vom FC Santos. Bei letzterem zeigt sich exemplarisch, wie es brasilianische Klubs inzwischen schaffen, zumindest bis zu einem gewissen Level mit Offerten aus Europa mitzuhalten. Im Sommer wollte der FC Chelsea das Angriffstalent verpflichten und war bereit, dafür 30 Millionen Euro auszugeben. Doch Santos fuhr alle Geschütze auf und gewann ihn schließlich für eine Vertragsverlängerung bis 2014. Mithilfe von Sponsoren wurde sein Jahressalär auf rund 3,5 Millionen Euro erhöht, dazu wurde ein persönlicher Marketingmanager engagiert, der ihn zum neuen Gesicht des brasilianischen Fußballs machte. Im Paket mit den Werbeverträgen verdient Neymar jetzt schon ähnlich fürstlich wie in Europa – dabei ist er gerade mal 18.

Ronaldo-Deal zeugt von Finanzkraft

Ebenfalls dank privater Sponsoren und diverser Einnahmebeteiligungen gelang es Corinthians Sao Paulo vor zwei Jahren, den Nationalheros Ronaldo unter Vertrag zu nehmen. Der befindet sich mit 34 am anderen Ende der Alterskala, dennoch erzählt auch dieser Deal etwas über die gewachsene Finanzkraft der brasilianischen Liga. Noch vor ein paar Jahren hätte einer wie Ronaldo die Karriere eher in den USA, Japan oder Katar ausklingen lassen. Unter den neuen Gegebenheiten kommt er auch in der Heimat auf Jahreseinnahmen von rund sechs Millionen Euro.

Noch aussagekräftiger ist aber vielleicht, dass nicht nur ganz junge und ganz alte Topspieler zuhause in Brasilien ihr Geld verdienen. Sondern auch so mancher aus der Altersgruppe dazwischen wie der 27-jährige Stürmer Fred bei Fluminense oder der 29-jährige Mittelfeldmann Elano bei Santos. Sie sind womöglich Vorboten für eine Zeit, wo es nicht mehr automatisch so aussieht wie diese Woche bei der Klub-WM in Dubai. Dort tritt zwar auch der brasilianische Copa-Libetadores-Sieger Internacional Porto Alegre mit bekannten Namen an, etwa Andres D’Alessandro (Ex-Wolfsburg), Tinga (Ex-Dortmund) oder Rafael Sobis (Ex-Betis Sevilla). Die größten brasilianischen Stars spielen jedoch beim Gegner. Julio Cesar, Lúcio und Maicon kicken für Champions-League-Sieger Inter Mailand 

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