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Deutschland - Österreich: Joachim Löw redet Außenseiter stark

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Der Bundestrainer redet Außenseiter Österreich stark

11.09.2012, 12:05 Uhr | t-online.de

Aus Wien berichtet Patrick Brandenburg

Nachbarschaftliche Annäherung - gerade zwischen Deutschen und Österreichern ist das ja immer so ein Problem. Doch im Fußball ist alles möglich, das beweisen die Nationalmannschaften der beiden Teams auf ungewöhnliche Weise. Während Bundestrainer Joachim Löw das Spiel in der WM-Qualifikation nutzt, um die Österreicher zu einem Gegner von Weltformat hochzuloben, träumen die Gastgeber ihrerseits öffentlich vom ersten Pflichtspielsieg über die Piefkes seit 34 Jahren. Und so stellt das Prestigeduell in Wien zumindest im verbalen Schlagabtausch schon genau das dar, was Löw auch auf dem Rasen erwartet, nämlich: "ein Duell auf Augenhöhe".

"Die Österreicher sind sehr selbstbewusst - und das völlig zu Recht", sagte Löw auf der Abschluss-Pressekonferenz im Ernst-Happel-Stadion und ging dabei deutlich über die üblichen Höflichkeitsadressen früherer Tage hinaus. Seine Einschätzung des 49. der FIFA-Weltrangliste hörte sich an wie die Eloge an eine große Fußballnation. "Die Mannschaft hat eine sehr gute Grundordnung. Sie ist in der Lage, wahnsinnig schnell umzuschalten", sagte Löw und warnte vor dem Duell gegen ein Team mit neun ausgebufften Bundesliga-Legionären, die in ihren deutschen Klubs Leistungsträger seien.

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Kalkuliert Löw sogar eine Niederlage ein?

Dass ausgerechnet auf einer so neuralgischen Position wie der des Torwarts in Robert Almer nur ein Ersatzspieler von Aufsteiger Fortuna Düsseldorf spielt, ließ Löw unter den Tisch fallen. Genau wie die Tatsachen, dass die meisten Akteure in Vereinen spielen, die eher in die Europa League streben als in die Champions League, und dass Österreichs Fußballer des Jahres, David Alaba vom FC Bayern, wegen einer Verletzung gar nicht erst dabei ist.

Die Offensivkräfte Marko Arnautovic und Martin Harnik bekamen sogar ein Extralob vom Trainer des Zweiten der Weltrangliste. Auch für den gegnerischen Coach fand Löw nur Lob. "Marcel Koller steht für gut organisierte Mannschaften mit einer sehr, sehr guten Grundordnung." Die Rot-Weiß-Roten spielten so mutig und offensiv, wie man es in den letzten Aufeinandertreffen 2008 und 2011 noch nicht gesehen habe. Fazit Löw: "Ich gehe von einem aggressiven Abnützungskampf aus." Auch vor dem zu erwartenden Hexenkessel des früheren Praterstadions hat der Bundestrainer größten Respekt. "Das Wiener Publikum wird hinter ihrer Mannschaft stehen wie nie." Als letzten Sicherungsbalken zog der 52-Jährige vorsorglich sogar die Entschuldigung für den Falle einer Niederlage ein: "Es werden insgesamt 30 Punkte vergeben. Die Qualifikation ist ein Langstreckenrennen."

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Löw will nicht mehr von einem WM-Finale reden

Den Gegner groß machen und sich selbst ein wenig kleiner - das scheint eine der großen Lehren aus dem Scheitern bei der EM zu sein. Dort sprach Löw bis zum enttäuschenden Halbfinal-Aus nur über die eigenen Stärken. Das hört sich nun ganz anders an. "Die Fallhöhe bei der Europameisterschaft war sehr groß", gab Löw zu - und damit das Ende des deutschen Selbstbewusstseins bekannt. "Wir müssen kleinere Schritte machen und dürfen jetzt nicht an den WM-Titel denken. Wir spielen in einer wahnsinnig ausgeglichenen Qualifikations-Gruppe." Damit gab der Bundestrainer zwischen den Zeilen Mittelfeldspieler Sami Khedira Recht, der in einem "kicker"-Interview als Knackpunkt angeprangert hatte, die DFB-Elf sei sich vor der EM-Niederlage gegen Italien einfach zu sicher gewesen, das Endspiel zu erreichen.

"Bei allem Respekt: Diesmal gewinnen wir!"

Ganz entgegengesetzt verhält es sich dagegen gerade bei den Österreichern, nachdem das Team zuletzt sogar erstmals seit Ewigkeiten einen Sieg über die Türkei feiern durfte. Kapitän Christian Fuchs fordert beim Außenseiter jedenfalls ein Ende der Bescheidenheit: "Wir dürfen uns nicht zu klein machen." Für die Österreicher "wäre es toll, die Deutschen mal auf die Schaufel zu nehmen". Der Schalker Außenverteidiger ist sich sicher, dass der Respekt des großen Nachbarn gewachsen ist. "Wir haben Qualitäten, auf die wir uns berufen können."

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"Das sind Spiele, da kriegt man feuchte Hände"
Marcel Koller auf der PK vor dem Spiel gegen Deutschland. (Screenshot: Sport1)

Vorfreude in Österreich auf das brisante Nachbarschaftsduell. zum Video

Mittelfeldspieler Veli Kavlak von Besiktas Istanbul hatte sogar getönt: "Bei allem Respekt: Diesmal gewinnen wir 2:1." Trainer Koller, der die Bundesliga aus seiner Zeit beim VfL Bochum und beim 1. FC Köln kennt, gibt sich nicht ganz so selbstbewusst. Aber selbst den ruhigen Schweizer juckt die Aussicht auf den Favoritensturz: "Ich habe feuchte Hände, wenn ich ans Spiel denke. Aber nicht aus Nervosität, sondern aus Vorfreude."

Quelle: t-online.de

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