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Nicht der erste Unfall  

DFB stellt Werbe-Aktionen auf Prüfstand

28.05.2014, 20:04 Uhr | dpa

DFB stellt Werbe-Aktionen auf Prüfstand . Unfall beim Werbedreh des DFB (Quelle: Reuters)

Der Unfall beim Werbedreh mit Mercedes könnte beim DFB für ein umdenken sorgen. (Quelle: Reuters)

Nach dem schweren Autounfall mit zwei Verletzten bei einem Sponsorentermin der deutschen Nationalmannschaft kommen solche Events beim DFB auf den Prüfstand. "Es ist klar, dass solch eine Aktion und ein solcher Unfall in die Bewertung kommen", sagte Teamanager Oliver Bierhoff in St. Leonhard. "Trotz des schlimmen Ereignisses" befürchte er aber "keine Konsequenzen für die weitere Vorbereitung" der Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw auf die Weltmeisterschaft in Brasilien. Das Training im italienischen Passeiertal wird bis zum geplanten Ende am Samstag fortgesetzt.

Es ist nicht das erste Mal, dass es bei einer Werbeaktion des DFB zu einem Unfall kommt. Im Frühjahr 2013 hatte sich der damalige U21-Keeper Kevin Trapp von Eintracht Frankfurt bei Aufnahmen mit Mercedes die Mittelhand gebrochen. Möglicherweise spielt auch das bei der anstehenden "Bewertung" eine Rolle.

Ausweichmanöver als Unfallursache

Bierhoff war noch am Abend des Unglückstages zusammen mit den beiden Piloten Pascal Wehrlein und Nico Rosberg zu den Verletzten in die Krankenhäuser von Bozen und Meran gefahren. Das sei "ein starkes Bedürfnis" aller gewesen, berichtete er. Man halte Kontakt zur Frau des schwer verletzten deutschen Urlaubers.

Der 63-Jährige war vom 360 PS starken Mercedes, den Wehrlein gesteuert hatte und in dem der Schalker Nationalspieler Benedikt Höwedes als Beifahrer saß, auf einer kurvigen Strecke erfasst worden. Wehrlein war mit seinem Auto hinter Formel-1-Pilot Rosberg gefahren und offenbar bei einem Ausweichmanöver von der Straße abgekommen.

Mercedes-Benz will Behörden unterstützen

"Die Strecke war sicher, war abgesperrt", sagte Hauptkommissar Johann Ramoser von der Polizei in Bozen bei einer Pressekonferenz im DFB-Medienzentrum. An jeder Seitenstraße hätten Posten gestanden, mit Bändern sei der Kurs abgesperrt gewesen. Ramoser ließ jedoch erkennen, dass es trotzdem ein Risiko gab: "Natürlich kann man aus jeder Wiese raustreten, sonst muss man auf eine Rennstrecke gehen."

Zum Stand der Ermittlungen und der Dauer des Verfahrens machte der Kommissar keine Angaben. Mercedes-Benz kündigte an, die Behörden umfassend zu unterstützen. Das Film- und Fotomaterial aus den Autos sei sofort zur Verfügung gestellt worden. Die Ermittlungen führt die Staatsanwaltschaft Bozen.

Der Schock sitzt tief

Über den Gesundheitszustand der Unfallopfer wurde nichts mitgeteilt. Nach Berichten lokaler Medien soll der schwer verletzte Deutsche "ein isoliertes Schädelhirntrauma" erlitten haben. "Der Schock über die tragischen Ereignisse sitzt sehr tief", schrieb der 19 Jahre alte Unglückspilot Wehrlein bei Facebook: Er bete dafür, dass bald positive Nachrichten von den Verunglückten kämen.

UMFRAGE
Sollte der DFB nach dem tragischen Unfall auf Werbeaktionen dieser Art verzichten?

Mercedes-Sprecherin Claudia Merzbach, die bei der Aktion vor Ort gewesen war, betonte, dass es sich bei der "Produktfahrt-Vorstellung" um "kein Speed-Rennen" gehandelt habe: "Es gab keine Zeitmessung." Ähnliche Aktionen habe es in fast allen Trainingslagern des DFB-Teams gegeben. Bei möglichen Konsequenzen des Stuttgarter Automobilbauers ginge Sorgfalt vor Schnelligkeit, sagte sie: "Wir sind am meisten daran interessiert, wo war vielleicht ein Fehler." Bierhoff erklärte: "Die Lust für so eine Aktion ist jetzt erstmal nicht vorhanden."

Der Manager sprach von einem "großen Schock" bei der Mannschaft. Besonders betroffen reagierten die Beifahrer Höwedes und dessen Schalker Vereinskollege Julian Draxler. Vier weitere Spieler hätten später mitfahren sollen. "Körperlich geht es mir gut", teilte Höwedes mit. Er habe eine Aussage bei der Polizei gemacht. Er sei angeschnallt gewesen und habe Erste Hilfe geleistet. Zum Unfallhergang äußerte sich der 26-Jährige auf der DFB-Homepage nicht. Bierhoff kündigte für künftige Sponsoren-Aktivitäten an: "Wo ist die Gefahr für die Spieler? Das muss ausgeschlossen werden."

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