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Manuel Neuer: "Wir spielen nicht, um Miro einen Rekord zu schenken"

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Neuer: "Wir spielen nicht, um Miro einen Rekord zu schenken"

07.09.2012, 13:08 Uhr | t-online.de

Manuel Neuer: "Wir spielen nicht, um Miro einen Rekord zu schenken". Manuel Neuer wird gegen die Färöer voraussichtlich sein 32 Länderspiel bestreiten. (Quelle: imago)

Manuel Neuer wird gegen die Färöer voraussichtlich sein 32 Länderspiel bestreiten. (Quelle: imago)

Das Interview führte Patrick Brandenburg

Vor dem Start in die WM-Qualifikation mit den Spielen gegen Färöer (heute ab 20.30 Uhr im t-online.de Live-Ticker) und Österreich hat sich t-online.de mit Nationalkeeper Manuel Neuer unterhalten. Im Interview spricht Deutschlands Nummer eins über die Favoritenstellung gegen die Färöer, den Torrekord von Miroslav Klose und die neue Stärke Österreichs. Außerdem erzählt Neuer, wie die Spieler des FC Bayern ihren letzten Neuzugang Javi Martinez empfangen haben.

Herr Neuer, heute geht es gegen Färöer. Erwarten Sie einen ruhigen Abend?
Manuel Neuer: Das ist natürlich ein undankbares Spiel für einen Torhüter. Aber auch gegen Färöer müssen wir vernünftig stehen und hellwach sein. Die Färinger hatten vor gut einem Jahr in einem Spiel der EM-Qualifikation gegen Italien zwei Riesenchancen, ich glaube sogar zwei Lattentreffer: nach Ecken des Gegners, durch Konter. Damit hatten wir zuletzt auch Probleme, wie im EM-Halbfinale zu sehen war.

Haben Sie irgendwelche Erinnerungen an das erste DFB-Duell mit Färöer in der Qualifikation zur EM 2004? Sie waren da noch Jugendspieler...
Klar kann ich mich erinnern. Das ist zwar schon zehn Jahre her, aber Miroslav Klose war bereits dabei...

...der nun bei einem klaren Sieg seinem Ziel näher kommen kann, die vier fehlenden Treffer zum 68-Tore-Rekord von Gerd Müller aufzuholen.
Wir spielen nicht, um Miro einen Rekord zu schenken. Er ist ein wichtiger Teil des Teams, aber in erster Linie geht es ums Gewinnen und um die Mannschaft und nicht darum, wer wie viele Tore schießt.

Beim letzten Mal hatte die DFB-Elf mit dem Fußballzwerg größte Mühe. Dem mühsamen 2:1 in Hannover folgte ein 2:0 in Torshavn, mit Treffern in der 89. und 90. Minute. Damals hieß es: Es gibt keine kleinen Teams mehr. Sind diese Zeiten wieder vorbei?
Mal langsam. Wir müssen jeden Gegner ernst nehmen. Und das tun wir auch. Wir wissen allerdings, dass wir klarer Favorit sind, die besseren Spieler haben. Wir müssen und werden gewinnen. Es ist alles eine Frage der Einstellung. Auf den Färöer leben 48.0000 Menschen, gut 5000 davon spielen Fußball. Das lässt sich mit Deutschland natürlich nicht vergleichen.

Vier Tage später spielen Sie in Österreich. Ist das ein echter Härtetest?
Auf jeden Fall. Das Spiel im vergangenen Jahr in Wien in der EM-Qualifikation war sehr ausgeglichen. Gott sei dank hat Mario Gomez noch das Tor gemacht. Aber ein Remis wäre gerecht gewesen. Dieses Mal wollen wir auch verdient gewinnen.

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Sind die Österreicher besser als ihr Ruf?
Ganz klar ja. Ich habe großen Respekt vor ihnen. Die letzten Duelle waren hart, und Österreich ist auf dem Weg zur Europameisterschaft nur gescheitert, weil es überraschend Probleme mit den vermeintlich kleinen Gegnern hatten. Aber insgesamt haben sich die Österreicher gut entwickelt und viele Nachwuchsspieler in das Team integriert. Viele Spieler haben sich in der Bundesliga etabliert, das sagt doch alles.

Einer dieser Jungstars ist ihr Münchner Teamkollege David Alaba. Wie schwer wiegt sein Ausfall?
Es ist wirklich schade, dass er verletzt ist. Er ist "Fußballer des Jahres" geworden in seinem Land - mit 19 Jahren. Mit Sicherheit wird er seinem Team fehlen.

Wer ist der härteste Brocken in der deutschen Qualifikationsgruppe?
Wir sind Favorit auf den Gruppensieg, danach schätze ich die Österreicher am höchsten ein. Man darf aber auch nicht vergessen, dass Irland und Schweden bei der Endrunde der EM dabei waren.

