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Holland - Deutschland: DFB-Team quält sich gegen die Niederlande

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Prestigeduell nur ein müder Kick

14.11.2012, 22:35 Uhr | dpa, t-online.de

Holland - Deutschland: DFB-Team quält sich gegen die Niederlande. Deutschlands Lewis Holtby (li.) im Zweikampf mit dem Niederländer Nigel de Jong. (Quelle: Reuters)

Deutschlands Lewis Holtby (li.) im Zweikampf mit dem Niederländer Nigel de Jong. (Quelle: Reuters)

Es war ein Klassiker ohne große Klasse: Im letzten Länderspiel des Jahres kam die deutsche Nationalmannschaft nicht über ein müdes 0:0-Unentschieden gegen die Niederlande hinaus. Ohne neun Stammkräfte hatte Bundestrainer Joachim Löw seiner jungen Reservisten-Auswahl in Amsterdam taktische Kontrolle als oberstes Gebot verordnet.

Vor 51.000 Zuschauern zeigten beide Mannschaften erstaunlich wenig Angriffsleidenschaft - besonders Oranje hatte enorm viel Respekt und wollte die dritte Niederlage innerhalb eines Jahres gegen das DFB-Team unbedingt vermeiden.

Taktische Disziplin und Teamwork

So viel Improvisationskunst wie in seinem 89. Spiel als Bundestrainer hatte Löw noch nicht aufbringen müssen, doch die aus der Not heraus geborene deutsche Mannschaft bewies hohe taktische Disziplin und imponierte zumindest mit ihrem Teamwork. Angeführt von dem spielfreudigen Marco Reus fand die Elf auch wieder die zuletzt vermisste Balance zwischen Offensive und Defensive.

Eine mutige Entscheidung traf der Bundestrainer mit dem Einsatz des erst am Montag nachnominierten Lewis Holtby auf der Özil-Position im zentralen Mittelfeld. Der etatmäßige U21-Kapitän steigerte sich nach nervösem Beginn und hatte im zweiten Durchgang mehrere gute Szenen. Nicht minder überraschend kam die Rolle für Mario Götze, der nominell Sturmspitze spielte, aber auch anderswo auf dem Feld auftauchte. Auf der Doppel-Sechs machten Ilkay Gündogan und Lars Bender ihre Sache als Vertreter des Stammduos Schweinsteiger/Khedira erstaunlich gut und ließen Oranje-Spielmacher Rafael van der Vaart wenig Raum. Für die letzten Minuten durfte auch noch Roman Neustädter als 53. Neuling unter Löw Länderspiel-Luft schnuppern.

Neuer auf dem Posten

Vier Wochen nach dem Schweden-Debakel mit vier Gegentoren in 30 Minuten wirkte die Abwehr um Per Mertesacker und Mats Hummels lange Zeit gefestigt. Allerdings hatte Kapitän Philipp Lahm, der sein 95. Länderspiel absolvierte und mit Karl-Heinz Rummenigge gleichzog, gelegentlich Probleme mit dem flinken Ruben Schaken. Am Ende schlichen sich aber auch wieder Konzentrationsmängel ein. Bei seiner einzigen echten Prüfung zeigte Manuel Neuer im Tor gewohnte Klasse, als er einen Schuss von Daryl Janmaat entschärfte (77.).

Robben umspielt Neuer und rutscht aus

Die mit drei Bundesliga-Profis, aber überraschend ohne den Schalker Klaas-Jan Huntelaar aufgelaufenen Oranjes zeigten großen Respekt und überließen dem Gast von Beginn an die Initiative. Die DFB-Elf ließ den Ball in der eigenen Hälfte ruhig zirkulieren, schaltete dann aber blitzschnell auf Tempofußball um. In der 4. Minute schickte Hummels seinen Dortmunder Klubkollegen Marco Reus steil, doch Torhüter Kenneth Vermeer kam rechtzeitig aus seinem Kasten und war eher am Ball. Viel Raum hatte zunächst vor allem Benedikt Höwedes auf der rechten Seite. Der Schalker zog in der 21. Minute auf und davon und passte in die Mitte auf Götze, der aus der Drehung erst an John Heitinga und dann an Vermeer scheiterte.

Erst nach einer halben Stunde Spielzeit wurde es erstmals gefährlich vor dem deutschen Tor, als Arjen Robben bei seinem Solo auch noch seinen Bayern-Kollegen Neuer ausspielte, ehe er beim Torschuss wegrutschte. Auf der anderen Seite hatten die deutschen Fans den Torschrei bereits auf den Lippen, doch der 16-Meter-Schuss des agilen Reus landete am Außennetz (39.). Kurz vor der Pause verpasste Gündogan das eigentlich verdiente 0:1. Wieder stand Heitinga im Weg.

Keine Impulse von Podolski

Auch nach Wiederbeginn erlebten die Zuschauer ein Geduldsspiel mit Vorteilen für die deutsche Mannschaft. Der finale Pass in die Spitze kam allerdings viel zu selten an. In der 55. Minute versuchte Holtby Reus in Szene zu setzen, der im letzten Moment abgeblockt wurde. Wenig später flog ein Hummels-Kopfball am niederländischen Tor vorbei. In der Schlussphase einer am Ende wenig ansehnlichen Partie kam Lukas Podolski zu seinem 106. Einsatz im DFB-Trikot, für zündende Ideen konnte aber auch der Wahl-Engländer nicht sorgen.

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