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Vettel vor WM: "Wünsche mir manchmal, Fußballer zu sein"

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Fußball  

Vettel vor WM: "Wünsche mir manchmal, Fußballer zu sein"

28.05.2014, 09:26 Uhr | dpa

Vettel vor WM: "Wünsche mir manchmal, Fußballer zu sein". Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel fiebert mit dem DFB-Team mit.

Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel fiebert mit dem DFB-Team mit. Foto: Jens Büttner. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Fußball-Fan Sebastian Vettel fiebert dem WM-Sommer entgegen und will sich möglichst kein Spiel der deutschen Mannschaft entgehen lassen.

"Wenn es dann gut laufen sollte, dann fiebert man natürlich mit und versucht, jede Minute live am Bildschirm zu verfolgen", sagte der Red-Bull-Fahrer in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa. Der 26-Jährige hofft in den kommenden Wochen auf eine erneute schwarz-rot-goldene Euphorie wie bei vergangenen Turnieren. "Mit Freunden nach einem guten Spiel in den Autokorso, das sind ganz besondere Erinnerungen", sagte Vettel.

Sie sind schon einmal Weltmeister in Brasilien geworden. Was können Sie der deutschen Fußball-Nationalelf raten?

Sebastian Vettel: Sie sollen sich auf jeden Fall anstrengen. Feiern lohnt sich in Brasilien.

Wie werden Sie die WM verfolgen?

Vettel: Wir haben teilweise Rennen, sind unterwegs. Aber natürlich versuche ich so viel wie möglich zu schauen, weil es mich interessiert. Natürlich vor allem die Spiele der deutschen Mannschaft, aber auch andere Spiele. Wenn es dann gut laufen sollte, dann fiebert man natürlich mit und versucht, jede Minute live am Bildschirm zu verfolgen.

Spaltet das Thema Fußball eigentlich Ihr Team?

Vettel: So viel Rückenwind für die deutsche Mannschaft habe ich da nicht. Natürlich ist die Unterstützung für die Engländer am größten, weil es im Kern ein englisches Team ist. Ich kann mich noch an die WM 2010 erinnern, als Deutschland gegen England gespielt hat. Da hatten wir die Monitore eingeschaltet, das war ein grandioses Spiel, dieses 4:1. Da ging mir natürlich das Herz auf und ich konnte das ganze Meeting danach strahlend dasitzen, während alle anderen ein bisschen verkrampft waren. Ich hoffe, dass es dieses Jahr wieder so ähnlich läuft, dass wir jubeln und die Engländer ein langes Gesicht ziehen.

Fiebern und leiden Sie mit der Nationalelf anders mit als mit Ihrem Herzensclub Eintracht Frankfurt?

Vettel: Für alle Fußballfans ist das was anderes, weil die Aufmerksamkeit nochmal viel größer ist. Die Bundesliga ist unbestritten das Sportereignis Nummer eins in Deutschland, aber wenn es mit der Nationalmannschaft rund geht, schaut jeder Hanswurst in den Fernseher und drückt die Daumen. Wir hatten ja 2006 die Möglichkeit, als Gastgeber dabei zu sein. Leider hat es nicht ganz gereicht, aber es war einer dieser Sommer, den jeder genossen hat. Genauso ging es mir. Mit Freunden nach einem guten Spiel in den Autokorso, das sind ganz besondere Erinnerungen.

Bei den großen Fußball-Turnieren ergriff zuletzt ein positiver Patriotismus die Republik. Wie erleben Sie das?

Vettel: Ich finde es schön. Die Deutschen haben aufgrund der eigenen Geschichte ein bisschen Probleme damit, zur eigenen Flagge, zum eigenen Land zu stehen. Deswegen ist es schön, dass man zu so einem Ereignis aus sich herauskommen kann, voller Stolz die deutsche Fahne schwenkt. In anderen Ländern ist es ganz normal, dass man auch zu jeder anderen Zeit den Stolz mit sich trägt.

Bei der EM 2012 wurde darüber diskutiert, dass einige Nationalspieler nicht die Hymne sangen. Für Sie wurde die Nationalhymne ja auch schon oft gespielt. Wie stehen Sie dazu?

Vettel: Das muss jeder für sich entscheiden. Bei uns ist es ja nach dem Rennen, wenn das Ergebnis schon feststeht. Vor dem Spiel oder vor dem Rennen ist man ja in einem ganz anderen Zustand. Wenn sich jemand voll auf das Spiel konzentriert, hat er vielleicht nicht gerade Lust zu singen. Es ist schon ein Moment, in dem man sehr stolz ist, Teil des Ganzen zu sein. Auf der anderen Seite ist man auch Profi und konzentriert sich auf das, was kommt.

Wie sind denn Ihre Qualitäten als Fußballer?

Vettel: Normalerweise ist ja die Stärke beim Fußball, die Mannschaft ins Spiel zu bringen. Das passiert bei mir leider nicht so oft. Ich renne dann ziemlich oft allein durch, nicht oft erfolgreich. Ich spiele rein aus Spaß, um mich körperlich auszupowern, mit begrenzten Fähigkeiten. Das Schöne am Fußball ist, dass man den direkten Vergleich hat, was möglich ist. Bei den Profis schaut alles immer so leicht aus. Wenn man dann selbst gegen den Ball tritt, dann geht der Ball doch nicht immer da hin, wo man will.

Was können Fußballer von Formel-1-Piloten lernen?

Vettel: Generell gibt es im Sport sehr viele Dinge, die man voneinander lernen kann. Es ist egal, ob man auf dem Fußballplatz steht, im Auto sitzt, den Golf- oder Tennisschläger in der Hand hat. Wenn man ganz nach oben kommt im Sport, gibt es sehr viele Parallelen. Das tägliche Leben, die Bereitschaft, die Disziplin, das Training. Bei uns würde ich mir wünschen, dass wir mehr fahren könnten. Da sind die Möglichkeiten begrenzt und mit großem Aufwand verbunden. Da würde ich mir manchmal wünschen, Fußballer zu sein und einfach rauszugehen und aufs Tor zu schießen.

Nochmal zurück zum Anfang. Was spricht aus Ihrer Sicht dafür, dass die deutsche Mannschaft am 13. Juli in Brasilien den Titel feiern kann?

Vettel: Die Qualität. Es ist jetzt nicht mehr nur die junge Generation, die die erste Elf bildet, sondern mittlerweile eine international erfahrene Truppe. Man muss einfach in der kurzen Zeit zueinander finden, als Mannschaft Spaß an der Sache haben und gut ins Turnier starten. Der Rest ergibt sich von selbst. Natürlich wird der Druck sehr schnell geschürt, was nicht immer gut ist, weil die Erwartungshaltung sehr groß ist. Das ist ein Übel, mit dem man kämpfen muss. Das geht nicht nur den Fußballern so, sondern vielen Sportlern, die große Aufmerksamkeit genießen. Ich wünsche der deutschen Mannschaft, dass da nicht so viel hinterfragt wird, sondern man sie einfach machen lässt.

ZUR PERSON: Sebastian Vettel (26) gewann in den vergangenen vier Jahren die Formel-1-Weltmeisterschaft. Der im hessischen Heppenheim geborene Rennfahrer startete seine Karriere bei BMW-Sauber, ehe er über Toro Rosso zu Red Bull kam. Er lebt mit Freundin und Tochter in Ellighausen in der Schweiz.

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