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Philipp Lahm wird gegen Österreich sein 100. Länderspiel bestreiten

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Jubiläum gegen Österreich  

Philipp Lahm: Der außergewöhnliche Außenverteidiger

05.09.2013, 16:01 Uhr | tht, dpa, sid, t-online.de

Philipp Lahm wird gegen Österreich sein 100. Länderspiel bestreiten. Philipp Lahm steht gegen Österreich vor seinem 100. Länderspieleinsatz. (Quelle: imago/Revierfoto)

Philipp Lahm steht gegen Österreich vor seinem 100. Länderspieleinsatz. (Quelle: Revierfoto/imago)

Die Pressekonferenzen im kleinen Hinterzimmer unter der Haupttribüne des Grünwalder Stadions liefen immer gleich ab. Als Hermann Gerland, langjähriger Trainer der zweiten Mannschaft des FC Bayern, nach der Jahrtausendwende die Spiele der kleinen Bayern analysierte, schimpfte er meist über die mangelnde Einstellung der Bayern-Talente. Keine Laufbereitschaft, aber bunte Fußballschuhe wie die Superstars tragen, lautete sein Mantra. Darüber konnte der aktuelle Co-Trainer von Pep Guardiola herrlich philosophieren. Bis das Gespräch auf Philipp Lahm kam.

Dann hielt Gerland kurz inne und setzte zu einer Lobeshymne an, dass sich der Zuhörer schon mal kneifen musste, um sich bewusst zu werden, dass es sich tatsächlich um den knorrigen Tiger handelt, der hier gerade in Superlativen schwelgt. "Philipp Lahm ist unglaublich. Er macht keine Fehler. So was habe ich noch nie gesehen. Der wird mal Nationalspieler." Gerland hat aus vielen Jugendspielern spätere Nationalspieler geformt, doch bei keinem anderen Kicker war er so fest von einer großen Karriere überzeugt, wie bei Lahm.

Gegen Österreich (am Freitag ab 20.30 Uhr im Live-Ticker bei t-online.de) wird der 29-Jährige in der heimischen Münchner Allianz Arena sein 100. Länderspiel für das DFB-Team bestreiten. Er ist damit der achte deutsche Nationalspieler, der in den Klub der Hunderter aufrücken wird. "Das alles passt wirklich super zusammen. Dieses besondere Spiel darf ich quasi direkt vor meiner Haustür machen - das ist fantastisch. Im Stadion wird meine Familie sein, viele Freunde werden kommen, auch viele Bekannte", sagte Lahm, der bei seinen bisherigen 99 Einsätzen immer von Beginn an auf dem Platz stand.

Riesenlob von Guardiola

Wie Gerland hat auch Guardiola schnell die besondere Qualität des Nationalmannschaftskapitäns erkannt. "Philipp Lahm ist für mich der intelligenteste Spieler, den ich je in meiner Karriere trainiert habe", sagte der Spanier nach dem gewonnen Supercup-Finale gegen den FC Chelsea. Wegen Personalproblemen musste er nicht erst in dieser Partie Lahm von seiner Außenverteidiger-Position ins offensive Mittelfeld versetzen.

Auch diese Aufgabe absolvierte Lahm mit Bravour. Was kaum einer weiß: Lahm ist im Mittelfeld groß geworden und spielte in der Jugend und sogar in den ersten Partien unter Gerland 2001 beim FC Bayern II noch in der Mittelfeld-Zentralen, erst später wechselte auf seine jetzige Stammposition in der Abwehr. Kein Wunder also, dass er sich auch jetzt noch im Mittelfeld nicht überfordert fühlt.

Lahm hat auch Kanten

Überlegt und vorausschauend wie auf dem Platz agiert Lahm auch außerhalb des Rasenrechtecks. Sein Berater Roman Grill hat ihm tägliches Yoga verschrieben. Für Lahm ein wichtiger Grund für seine konstant guten Leistungen und vor allem für seine seltenen Verletzungen. Lediglich ein Kreuzbandriss 2005 setzte ihn längere Zeit außer Gefecht. Lahm lebt für seinen Sport wie kaum ein anderer.

