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Deutschland - Argentinien: DFB-Team will die Fans für sich gewinnen

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DFB-Team will die Fans für sich gewinnen

15.08.2012, 11:40 Uhr | sid

Deutschland - Argentinien: DFB-Team will die Fans für sich gewinnen. Duell der Mittelfeldstars Mesut Özil (li.) und Lionel Messi.

Duell der Mittelfeldstars Mesut Özil (li.) und Lionel Messi.

Den markigen Worten ihres Trainers muss die deutsche Nationalmannschaft bereits im ersten Länderspiel der neuen Saison Taten folgen lassen. Nach der Grundsatzrede von Joachim Löw, in der er seine Profis gegen vielerlei Vorwürfe vehement verteidigt hat, stehen die Aushängeschilder des deutschen Fußballs gegen den zweimaligen Weltmeister Argentinien (ab 20.30 Uhr im t-online.de Live-Ticker) in der Pflicht.

"Wir wollen im eigenen Stadion die Fans begeistern und direkt wieder auf unsere Seite ziehen. Jeder wird sein Bestes geben, wir wollen nicht nur gewinnen, sondern auch einen guten Fußball spielen", sagte Sami Khedira. Der Real-Profi weiß, dass die DFB-Auswahl nach dem enttäuschenden EM-Halbfinal-Aus gegen Italien und den anschließenden Hymnen-, Memmen- und Luxus-Diskussionen nun in der Bringschuld ist und hofft auf den 500. Länderspiel-Sieg der DFB-Geschichte.

WM 2014 - Videos 
"Das war schon teilweise beleidigend"

Khedira legt nach Bundestrainer Löws Kritik nach. Video

Zwei Jahre Zeit zum Weiterentwickeln

Auch Marco Reus ist sich dieser hochbrisanten Situation bewusst, will aber nicht groß nachkarten. "Die Sache ist gegessen. Wir wollen einen richtigen Neustart machen und damit gegen Argentinien anfangen", sagte der Neu-Dortmunder, der vor dem Anpfiff als Deutschlands Fußballer des Jahres ausgezeichnet wird. Reus und Khedira betonten aber unisono, dass die Nationalmannschaft wieder "geiler auf ein Tor, geiler auf einen Sieg" werden müsse.

Reus warnte aber davor, nur wegen der Niederlage gegen Italien "alles schlecht zu machen, was vorher gut war." Der 23-Jährige glaubt ebenso wie Khedira fest daran, dass die Mission mit dieser Mannschaft noch nicht beendet ist und 2014 bei der WM der Titel möglich ist. "Wir haben große Ziele und werden dafür hart arbeiten", versprach Reus, und Khedira betonte mit entschlossenem Blick: "Wir wissen, dass die Qualifikation kein Selbstläufer wird. Aber wir haben jetzt zwei weitere Jahre Zeit, um uns weiterzuentwickeln. Wir werden im nächsten Abschnitt bis zur WM 2014 noch besser und sind dann vielleicht auch reif für den Titel."

Echter Gradmesser für die WM-Qualifikation

Dass für diesen Weg Löw als Bundestrainer der richtige Mann ist, stellte er im selben Atemzug klar: "Wir vertrauen ihm weiter zu einhundert Prozent, weil er auf seinem Gebiet einfach top ist." Dies hätte auch die optimale Vorbereitung auf das Argentinien-Spiel wieder bewiesen: "Er hat uns gezeigt, wie wir gegen Messi und die ganze Mannschaft bestehen können." Dass dieses Spiel an diesem unglücklichen Termin einer Wundertüte gleicht, sei aber auch klar: "Sicherlich wäre es besser, ein solches Spiel während der Saison auszutragen, wenn alle im Vollbesitz ihrer Kräfte sind."

Trotz haben die arg dezimierten Gastgeber große Ansprüche an sich selbst. "Wir wollen gegen Argentinien ein gutes Spiel zeigen und möglichst auch gewinnen", sagte der Bundestrainer, der sich vor einem Jahr über ein 3:2 zum Saisonauftakt gegen Rekord-Weltmeister Brasilien freuen durfte. Vom Härtetest gegen Argentinien erhofft sich Löw bereits einige Erkenntnisse für die anstehende WM-Qualifikation, in der die Hürden Färöer, Österreich, Irland, Schweden und Kasachstan zu nehmen sind. "Es ist ein guter Maßstab für die anstehenden Qualifikationsspiele. Gerade für die jungen Nationalspieler ist die Begegnung mit Messi und Co. ein echter Gradmesser", sagte der 52-Jährige, der zahlreiche Umstellungen ankündigte und die nachrückende Garde anspornte: "Die jungen Spieler wie Marco Reus oder Mario Götze werden in Zukunft mehr in den Fokus rücken."

"Durch Hymnensingen wird man kein guter Deutscher"

Ohne die alten Hasen geht es aber noch nicht. Denn im Sturm wird auch mangels Alternativen der 34-jährige Miroslav Klose spielen, mit dem Löw bis 2014 plant. Der Italien-Legionär von Lazio Rom führt die Mannschaft in Abwesenheit von Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger auch als Kapitän aufs Feld. Für den verletzten Manuel Neuer spielt Ron-Robert Zieler von Hannover 96 im Tor, möglicherweise erhält der nachnominierte Gladbacher Marc-Andre ter Stegen nach der Pause eine weitere Chance.

Dass nach der Kritik im Anschluss an die EM diesmal vorsorglich alle deutschen Spieler die Hymne singen, kann ausgeschlossen werden. Khedira sagte klipp und klar, dass er seine unmittelbare Vorbereitung auf ein Spiel nicht ändern werde. Ohnehin sei dieses Thema "künstlich aufgebauscht" worden: "2009 wurden wir mit der U21 Europameister und hatten acht Spieler mit Migrationshintergrund. Da wurden wir gelobt und die Hymne war kein Thema. Es ist ein gutes Zeichen, wenn man die Nationalhymne singt. Aber man wird dadurch kein guter Deutscher", sagte er und sprang damit Löw zur Seite.

So könnten sie spielen:

Deutschland: Zieler (Hannover 96/23 Jahre/1 Länderspiel) - Boateng (FC Bayern München/23/25), Hummels (Borussia Dortmund/23/19), Badstuber (FC Bayern München/23/25), Schmelzer (Borussia Dortmund/24/6) - Khedira (Real Madrid/25/32), Kroos (FC Bayern München/22/30) - Müller (FC Bayern München/22/32), Özil (Real Madrid/23/38), Reus (Borussia Dortmund/23/8) - Klose (Lazio Rom/34/121)

Argentinien: Romero (Sampdoria Genua/25/28) - Zabaleta (Manchester City/27/24), Campagnaro (SSC Neapel/32/2), Garay (Benfica Lissabon (25/6), Clemente Rodriguez (Boca Juniors/31/17) - Sosa (Metalist Charkow/27/16), Mascherano (FC Barcelona/28/81), Gago (FC Valencia (26/38), di Maria (Real Madrid/24/29) - Messi (FC Barcelona/25/70), Aguero (Manchester City/24/37)

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