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Brasilien-Star Bernard von Schachtjor Donezk sorgt sich um seine Sicherheit

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Krim-Krise erreicht den Profisport  

Brasilien-Star Bernard: "Jeder von uns hat Angst"

05.03.2014, 09:31 Uhr | sid, t-online.de

Brasilien-Star Bernard von Schachtjor Donezk sorgt sich um seine Sicherheit . Der 21-jährige Brasilianer Bernard (li., im Duell mit Emre Can) von Schachtjor Donezk beim Champions-League-Spiel gegen Bayer Leverkusen. (Quelle: imago/MIS)

Der 21-jährige Brasilianer Bernard (li., im Duell mit Emre Can) von Schachtjor Donezk beim Champions-League-Spiel gegen Bayer Leverkusen. (Quelle: MIS/imago)

Die Spielfreude, die der junge Bernard in den Beinen hat, könnte für Brasiliens Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari und die Selecao bei der WM 2014 noch wichtig sein. Doch den 21-jährigen Linksaußen, der im Sommer 2013 für eine Ablöse von 25 Millionen Euro von Atletico Mineiro zum ukrainischen Erstligisten Schachtjor Donezk gewechselt ist, plagen derzeit ganz andere Probleme.

Aufgrund des politischen Konflikts in der Ukraine hat er Angst um seine sowie die Sicherheit seiner Familie. Seit dem letzten Jahr lebt Bernard mit seinem Vater und einem Cousin in Donezk. Und der Konflikt, der in der Hauptstadt Kiew begann, weitet sich auch langsam dorthin aus.

Neben Bernard spielen noch elf weitere Brasilianer und andere ausländische Profis wie Kroatiens Nationalspieler Darijo Srna und Eduardo beim amtierenden Meister. Und auch ihnen gehe es ähnlich: "Jeder einzelne von uns hat Angst", berichtet Bernard bei "O Globo", Brasiliens größtem Nachrichtenportal.

Länderspiel in Johannesburg sorgt für Ablenkung

Das Länderspiel der Selecao gegen Südafrika in Johannesburg kommt ihm daher gerade recht. Somit kann er, zumindest für kurze Zeit, der Krise entfliehen, über seine Sorgen sprechen. Dadurch sei er "weit weg von der unsicheren politischen Situation" in einem Land, das nach dem Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch am Rande eines Bürgerkriegs steht. "Nach außen wirkt er gefasst, doch tief in ihm drin macht er sich große Sorgen", merkt auch Nationaltrainer Scolari.

Fluchtplan in der Hinterhand

Bevor er nach Johannesburg zum WM-Test flog, erlebte er bereits einige von Gewalt geprägte Proteste in der Stadt. Wie sicher man dort ist, könne keiner sagen. Fakt ist, dass jeder von ihnen bereits einen strikten Fluchtplan im Kopf habe. Und auch Bernard weiß nicht, ob er seinen Fünfjahres-Vertrag in der momentan ausgesetzten Premier Liga bis Juni 2018 erfüllen wird. Geschweige denn, ob er überhaupt nach Donezk zurückkehren wird.

"Es ist kompliziert, die Situation ist angespannt. So weit die Gewalt anfangs auch weg war - die Demonstranten sind längst auch in Donezk angekommen. Wir Spieler haben bereits alle notwendigen Schritte unternommen und unsere Namen im brasilianischen Konsulat hinterlassen. Wir haben Grünes Licht erhalten, das Land jederzeit verlassen zu können", schildert er. Mit einer vorzeitigen Freigabe seines Vereins rechne er hingegen nicht.

Auch der BVB wollte Bernard verpflichten

Dabei fühlt sich der junge Profi eigentlich sehr wohl bei seinem neuen Arbeitgeber. Doch eine politische Ausnahmesituation wie diese ändere natürlich alles. Und das nach nur sieben Monaten Aufenthalt im Land. "Es ist schwer, sich auf die Arbeit zu konzentrieren", sagt der 21-Jährige. Jede Stunde gebe es schlimme Nachrichten von Toten und Gewaltexzessen.

Bernard gilt - zusammen mit Neymar vom FC Barcelona und Oscar vom FC Chelsea - als eines der größten brasilianischen Talente. Zuletzt waren gleich mehrere europäische Top-Klubs wie der FC Arsenal, der FC Porto und Borussia Dortmund an dem Nationalspieler interessiert.

Fünf ausländische Fußballer verlassen Ukraine

Unterdessen haben bereits fünf ausländische Profis des ukrainischen Erstligisten Tschernomorets Odessa ihre Verträge aufgelöst und das Land verlassen. Das bestätigte der Verein auf seiner Internetseite. "Aufgrund der politischen Lage und fehlender Informationen von Verband und Liga zum Verlauf der Saison waren wir gezwungen, den Wünschen der Spieler zu entsprechen", heißt es dort.

Odessa war erst in der vergangenen Woche aus der Europa League ausgeschieden. Bei den Spielern handelt es sich um den Österreicher Markus Berger, den Brasilianer Anderson Santana, den Ivorer Franck Dja Djedje, den Spanier Sito Riera und den Argentinier Pablo Fontanello.

"Die Situation war für mich und meine Familie unerträglich. Die Lage ist extrem angespannt, man kann sich das gar nicht vorstellen", sagte Berger der österreichischen Nachrichtenagentur "APA".

Vorzeitige Vertragsauflösungen laut FIFA-Regelwerk legitim

Laut FIFA-Regularien können gültige Profi-Verträge "aus triftigen Gründen" vorzeitig aufgelöst werden. In diesem Fall würde eine Vertragsauflösung für einen Profi keine Entschädigungszahlungen oder sportliche Sanktionen nach sich ziehen. Der Ligabetrieb in der Ukraine steht bis auf Weiteres still. Wann die Rückrunde startet, ist zurzeit völlig offen.

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