Haben Sie die Nackenschläge der vergangenen Saison verarbeitet: die drei zweiten Plätze mit München und das Halbfinal-Aus der DFB-Elf bei der EM?
Wir hatten in der vergangenen Saison nicht den Erfolg, den wir uns gewünscht haben. Das war bitter und eine herbe Enttäuschung für alle. Ich habe im Urlaub oft dran denken müssen, woran es lag und was wir hätten besser machen können. Für mich persönlich habe ich das verarbeitet. Aus Niederlagen kann man die größte Motivation ziehen, um am Ende der nächsten Saison möglichst wieder erfolgreich dazustehen.

Der Bundestrainer hat als Lehren aus der EM angekündigt, zwei Themen besonders anzugehen. Zum einen das Vorwärtsverteidigen. Was noch?
Dass wir konsequenter im letzten Drittel sein müssen, zielstrebiger. Wir haben jetzt in der WM-Qualifikation genügend Zeit, unser Spiel zu verbessern und Fehler abzustellen. Bei einem Gegner wie Färöer geht das natürlich nur eingeschränkt. Da gilt es eher, am variablen Offensivspiel mit dem Ball zu arbeiten. Das haben wir zum Beispiel gegen Italien nicht so gut gemacht.

Müssen Sie als Torwart noch weiter nach vorne rausrücken, wenn die Abwehrspieler es auch tun. Also offensiver verteidigen?
Viel weiter geht nicht mehr. Ich stehe sowieso ganz weit vorne. Ich laufe die Bälle ab in der eigenen Hälfte. Ich versuche, das Spiel zu lesen, gegnerische Chancen zu antizipieren und zu verhindern. Das ist manchmal weniger spektakulär, und man vergisst hin und wieder den Anteil des Torwarts. Aber das ist mein Denken. Und keine Angst: So weit raus, dass ich überlupft werden kann, gehe selbst ich nicht.

Sprechen wir über die Bundesliga: Wie zufrieden sind Sie mit dem Start des FC Bayern in die neue Saison?
Wir haben erreicht, was wir uns vorgenommen haben. Aber wir müssen jedes Spiel ernst nehmen. Auch gegen kleinere Gegner kann man ausrutschen. Als nächstes spielen wir zuhause gegen Mainz, die haben uns schon einige Male weh getan. Das wollen wir diesmal vermeiden.

Das übernächste Spiel steigt auf Schalke. Ihr früheres Team wird beim vermeintlichen Meister-Zweikampf der Bayern mit Borussia Dortmund gerne vergessen.
Das verstehe ich auch nicht. Für mich gehört Schalke immer dazu. Auch Leverkusen. Oder eine Überraschungsmannschaft wie zuletzt Gladbach. Die Schalker haben ein junges Team und werden sicher ein Wörtchen mitreden im Titelrennen.

Wird es dieses Jahr einfacher für die Bayern in der Champions League, weil die Gruppe von den Namen her schwächer besetzt ist?
Nein, das sagt nicht viel aus. Im vergangenen Jahr wurde bei uns von einer Todesgruppe gesprochen und wir sind problemlos weitergekommen Unsere jetzigen Gegner Valencia, Lille und Borisow haben es verdient, in der Königsklasse zu spielen. Wir werden niemanden unterschätzen, noch haben wir nichts erreicht. Bis jetzt hat keiner ein Tor geschossen und alle haben null Punkte.

Seit kurzem ist 40-Millionen-Mann Javi Martinez beim FC Bayern. Bei Chelsea ist für jeden Neuen ein Lied vor versammelter Mannschaft Pflicht. Gibt es in München ähnliche Rituale?
So etwas haben wir nicht. Aber vielleicht denken wir uns noch was aus. Wir sind ja kreativ.

Täuscht der Eindruck, oder macht Martinez einen sehr wachen, witzigen Eindruck?
Nein, das stimmt schon. Er ist sehr offen. Und für einen Spanier spricht er sehr gut Englisch. Da gibt es ja auch ganz andere Experten unter den Fußballern (lacht). Das hilft Javi sehr. Schließlich spielt er als Sechser auf einer Position, die viel Kommunikation erfordert.

Sein Wechsel hat sich lange hingezogen. Das war bei Ihrer Hängepartie auf dem Weg von Schalke nach München ähnlich. Wie schwierig ist das für einen Spieler?
Die Mannschaft fängt das auf. Javi ist ein sehr junger Spieler, er muss sich eingewöhnen und auf die Bundesliga umstellen. Wir müssen ihm Zeit geben. Er soll unsere Defensive verstärken: beim Umschalten, beim Pressing, bei der Ordnung. Und ich bin mir sicher: Er wird seinen Job erledigen.

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