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WM 2014: Wird die Weltmeisterschaft in Brasilien zum Chaos-Turnier?

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Chaos-WM 2014?  

WM-Gastgeber Brasilien gerät immer mehr auf Schlingerkurs

06.03.2014, 15:26 Uhr | rdsc, sid, dpa, t-online.de

WM 2014: Wird die Weltmeisterschaft in Brasilien zum Chaos-Turnier?. Eine junge Demonstrantin zeigt in Rio de Janeiro die brasilianische Flagge. Immer mehr sind gegen die WM. (Quelle: imago/Xinhua)

Eine junge Demonstrantin zeigt in Rio de Janeiro die brasilianische Flagge. Immer mehr sind gegen die WM. (Quelle: Xinhua/imago)

Anfangs stand das WM-Gastgeberland Brasilien vor allem wegen der schlechten Organisation im Fokus. Mittlerweile kommen aber auch noch politische Probleme hinzu: Neben den nach wie vor unfertigen Stadien wächst der Anteil der protestierenden Bevölkerung rasant an. Zudem steht der Vorwurf von veruntreuten Steuergeldern im Raum. Somit zieht das Chaos drei Monate vor Beginn des Mega-Events immer weitere Kreise.

Auch der Fußball-Weltverband FIFA ärgert sich über den schleppenden Gang der Vorbereitungen vor dem Eröffnungsspiel am 12. Juni zwischen Brasilien und Kroatien. FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke denkt immer mehr über seinen bereits beim Confed Cup angedrohten "Tritt in den Allerwertesten" nach. "Es ist eine Herausforderung. Wir müssen schnell Lösungen finden", gestand der "WM-General" und erhöhte den Zeitdruck.

Hat Brasilien nichts aus dem Confed Cup gelernt?

Die Brasilianer kämpfen, genau wie vor zwei Jahren, mit den gleichen Problemfeldern. Es beginnt bei den Stadien: Bei der WM-Generalprobe hatten nur zwei der sechs Arenen die Fertigstellungsfrist eingehalten. Das Maracana wurde gar erst 13 Tage vor Turnierstart eröffnet. Für die übrigen sechs WM-Stadien galt das Datum 31. Dezember 2013. Doch nur in der Arena das Dunas (Natal) und im Beira-Rio (Porto Alegre) rollt der Ball.

Tote auf den Baustellen

Die Arena da Amazonia in Manaus, deren Bau von drei tödlichen Unfällen überschattet wurde, öffnete erst verspätet ihre Tore. In der Arena Pantanal von Cuiaba müssen noch Sitzschalen montiert werden, ehe am 2. April Stadtklub Mixto den berühmten FC Santos zum Pokalduell empfängt. Der WM-Spielort Curitiba hätte um ein Haar die Rote Karte von der FIFA bekommen. Die Sicherung der weiteren Finanzierung sowie die Aufstockung des Arbeitspersonals von 980 auf 1500 rettete letztendlich die Arena da Baixada. Neue Frist ist der 15. Mai.

In der Arena Sao Paulo sind die Schäden eines Baukran-Einsturzes im vergangenen November, der zwei Tote forderte, noch nicht behoben. Zudem läuft die Montierung der Sitze auf Hochtouren. Bis zum 15. April soll alles fertig sein.

Wirbelstürme beschädigen Stadiondach

Und zu allem Überdruss wirbelte im WM-Stadion "Mineirao" am Spielort Belo Horizonte ein heftiger Sturm sinnbildlich mehrere Metallteile des Dachs durch die Luft. Außerdem überforderte starker Regen das Drainage-System des Stadions. Auf dem Spielfeld bildeten sich riesige Pfützen, die von Mitarbeitern des Stadions weggefegt werden mussten. Bei der WM sind im "Mineirao" immerhin vier Gruppenspiele, ein Achtel- sowie ein Halbfinale geplant.

Nächstes Sorgenkind: die temporären Bauten für Medien und Sponsoren. Das Internetportal UOL berichtete, dass zwei Drittel der WM-Städte nicht einmal die öffentlichen Ausschreibungen dafür gemacht hätten. "Ohne IT und ohne Telefonkommunikation in den Stadien werden alle sagen, wir sind die schlechtesten Organisatoren, und es war das schlechteste Event", sagte Valcke.

Sportminister Rebelo: "... dann werden sie halt danach fertig"

Bei der Verkehrsinfrastruktur haben die Brasilianer den Kampf gegen die Uhr schon verloren. Was für den urbanen Transport noch fertig wird, geht ohne große Testphase in den Betrieb, wie die modernisierte Metrostation am Maracana-Stadion. Und auch der Ausbau der Flughäfen wird über das Endturnier hinaus andauern. "Die Verbesserungen an den Flughäfen sind wichtig für Brasilien, nicht für die FIFA", relativierte Sportminister Aldo Rebelo und ergänzte: "Wenn sie nicht bis zur WM fertig werden, werden sie halt danach fertig."

Nur die Hälfte der Brasilianer ist für die WM

Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts "Datafolha" zufolge schwindet unterdessen auch im Gastgeberland die Zahl der Befürworter. Nur 52 Prozent der Brasilianer sind für die WM, während sich bereits ganze 40 Prozent gegen das Turnier aussprachen. Dies sei die höchste Rate, die bislang gemessen worden sei. Im November 2008 - ein Jahr nach dem WM-Zuschlag - habe die Zustimmung noch bei 79 Prozent und im Juni 2013 bei 65 Prozent gelegen.

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Zudem sehen bereits 56 Prozent die Protestmärsche in Rio de Janeiro als gerechtfertigt.

Cacau: Steuergelder für Stadien verschwendet

Auch der frühere deutsche Nationalstürmer Cacau hat sich in einem Interview mit der "Frankfurter Rundschau" kritisch über die politische Situation in seiner Heimat geäußert. "Die Regierung trägt eine Teilschuld an dieser Situation. Viele Versprechungen wurden erst gemacht und dann nicht eingehalten", sagte der Profi des VfB Stuttgart im Zuge der Protestbewegungen im Land.

"Sehr viele Steuergelder, weit mehr als angekündigt, wurden in den Bau der Stadien gesteckt, aber die Menschen in Brasilien hätten gerne gute Krankenhäuser, moderne Schulen und neue Straßen", so Cacau weiter. "Die Regierung hat seinerzeit versprochen, dass für die Stadionbauten keine Steuergelder ausgegeben, sondern alles privat finanziert würde. Das hat sie nicht eingehalten."

Mehr als 70 Prozent der Gesamtinvestitionen seien aus Steuergeldern finanziert. Cacau rechnet außerdem damit, dass es auch während des Turniers - wie schon beim Confed Cup im vergangenen Jahr - Proteste geben wird.

Armee soll zur Not für Sicherheit sorgen

Zur WM werden rund 600.000 Fans aus dem Ausland erwartet. "Wir sind sehr gut vorbereitet, um die Sicherheit für alle zu garantieren", versprach derweil Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff, von der auch der Slogan "WM aller WMs" stammt. Vor allem die angekündigten Proteste bereiten den Sicherheitsexperten Sorgen. Rund 150.000 Polizisten und Soldaten sowie 20.000 private Sicherheitskräfte sind während des Turniers landesweit im Einsatz. Notfalls will die Staatschefin auch auf die Armee zurückgreifen.

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