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WM 2014: Sicherheitslage in Brasilien problematischer als 2010

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Experte zur WM 2014  

"Sicherheitslage in Brasilien nicht zu unterschätzen"

02.04.2014, 13:21 Uhr | plu, t-online.de

WM 2014: Sicherheitslage in Brasilien problematischer als 2010. Helmut Spahn (re.) spricht auf einer Sicherheits-Konferenz im Wiener Innenministerium. Eine Demonstration während des Confed-Cups in Brasilien. (Quelle: imago/ICSS und Fotoarena)

Helmut Spahn (re.) spricht auf einer Sicherheits-Konferenz im Wiener Innenministerium. Eine Demonstration während des Confed-Cups in Brasilien. (Quelle: ICSS und Fotoarena/imago)

Das Interview führte Pascal Ludwig

Die WM 2014 in Brasilien rückt immer näher. Doch viele Fans sorgen sich aufgrund von täglichen Meldungen über Kriminalität und Gewalt in den WM-Städten vor einer Reise ins Gastgeberland.

T-Online sprach mit Helmut Spahn, einem der weltweit führenden Experten für Sportsicherheit, über die aktuelle Lage in Brasilien und die Risiken einer Reise zur WM-Endrunde.

Spahn war von 2003 bis 2006 "Head of Security" der Fußball-WM 2006 in Deutschland und zwischen 2006 und 2011 Sicherheitschef des Deutschen Fußballbunds. Seit 2011 arbeitet der 53-Jährige als Executiv Director für das ICSS (International Centre for Sport Security) in Doha/Katar.

Herr Spahn, vor wenigen Tagen wurde ein Polizist in einer Favela in Rio erschossen. Die Regierung versucht, durch den Einsatz von Militär die Lage in den Favelas unter Kontrolle zu bringen. Worauf sollten Fans besonders achten, um sich sicher in Brasilien zu bewegen?
Helmut Spahn: Grundsätzlich sollte sich der Fan vorher gut informieren. Die Sicherheitslage in Brasilien ist nicht zu unterschätzen und sicherlich nicht minder problematisch als in Südafrika. Teilweise ist die Lage sogar problematischer. Allerdings ist das mediale Bild ein etwas anderes.

Wie sieht dieses aus?
Positiver als in Südafrika. Man denkt bei Brasilien eher an Strand, Sonne, Party etc. statt an Kriminalität – und das macht die Sache gefährlich. Die Fans und Touristen rechtzeitig und umfassend zu informieren ist immens wichtig. Wer sich jedoch an die Regeln hält, wird sich in Brasilien sicher aufhalten können.

Das Endspiel-Stadion Maracana in Rio liegt in unmittelbarer Nähe zu lokalen Favelas. Ist die Polizeipräsenz vor Ort ausreichend, um Fans vor Übergriffen zu schützen?
Das denke ich schon. Alles in Rio liegt ja mehr oder minder in der Nähe von Favelas. Ich war während des Confed-Cups in Rio im Maracana. Die Polizei hat dort einen kompetenten Eindruck gemacht. Allerdings muss man aufpassen, die Sicherheitsmaßnahmen nicht zu überziehen.

Während des Confed-Cups in Brasilien im vergangenen Jahr kam es zu Massenprotesten auf den Straßen gegen die WM-Ausrichtung. Ist damit auch während des WM-Turniers zu rechnen?
Generell erwarte ich schon Demonstrationen, insbesondere im Umfeld der Stadien. In Brasilien ist die Schere zwischen arm und reich weit offen, und sie wird sich noch weiter öffnen. Die Mehrzahl der Brasilianer fühlt sich auf dem Weg, die WM auszurichten, nicht mitgenommen. Sportliche Großveranstaltungen werden wegen ihrer immensen medialen Präsenz immer wieder von unterschiedlichen Gruppen genutzt, um sich einer breiten Öffentlichkeit mitzuteilen.

Offiziellen Mitteilungen nach wurde kein einziger Fan während des Confed-Cups verletzt. Können Fans ohne Bedenken zu den WM-Spielen reisen?
Wenn man sich an die Regeln hält, dann ja. Allerdings sollte man auch nicht vergessen, dass beim Confed-Cup kaum Fans aus anderen Ländern vertreten waren. Das wird bei der WM definitiv anders sein.

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Während der WM werden deutsche Polizisten die heimischen Sicherheitskräfte beraten und unterstützen. Dies war auch schon bei vergangenen Weltmeisterschaften der Fall. Sehen sich die deutschen Beamten anderen Gefahren ausgesetzt als bei vergangenen WM-Einsätzen?
Nein. Allerdings ist jede WM anders und hat spezifische Herausforderungen. Die Ausbildung und Vorbereitung der Beamten ist und wird sehr professionell sein. Man wird auch auf die Kriminalitätslage und mögliche Demonstrationen angemessen reagieren.

Die kommenden Weltmeisterschaften finden 2018 in Russland und 2022 in Katar statt. Werden Fans dann mit weniger Sorgen in diese Gastgeberländer reisen können?
In Sachen Kriminalität sicherlich ja, was Katar betrifft. Allerdings sind bis dahin noch vier respektive acht Jahre Zeit. Demzufolge kann sich viel ändern. Gerade sicherheitspolitisch sehen wir ja aktuell, wie schnelllebig unsere Zeit ist. Eine ständige und umfassende Risikobeurteilung und Lagebilderstellung ist hier der Schlüssel zum Erfolg.


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