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Die peinlichsten WM-Fehlentscheidungen

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Wembley-Tor und Co.  

Die peinlichsten Schiedsrichter-Fehlentscheidungen

10.06.2014, 07:03 Uhr | t-online.de

Die peinlichsten WM-Fehlentscheidungen. Schiedsrichter Gottfried Dienst (mi.) und Linienrichter Tofiq Bahramov (2. v. li.) zu Beginn des WM-Finales 1966. (Quelle: imago/United Archives International)

Schiedsrichter Gottfried Dienst (mi.) und Linienrichter Tofiq Bahramov (2. v. li.) zu Beginn des WM-Finales 1966. (Quelle: United Archives International/imago)

Das WM-Finale 1966 machte vor allem Gottfried Dienst und Tofiq Bahramov berühmt. Doch nicht etwa, weil die beiden als Spieler glänzten. Der Schweizer Schiedsrichter und der sowjetische Linienrichter gingen in die Geschichte ein, weil sie ein entscheidendes Tor sahen, obwohl es eigentlich keines gegeben hatte.

Am 30. Juli 1966 stand es 2:2 im Endspiel um den Weltmeistertitel zwischen England und Deutschland, als in der 101. Minute Geoff Hurst den deutschen Torwart Hans Tilkowski überwinden konnte. Mit einem kurzen Schuss traf der Engländer die Latte, von wo aus der Ball auf den Boden abprallte und dann von Wolfgang Weber ins Aus geköpft wurde.

Anschließend lautete die große Frage, wo genau der Ball auftraf, als er den Boden berührte. Die jubelnden Engländer mit dem Titel vor Augen wollten das Tor, die verzweifelten Deutschen glaubten, der Ball hätte sich nie hinter der Torlinie befunden. Die Schiedsrichter mussten unter dessen diskutieren, was sie gesehen hatten.

Sprachen-Wirrwarr

Weil Bahramov nur Aserbaidschanisch und Russisch sprach verständigte sich Dienst mit ihm per Zeichensprache und entschied letztendlich auf Tor. Der Linienrichter behauptete in seiner Biografie zwar, der Ball sei definitiv im Tor gewesen, gestand aber nach dem Spiel, seine Entscheidung vor allem aufgrund der Fanreaktionen auf beiden Seiten getroffen zu haben.

Nach dem sogenannten Wembley-Tor diskutierten unter anderem der englische Stürmer Roger Hunt, sowie der Bundespräsident Heinrich Lübke über das Spiel. Beide waren sich damals sicher, dass ein reguläres Tor gefallen war. Hunt betont sogar, dass er andernfalls den Ball "ins Tor gedrückt" hätte.

England löst Rätsel und muss Revanche hinnehmen

Im Mai 2006, kurz vor der Heim-WM, wurden die Deutschen endgültig erlöst. Eine Studie der Universität Oxford kam zu dem Schluss, dass das Tor keines gewesen ist. Eine genaue Analyse von Fotos und Videomaterial zeigte, dass der Ball die Torlinie niemals vollständig überschritten hatte.

Bei der WM 2010 in Südafrika gab es dann eine "Rache für Wembley". Ähnlich wie 44 Jahre zuvor schoss ein Engländer, Frank Lampard, aufs Tor und überwand damit den deutschen Keeper Manuel Neuer. Der Ball prallte unter die Latte, traf auf den Boden, schoss erneut unter die Latte und konnte erst dort von Neuer geschnappt werden.

Diesmal war der Fußball-Gott auf deutscher Seite, denn weder Schiedsrichter Jorge Larrionda, noch Linienrichter Mauricio Espinosa hatten gesehen, wie der Ball beim Aufprall auf den Boden eindeutig hinter der Torlinie aufschlug. Der Ausgleich zum 2:2 hätte das Spiel drehen können, so gewann die DFB-Auswahl schließlich mit 4:1 und zog ins Viertelfinale ein.

Weitere Schiedsrichter-Fehler

Dank der Torlinientechnik sollten die Referees der WM 2014 vor Fehlern dieser Art geschützt sein. Bleibt abzuwarten, ob sich die Schiris aus anderen Gründen in die Liste der peinlichsten Fehlentscheidungen einreihen. Zwar wird es schwierig die zeichensprachliche Diksussion von Dienst und Bahramov zu übertreffen, aber vielleicht reiht sich der ein oder andere doch in die Liste von t-online.de ein.

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