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Joachim Löw: Der Bundestrainer hat das Sieger-Gen

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Der nette Herr Löw geht kompromisslos seinen Weg

26.03.2013, 15:19 Uhr | t-online.de

Joachim Löw: Der Bundestrainer hat das Sieger-Gen. Bundestrainer Löw während einer Trainingseinheit vor dem Spiel gegen Kasachstan. (Quelle: imago/MILS)

Bundestrainer Löw während einer Trainingseinheit vor dem Spiel gegen Kasachstan. (Quelle: MILS/imago)

Von Thomas Tamberg

Mit einem Sieg gegen Kasachstan (ab 20.30 Uhr im Live-Ticker bei t-online.de) kann die deutsche Nationalmannschaft einen weiteren Schritt Richtung WM 2014 in Brasilien machen. Etwas überraschend hat Team-Manager Oliver Bierhoff zwar verkündet, dass der Titelgewinn auf dem südamerikanischen Kontinent für eine europäische Mannschaft unmöglich sei. Doch Fußball-Deutschland darf trotzdem hoffen. Denn Bundestrainer Joachim Löw legt eine Eigenschaft an den Tag, die am Ende den Ausschlag geben könnte zugunsten der deutschen Nationalmannschaft.

Man mag zu Boris Beckers zweitem Leben stehen wie man will, hin und wieder äußert er sich doch zu Themen, von denen er weit mehr versteht als die meisten. Als Sebastian Vettel beim zurückliegenden GP von Malaysia die Stallorder missachtete und seinem Teamkollegen mit einem riskanten Überholmanöver den Sieg klaute, hagelte es von vielen Seiten Kritik. Becker aber twitterte: "Vettel hat getan, was ein dreimaliger Champion tun muss ... die Sache selbst in die Hand nehmen." Was das mit Löw zu hat? Jede Menge.

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Wie Vettel in Malaysia

Ein Champion wie Wimbledonsieger Becker oder der Formel-1-Weltmeister Vettel ist der Bundestrainer noch nicht. Der Titel fehlt noch. Doch genau dieser soll bei der WM 2014 in Brasilien endlich gewonnen werden. Um im Konzert der Besten der Allerbeste zu sein, kann das letzte Quäntchen Siegermentalität, das schon dicht ans Pathologische grenzt, am Ende den Ausschlag geben. So wie früher bei Beckers Duellen auf den Center Courts dieser Welt oder zuletzt bei Vettel in Malaysia.

Dass in Löw ebenfalls diese Mentalität schlummert, stellte er im Rahmen der beiden Duelle in der WM-Qualifikation gegen Kasachstan wieder einmal unter Beweis. Der 53-Jährige machte mehrfach klar, dass er auf seinem Weg nach Brasilien in seinen Entscheidungen einzig seiner Philosophie folgen wird und sich nicht von außen reinreden lässt. Das ist umso bemerkenswerter, weil dem bis dato beliebtesten Bundestrainer aller Zeiten nach dem EM-Aus im Halbfinale gegen Italien erstmals heftiger Gegenwind ins Gesicht blies. Löw zahlte Lehrgeld, nahm damals die Schuld des Scheiterns öffentlich auf seine Kappe, setzte aber die Arbeit in seiner kompromisslosen Art und Weise fort.

Löw wundert sich

Es war für viele kaum nachzuvollziehen, als sich der Bundestrainer kürzlich endgültig gegen eine Nominierung des derzeit treffsichersten deutschen Angreifers Stefan Kießling entschied. Dafür erhielt sein derzeit verletztes Stoßstürmer-Duo Mario Gomez und Miroslav Klose einen Freifahrtschein für die WM. Auch die Ankündigung, es gegen Kasachstan in Astana mit einer sogenannten falschen Neun zu versuchen, also mit einem Mittelfeldspieler in vorderster Front, fand nicht nur Unterstützer. "Jetzt heißt es, der Löw will die Stürmer abschaffen - das ist ja schwachsinnig", wunderte sich Löw über die folgende Debatte.

Bereits früher verfolgte er seinen eigenen Weg. Kevin Kuranyi wurde aussortiert, Michael Ballack rasiert, obwohl die öffentliche Meinung zeitweise ein ganz andere war. Die Zeiten, in denen Boulevard-Medien Einfluss auf die Personalpolitik der Nationalmannschaft nehmen konnten, waren schon zu Klinsmanns Zeiten vorbei. Löw setzt diesen Weg fort.

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Entwicklung des Fußballs beachten

Er wolle den Fußball nicht neu erfinden, sagte er vor dem zweiten Aufeinandertreffen mit Kasachstan in Nürnberg. Er stelle sich lediglich auf die Entwicklung des Fußballs ein. "Natürlich brauchen wir weiter Spieler, die ganz vorne spielen", amüsierte sich Löw über das zuweilen aufkeimende Misstrauen gegenüber seinen Entscheidungen.

"Irgendwann habe es schon geheißen, Löw will die deutschen Tugenden abschaffen oder Löw will die Zweikämpfe abschaffen, jetzt sind es die Stürmer", ergänzte er mit Ironie: "Man muss den Entwicklungen Rechnung tragen. Vielleicht gibt es bald die kleinen Innenverteidiger, um Messi zu bekämpfen."

Hoffnung für Jansen und Co.

Entwicklung hin, Moderne her: Löw hat dennoch kein Problem damit, praktische Lösungen zu finden. So zauberte er nach zweieinhalb Jahren plötzlich wieder Marcell Jansen aus dem Hut. Mit der Nominierung des 27-jährigen Außenverteidigers des HSV sendete Löw auch das eindeutige Signal nach außen: Nicht das Alter zählt, sondern die Leistung. Die WM-Tickets sind noch nicht gänzlich vergeben. Auch Spieler wie der 29 Jahre alte HSV-Kapitän Heiko Westermann dürfen noch hoffen.

Und so kann man sich getrost darauf einstellen, dass sich Löw bis zur WM 2014 noch weitere eigenwillige Lösungsansätze ausdenken wird. "Wir sind ein gutes Team, aber die Entscheidungen trifft der Cheftrainer", sagte Assistent Hans-Dieter Flick einmal. "Wir werden alles dafür tun, um um den Titel mitzuspielen", sagte Löw klipp und klar und meinte damit vor allem auch sich selbst. Löw wird sich treu bleiben und sonst niemandem. Beste Voraussetzungen, die richtige Entscheidung zu treffen, wenn es um Alles oder Nichts geht. Löw nimmt die Sache selbst in die Hand und tut, was ein potentieller Champion tun muss. Dann kann der Coach getrost auch den Erfolg auf seine Kappe nehmen.

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