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WM 2014: FIFA-Vize Valcke zu Brasilien-Protesten "gibt keinen Plan B"

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Die FIFA will nicht länger Sündenbock sein

24.06.2013, 11:31 Uhr | dpa

WM 2014: FIFA-Vize Valcke zu Brasilien-Protesten "gibt keinen Plan B". Brasiliens Superstar Neymar (li.) im Duell mit dem Japaner Shinji Kagawa. (Quelle: imago/Fotoarena)

Brasiliens Superstar Neymar (li.) im Duell mit dem Japaner Shinji Kagawa. (Quelle: Fotoarena/imago)

Der oberste Fußball-Herrscher gönnt sich eine Auszeit in der Türkei, doch sein Stellvertreter sprach nach Tagen des Zögerns am Brennpunkt Klartext. "Der Confed Cup findet in Brasilien statt, und die WM muss es auch. Es gibt keinen Plan B", sagte Generalsekretär Jerome Valcke nach einem Treffen der FIFA mit dem brasilianischen Verband CBF in Rio de Janeiro.

Soll heißen: Die FIFA ist es leid, der Sündenbock zu sein. Den Druck der Straße sollen jetzt die brasilianischen Politiker zu spüren bekommen.

Valcke: "Es ist kein Problem der FIFA"

Er hoffe, sagte Valcke über die Proteste, die sich seit Tagen auch gegen die Mega-Events Confed Cup, WM 2014 und Olympia in Rio 2016 richten, "das geht nicht bis nächstes Jahr so weiter. Brasilien muss dieses Problem lösen. Es ist kein Problem der FIFA. Wir sind das falsche Angriffsziel. Wir sind unverschuldet in dieses Durcheinander geraten und haben nichts verbrochen."

Valcke ist nach der Abreise des Präsidenten Joseph S. Blatter im Moment der starke FIFA-Mann in Brasilien. Er bestätigte, dass der Weltverband die Behörden gebeten habe, "dass die Sicherheit gewährleistet wird, damit wir den Confed Cup bis zum Ende durchführen können. Den Umfang der Sicherheitsmaßnahmen bestimmt aber die brasilianische Regierung."

Heftige Kritik von Fußball-Idol Romario

Nach Valckes Angaben würden Abholstellen für Tickets, Hotels oder Fahrzeuge der FIFA-Veranstaltung verstärkt. Die Vorfälle in Salvador da Bahia, wo zwei parkende Minibusse des Verbandes mit Steinen beworfen worden waren und Demonstranten versucht hatten, das offizielle Hotel des Weltverbandes zu stürmen, nannte er "traurig".

Was die Leute umtreibt, formulierte Fußball-Idol Romario in einem von ihm selbst bei YouTube veröffentlichten Video. Der Weltmeister von 1994 und heutige Parlamentsabgeordnete bezeichnete die FIFA "als wahren Präsidenten des Landes". Er spreche als Brasilianer, betonte der 47-Jährige - und griff den Weltverband scharf an. Der 'kommt in unser Land und errichtet einen Staat im Staate. Sie kommen hierher, bauen den Zirkus auf, haben keine Auslagen und nehmen alles mit."

WM-Geld hätte für 8000 neue Schulen gereicht

Seine Politiker-Kollegen ermahnte er, sie müssten "jetzt ein für allemal verstehen, dass die Tage des Betrügens, der Gaunereien, der Diebstähle, der Verlogenheiten und vor allem des fehlenden Respekts für das Volk vorbei sind". Die in den Stadionbau investierten Gelder von 2,4 Milliarden Euro hätten ausgereicht für 8000 neue Schulen oder 39.000 Schulbusse oder 28.000 Sportfelder, rechnete er vor.

Das ist es auch, was viele Bürger wütend macht. Verantwortlich dafür machen sie die eigene Politik - und eben die FIFA. Die aber hält an ihrem Plan fest, trotz der schwierigen Sicherheitslage die Spiele weiterlaufen zu lassen - bis zum Endspiel der Mini-WM am kommenden Sonntag im Maracana.

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