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Platini stärkt FIFA-Boss Blatter den Rücken

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Platini: Blatter ist weder Teufel noch Engel

02.07.2011, 12:35 Uhr | sid

Platini stärkt FIFA-Boss Blatter den Rücken. Fürsprecher: Michel Platini (links) nimmt Joseph Blatter in Schutz. (Foto: imago)

Fürsprecher: Michel Platini (links) nimmt Joseph Blatter in Schutz. (Foto: imago)

Michel Platini stärkt Joseph Blatter den Rücken. Gleichzeitig brachte sich der UEFA-Präsident als Nachfolger für den umstrittenen FIFA-Boss ins Gespräch. Im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" kündigte der Franzose an, dass er sich vorstellen kann, in vier Jahren Blatter als Chef des Fußball-Weltverbandes zu beerben. Eine vorzeitige Ablösung des in die Kritik geratenen Schweizers zieht Platini aber ebenso wenig ins Kalkül wie eine Revolte gegen den 75-Jährigen.

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Im vergangenen Monat hatte Platini stets sein Desinteresse am höchsten Posten im Fußball betont, wohl auch, um seinen ehemaligen "Boss" Blatter nicht in den Rücken zu fallen. Nun ist der Chef des europäischen Verbandes, in dessen Heimat 2016 die EM-Endrunde stattfindet, offenbar bemüht, sich frühzeitig in Stellung zu bringen.

"Korrupt ist er sicher nicht"

Zunächst gilt es aber, Blatter in Schutz zu nehmen, der vor vier Wochen trotz der harschen Kritik an seiner Person für vier weitere Jahre als FIFA-Präsident wiedergewählt worden war. "Es sind viele Anschuldigungen an Blatter gerichtet worden, die unfair und unzutreffend waren. Vielleicht, weil manche meinten, als FIFA-Präsident wäre er für alles verantwortlich, was in der FIFA geschieht. Aber wenn es Fälle von Korruption gegeben hat, dann sicher nicht im direkten Zusammenhang mit Blatter. Man kann kritisieren, wie Blatter die FIFA managt, aber korrupt ist er ganz sicher nicht", sagte Platini über den Schweizer.

"Blatter ist nicht der Teufel, und er ist auch kein Engel", fügte der Franzose an. Platini ist davon überzeugt, dass Blatter nach wie vor der richtige Mann ist, um das schlechte Image des Weltverbandes zu verbessern. "Er hat mir versprochen, die FIFA zu reinigen. Wenn er in der Geschichte bleiben möchte, muss er die FIFA säubern", sagte Platini.

Beim großem Ärger müsste Platini überlegen

Der frühere Weltklassespieler, der von 1998 bis 2002 als Berater Blatters gearbeitet hat, hofft, dass die FIFA in der Lage ist, ihre Probleme intern zu lösen. "Meiner Meinung nach muss die Veränderung von innen durch die FIFA kommen, und nicht von außen. Wir haben Gremien, die dafür zuständig sind", so der Franzose, der sich vorstellen kann, eines Tages Blatter als FIFA-Präsident zu beerben.

Platini werde sich aber nicht für diesen Posten aufdrängen. "Ich bin doch gerade erst als UEFA-Präsident wiedergewählt worden. Es bleibt noch viel Zeit, bis diese Entscheidung getroffen werden muss. Ich fühle mich in der UEFA sehr wohl. Wieso sollte ich um einen neuen Posten kämpfen, wenn es mir Spaß macht, den alten fortzuführen. Ich dränge niemanden aus seinem Amt", sagte der 56-Jährige, der aber hinzufügte: "Wenn Blatter sagt, er höre auf, dann ist das etwas anderes. Wenn plötzlich ganz, ganz, ganz, ganz großer Trouble entstünde, müsste ich dann noch mal überlegen. Aber ich gehe davon aus, dass sich die Frage erst in vier Jahren stellt."

Weiter Fragen um Vergabe der WM 2022

Möglicherweise kann dies auch früher sein, denn vor allem die Vergabe der WM-Endrunde 2022 an Katar lässt nach wie vor viele Fragen offen. Der Verdacht der Bestechung schwebt weiter wie ein Damoklesschwert über der FIFA. Blatter will unter anderem mit Hilfe des niederländischen Fußball-Idols Johan Cruyff, des früheren US-Außenministers Henry Kissinger und von Startenor Placido Domingo die Probleme Schritt für Schritt beheben.

DFB-Präsident Theo Zwanziger will zudem nach der Frauen-WM in Deutschland möglichst zügig die Vergabepraktik der WM 2022 überprüfen lassen, wobei er auch staatliche Strafverfolgungsbehörden ins Spiel gebracht hat. Exekutiv-Mitglied Zwanziger will ebenso wie Platini für mehr Transparenz und Demokratie in der FIFA sorgen. "Vielleicht haben wir dem Präsidenten wirklich zu viel Macht gegeben. Wir müssen uns um diesen Punkt kümmern", sagte Platini.

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