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WM 2014: In Brasilien wächst die Angst

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In Brasilien wächst die Angst

26.03.2013, 16:16 Uhr | dpa

WM 2014: In Brasilien wächst die Angst. Keine gute Figur: Neymar (rechts) kam mit Brasilien auch gegen Russland (links Dmitri Kombarov) zu keinem Sieg.  (Quelle: dpa)

Keine gute Figur: Neymar (rechts) kam mit Brasilien auch gegen Russland (links Dmitri Kombarov) zu keinem Sieg. (Quelle: dpa)

Die Seleçao betreibt auf ihrer Welt-Tournee 15 Monate vor der Heim-WM schlechte PR in eigener Sache. Das 1:1 gegen Russland an der Londoner Stamford Bridge war sinnbildlich: So spielt kein fünfmaliger Weltmeister und schon gar kein Titelkandidat. Der neue, alte Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari steht mit seiner Begeisterung über die Entwicklung des Teams ziemlich allein da. "Wir sind auf jeden Fall auf dem richtigen Weg", behauptete der 64-Jährige, der in seiner zweiten Trainer-Ära nach drei Spielen weiter sieglos ist.

Bisher stehen ein 1:2 gegen England, ein 2:2 gegen Italien und das 1:1 gegen die Russen zu Buche. Brasiliens Sportblatt "Lance!" rechnete aus Angst vor der WM-Tristesse vor, dass "Felipo" viel schlechter als seine Vorgänger Mano Menezes und Dunga gestartet sei.

Neymar nur eine "Übersee-Fantasterei"

"Lance!" schreckte nach dem "Festival der Fehlpässe" auch nicht mehr vor Kritik an Neymar zurück, dem angehenden Weltstar des FC Santos und möglichen Aushängeschild der WM 2014. "Wie lange noch ist Neymar unantastbar?", fragte das Blatt. Der britische "Guardian" unkte, Neymar sei vielleicht nur eine dieser "Übersee-Fantastereien". Gegen England in Wembley und nun erneut in London gegen Russland blieb der 21-Jährige jeweils schwach.

Statt der brasilianischen Samba-Tänzerinnen feierten im eisigen Chelsea schließlich vor allem die vielen reichen Russen mit donnernden "Rusija"-Sprechchören. Englands Ex-Nationalcoach Fabio Capello, der mittlerweile die Russen trainiert, war trotz betonter Coolness ("Das war ein Freundschaftsspiel") die Genugtuung bei seiner Rückkehr in die britische Hauptstadt anzumerken.

Sechs Niederlagen gegen frühere Weltmeister

Die Sportzeitschrift "Sowjetski Sport" jubelte über "Russischen Karneval in London". Und Russlands Fußballverband schwärmte auf seiner Homepage gar von einem "Superspiel gegen einen Supergegner. Und wenn Gott will, sehen wir die Brasilianer in Brasilien wieder. Bei der Weltmeisterschaft!"

Der kriselnde Seleçao läuft hingegen die Zeit davon. Die Südamerikaner können gegen die großen Mitbewerber nicht mehr gewinnen. Seit dem 1:0 im November 2009 gegen England gab es sechs Niederlagen gegen frühere Weltmeister. Außerdem spielte der Rekord-Champion zuletzt 2:2 gegen Italien.

Konzept? Fehlanzeige!

Scolari, Weltmeister-Coach von 2002, kritisierte erneut den Terminkalender mit den zahlreichen Gastspielen in Übersee - aber genau die wünschen sich die mächtigen Sponsoren. Immerhin stehen vor dem Confed-Cup im eigenen Land (15. bis 30. Juni) nur noch Heimspiele an: gegen Chile (24. April), erneut gegen England und gegen Frankreich.

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Und wo bleibt das Konzept von Scolari? Bisher Fehlanzeige. Typisch war gegen Russland, dass in Fred einmal mehr ein Altstar den Ausgleich in der 90. Minute erzielte. Ebenso typisch war, dass sich die Abwehr beim Gegentor durch Viktor Fayschulin (73.) wieder einmal dilettantisch anstellte. Bayern-Profi Dante, in der Bundesliga der überragende Verteidiger dieser Saison, musste sich das Ganze von der Bank aus anschauen. Das Internet-Portal Terra fällte ein vernichtendes Urteil über den Rekordchampion: "Eineinhalb Jahre vor der WM 2014 ist der Horizont für das Team von Felipo düster."

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