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WM 2014: DFB-Internist: "Denguefieber ist ein Thema"

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DFB-Arzt: "Denguefieber ist ein Thema"

29.05.2014, 15:49 Uhr | sid

WM 2014: DFB-Internist: "Denguefieber ist ein Thema". Tim Meyer (Quelle: imago/Hartenfelser)

Tim Meyer ist zufrieden mit dem Fitnesszustand des DFB-Teams. (Quelle: Hartenfelser/imago)

Tim Meyer hat alle möglichen Vorkehrungen getroffen, er spricht vom "vorbereitungsintensivsten" Turnier überhaupt. Mehr als 60 Medikamente hat der Internist des DFB für die WM in Brasilien angemeldet, das Trinkwasser vor Ort wird auf seine Reinheit getestet, die Reisetipps sind auf zehn Seiten zusammengefasst. Kurz gesagt: Die deutsche Nationalmannschaft ist medizinisch so gut vorbereitet auf den Trip nach Südamerika wie nur irgend möglich.

Die größte Sorge Meyers sind jedoch die übertragbaren Krankheiten vor Ort. "Neben Malaria und Gelbfieber sind das vor allem das Denguefieber und Hepatitis A. Gegen Gelbfieber und Hepatitis kann geimpft werden, gegen Malaria und Denguefieber nicht", sagte er der "Welt": "Die Gefahr, an unserem Standort an Malaria zu erkranken, erachte ich als außerordentlich gering. Denguefieber allerdings ist schon ein Thema."

Dies werde nämlich von Mücken übertragen, "und da es ein Virus ist, gibt es auch keine Medikamente dagegen. Das bedeutet, man muss den Stich der Mücke verhindern". Dies gehe am besten über Kleidung, Spray oder das Aufhalten in geschützten Räumen. Im Quartier in Santo Andre werde man darauf achten, "dass auf dem Gelände keine Brutstätten entstehen oder möglichst wenige". Das Risiko lasse sich freilich "nicht auf Null senken", sagte Meyer im Trainingslager in Südtirol: "Aber ich möchte das nicht dramatisieren. Die allerwenigsten Brasilien-Touristen bekommen Denguefieber, und viele von denen sind wahrscheinlich sorgloser als wir."

Doch Meyer will nicht nur Krankheiten vermeiden, er will auch dafür sorgen, dass die Fußballer bestens vorbereitet sind für den Kampf um den vierten WM-Titel. Die Fitness sei dafür generell die "wesentliche Voraussetzung", betonte der 46-Jährige, in Südamerika komme ihr aber eine noch wesentlichere Bedeutung zu, "um die klimatischen Bedingungen gut auszuhalten".

Südamerikaner im Vorteil

Dass Südamerikaner auf die Bedingungen in Brasilien besser vorbereitet sind, sei kein Klischee, erklärte der Professor für Sport- und Präventivmedizin an der Universität des Saarlandes. Dass viele Südamerikaner bei Vereinen in Europa spielen, mache den Vorteil aber "sicher kleiner". Zudem solle man "diesen Aspekt nicht allein auf das Klima reduzieren. Es ist auch der 'Way of live', an den man sich anpassen muss. Nicht nur das Thermometer ist relevant".

Wichtig sei es für die Sportler in jedem Fall, drei bis vier Liter am Tag zu trinken, weil der Körper seine Temperatur über das Schwitzen regele. Die Akklimatisierung sei ein Thema, "aber schon nach einer Woche hat man ein großes Maß an Akklimatisierung erreicht". Zudem sei es "eine gute Idee" von Bundestrainer Joachim Löw, zu den Spielzeiten in Brasilien trainieren zu lassen.

Froh ist Meyer derweil, dass die DFB-Elf nicht in Manaus im Regenwald spielen muss. Dies sei nämlich sehr belastend: "Die Spielorte an der See sind schon etwas angenehmer."

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