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Nationalmannschaft: Kein Teamgeist? Schweinsteiger rudert zurück

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Kein Teamgeist? Schweinsteiger rudert zurück

09.10.2012, 14:56 Uhr | t-online.de

Nationalmannschaft: Kein Teamgeist? Schweinsteiger rudert zurück. Bastian Schweinsteiger: "Ich will nichts Schlechtes für die Nationalmannschaft."

Bastian Schweinsteiger: "Ich will nichts Schlechtes für die Nationalmannschaft."

Aus Frankfurt am Main berichtet Patrick Brandenburg

Am Ende war es auch für den medienerprobten Bastian Schweinsteiger nicht mehr so einfach, die Deutungshoheit über seine eigenen Worte zurückzuerobern. "Ich kann auf Ihre Frage nicht antworten, weil sie über etwas sprechen, das ich so nie gesagt habe", warf der Mittelfeldmotor der deutschen Nationalmannschaft den lästigen Fragestellern entgegen. Schmallippig wie ein ultraorthodoxer Schriftgelehrter, der keinen Spielraum für Interpretationen zulässt, legte er in Richtung der Journalisten nach: "Sie müssen sich besser vorbereiten." Die große unausgesprochene Frage war: Ist das DFB-Team bei der EM 2012 auch an fehlendem Teamgeist gescheitert?

Genau dies hatte Schweinsteiger kürzlich in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" wenig nebulös angedeutet, als er behauptete, bei seinem FC Bayern würde die ganze Ersatzbank bei einem Treffer vor Freude aufspringen. "Das ist vielleicht ein kleiner Unterschied zur Nationalmannschaft bei der EM." Doch inzwischen scheint der München-Star eingenordet, er möchte dieses Thema mit riesigem Spaltpotenzial offenbar lieber totschweigen.

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DFB-Team blickt auf Quali-Gegner Irland

Schweinsteiger ist zurück in der Mannschaft. Video

Kampf der Bundesliga-Blöcke?

"Ich habe meine Meinung und stehe dazu", sagte der 28-Jährige zwar auf der ersten Pressekonferenz des DFB-Teams vor dem Qualifikationsdoppelpack in Dublin gegen Irland und in Berlin gegen Schweden. Konkreter wurde der Münchner aber auch auf mehrfache Nachfrage nicht. Lieber flüchtete er sich in Allgemeinplätze und ruderte verbal zurück: "Ich will nichts Schlechtes für die Nationalmannschaft. Sondern, dass wir uns weiterentwickeln."

Dabei gehört es zumindest in Außensicht zu den spannendsten Aspekten der EM-Aufarbeitung, ob es in Polen und der Ukraine ein Gegen- statt Miteinander der beiden großen Nationalelfblöcke gegeben hat: War die Konkurrenz der Bayern- und der Dortmund-Fraktion kontraproduktiv für den Turnier-Erfolg? War die Kommunikation gestört zwischen den sieben Münchnern, die im schwarz-weißen Dress selbstbewusst den Ton angaben und den vier Borussen, die trotz einer grandiosen Meistersaison eher am Rande mitliefen. Fehlte der gegenseitige Respekt? Auch wenn die Beteiligten es verneinen, spricht doch manches dafür.

Badstuber contra Hummels contra Lahm

So war es während der EM doch sehr augenfällig, welch große Schwierigkeiten es etwa Münchens Holger Badstuber bereitete, selbst gegenüber nachhakenden Reportern ein nettes Wort über seinen Dortmunder Innenverteidiger-Kollegen Mats Hummels zu sagen. Dabei wäre es nach dessen herausragender Leistung gleich zu Beginn gegen Portugal doch ein Leichtes gewesen, mit einem Kompliment das Eis zwischen den Lagern zu brechen. Auch nach dem verlorenen Halbfinale gegen Italien schien ein Keil durchs Team zu gehen.

Während Hummels das erste Tor der Italiener bereitwillig auf seine Kappe nahm, wartete er vergeblich darauf, von seinen Münchner Abwehrkollegen entlastet zu werden. Dabei hatte auch Badstuber als direkter Gegenspieler des Torschützen Mario Balotelli Mitschuld am Rückstand. Einige Wochen später revanchierte sich Hummels, als er Kapitän Philipp Lahm öffentlich für sein Stellungsspiel gegen die Azzurri kritisierte.

Bierhoff: "Der Teamgeist ist intakt"

Doch für die Nationalelf soll dieses Thema erledigt sein. "Es gab schon einen Friedensgipfel zwischen mir und Bastian", sagte Nationalelf-Manager Oliver Bierhoff und spielte das Thema bewusst herunter. Unzufriedene Spieler und verschiedene Wahrnehmungen gehörten in einem Turnierkader einfach dazu, sagte Bierhoff lapidar und verkündete stattdessen: "Der Teamgeist ist intakt." Vermutlich hoffen die DFB-Akteure, dass eine erfolgreiche WM-Qualifikation das potenzielle Konfliktthema verdrängt.

Wie viel davon Lippenbekenntnis ist, wird sich vermutlich erst mit einigem Abstand herausstellen. Auch während und nach der EM 2008 hatte die Nationalelf eine heile Welt vorgegaukelt. Erst einige Zeit später kam heraus, dass die jüngere Spielergeneration um Lahm gegen den vermeintlich diktatorischen Führungsstil des damaligen Capitanos Michael Ballack rebelliert hatte.

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