Und wenn es wichtig ist, dann kann der ansonsten so nett daherkommende Lahm auch Kanten zeigen. So wie im Jahr 2009 bei seinem kritischen Interview in der "SZ" eine fehlende Spiel-Philosophie beim FC Bayern bemängelte und für viel Aufsehen sorgte. Oder auch wie er sich gegen Michael Ballack im Gerangel um das Kapitänsamt bei der DFB-Elf positionierte.

Angebot von Barcelona abgelehnt

Einmal widersetzte er sich auch seinem Berater Roman Grill. Dieser hatte 2006 ein sensationelles Angebot der Katalanen vorliegen und wollte ihn zum FC Barcelona transferieren. Doch der im Münchner Stadtteil Gern großgewordene Lahm entschied sich für seinen Heimatklub und hat sich mittlerweile bis 2016 an den FC Bayern gebunden.

Doch anfangs musste er auch seinen Herzensklub verlassen und zunächst den Umweg über ein Ausleihgeschäft machen, um nach seiner Rückkehr beim Rekordmeister durchzustarten. Damals blockierten die französischen Ausnahmespieler Willy Sagnol und Bixente Lizarazu die beiden Außenpositionen in der Abwehrkette der Bayern. Und so zog es Lahm zwischen 2003 und 2005 für zwei Spielzeiten zum VfB Stuttgart.

In Stuttgart zum Nationalspieler geworden

Bei den Schwaben schaffte er den Sprung in die Nationalmannschaft. Lahm erinnert sich: "Das lief über Felix Magath, der damals in Stuttgart mein Trainer war. Er hat mich vor dem Training in sein Zimmer geholt und mir mitgeteilt, dass er gerade von Teamchef Rudi Völler darüber informiert wurde, dass ich für das Länderspiel nominiert bin. Ich war damals 20 Jahre alt, war vor kurzem Profi geworden." Es war übrigens Gerland, der nach eigener Aussage so lange auf Magath eingeredet hatte, bis dieser Lahm vom FC Bayern tatsächlich für zwei Jahre auslieh.  

Beim 2:1 für Deutschland absolvierte Lahm am 18. Februar 2004 in Split sein erstes Länderspiel als Linksverteidiger in der Viererkette mit Arne Friedrich, Christian Wörns und Jens Nowotny, die mittlerweile alle im Ruhestand sind. Aus der damaligen Startelf zählt aktuell nur noch Miroslav Klose zum DFB-Aufgebot.

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Löw: Lahm ist ein absoluter Anführer

Gegen Österreich wird Lahm das deutsche Team auf das Feld führen. Für den Joachim Löw ist er ein enorm wichtiger Spieler. "Philipp Lahm steht seit nunmehr fast zehn Jahren für Konstanz, Verlässlichkeit und höchstes Niveau in der Nationalmannschaft", sagte der Bundestrainer dem "kicker". "Er hat eine natürliche Autorität, übernimmt Verantwortung, ist kommunikativ und trotz flacher Hierarchie, die wir in der Nationalmannschaft leben, ein absoluter Anführer."

Nach dem Triple-Erfolg mit dem FC Bayern fehlt dem besten "Außenverteidiger der Welt" (Jupp Heynckes) nur noch ein Titel mit der Nationalmannschaft. "Wenn ich mir dann die Entwicklung von 2004 bis heute ansehe, kann man absolut zufrieden sein. Wir waren seit 2006 bei jedem Turnier mindestens im Halbfinale, damit muss man sich nicht verstecken, auch wenn wir natürlich gerne noch den letzten Schritt gesetzt hätten", sagte der Münchner. Bei der WM 2014 in Brasilien kann Lahm den nächsten Anlauf unternehmen. Die Chancen stehen besser denn je.

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