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DFB-Chef Niersbach kritisiert Blatters Vorgehen

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Fußball  

DFB-Chef Niersbach kritisiert Blatters Vorgehen

07.06.2014, 12:45 Uhr | dpa

DFB-Chef Niersbach kritisiert Blatters Vorgehen. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach lässt sich nicht überrumpeln.

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach lässt sich nicht überrumpeln. Foto: Andreas Gebert. (Quelle: dpa)

Sao Paulo (dpa) - Kurz vor dem FIFA-Kongress in Sao Paulo hat sich DFB-Präsident Wolfgang Niersbach mit Kritik an Amtsinhaber Joseph Blatter in den Machtkampf um den Chefposten im Fußball-Weltverband eingeschaltet.

Die europäischen Funktionäre wollen bei dem Treffen am Vortag des WM-Anpfiffs in Brasiliens Mega-Metropole womöglich kollektiv ihren Widerstand artikulieren.

Die FIFA-Wahlkongresse wurden extra in Nicht-WM-Jahre verlegt. Nun bestimmt aber doch ein möglicher Wahlkampf Joseph Blatter gegen Michel Platini die höchste Versammlung der Fußball-Funktionäre kurz vor dem Anpfiff in Brasilien.

Wolfgang Niersbach: "Ich erinnere mich gut an das Jahr 2002, als am Vorabend des Kongresses sogar noch Pressekonferenzen abgehalten wurden. Die Europäer hatten sich damals für den Kandidaten Issa Hayatou ausgesprochen. Der Kongress und die WM rückten durch den Wahlkampf in den Hintergrund. Die Verlegung der Präsidentschaftswahlen erfolgte deshalb aus gutem Grund."

Joseph Blatter hat angekündigt, sich beim Kongress in Sao Paulo wieder als FIFA-Präsidentschaftskandidat für eine weitere Amtszeit ab 2015 ausrufen zu lassen. Wie beurteilen Sie die Pläne des FIFA-Bosses?

Wolfgang Niersbach: "Für uns beim DFB gilt wie für alle Europäer nach wie vor, was Joseph Blatter beim UEFA-Kongress 2011 in Paris offiziell gesagt hat. Damals hat er erklärt, dass die laufende Amtszeit definitiv seine letzte sein wird. Dass er jetzt scheinbar andere Überlegungen hat, haben wir bisher nur den Medien entnehmen können."

Sie rechnen also trotz der klaren Aussagen Blatters nicht mit einer erneuten Kandidatur? Das wäre doch überraschend.

Wolfgang Niersbach: "Wir gehen solange davon aus, dass seine Aussage gilt, bis er offiziell eine erneute Kandidatur ankündigt. Ob er das jetzt beim Kongress in Sao Paulo machen wird, weiß ich nicht. Die Frist für eine Kandidatur läuft jedenfalls erst im Januar kommenden Jahres ab."

Das heißt, Fußball-Europa ist wieder gegen Blatter. Englische Medien berichten von konzertierten Aktionen gegen Blatter bei einer Kandidatenkür in Sao Paulo.

Wolfgang Niersbach: "Ich kenne bisher keine derartigen Absprachen der Europäer und wüsste davon, wenn es sie gäbe. Wir warten jetzt erst einmal ab, was die Sitzungen der Kontinentalverbände ergeben, die vor dem Kongress stattfinden und bei denen Joseph Blatter auch persönlich anwesend sein wird."

Es bleibt die Frage, ob Michel Platini überhaupt kandidieren will - oder einen Machtkampf mit Blatter letztlich scheut.

Wolfgang Niersbach: "Das sind im Moment alles Spekulationen. Ich halte es für richtig, dass Michel Platini erst einmal den Lauf der Dinge abwartet, ehe er sich öffentlich erklärt."

Aber braucht Europa nicht in jedem Fall einen Kandidaten? Auch Ihr Name wurde zuletzt in britischen Medien genannt.

Wolfgang Niersbach: "Ich habe davon auch gehört und gelesen, aber es ist absolut nichts dran an diesem Gerücht."

Überraschend wenig Aufmerksamkeit bekommt das Thema FIFA-Reformprozess. In der Kongresstagesordnung ist es unter Punkt zwölf fast schon versteckt. Konkrete Anträge zu den offenen Themen Amtszeit- und Altersbeschränkung für FIFA-Funktionäre liegen offenbar nicht vor.

Wolfgang Niersbach: "Das ist in der Tat verwunderlich. Wir fragen uns in der UEFA, warum es in einem ganzen Jahr seit dem Kongress auf Mauritius nicht möglich war, einen entsprechenden Antrag zu formulieren und vorab an die Verbände zu verschicken."

Ihr Amtsvorgänger als DFB-Chef, Theo Zwanziger, war mit dem Thema von Blatter beauftragt worden. Ist es sein Versäumnis, dass es keinen Antrag gibt?

Wolfgang Niersbach: "Das kann ich nicht beurteilen und würde es auch nie behaupten. Mir ist wichtig zu betonen: Die Europäer sind keine Reformblockierer, im Gegenteil: Wir hätten uns schon im letzten Jahr auf Mauritius eine Klärung gewünscht, ich selber habe dies beim damaligen Kongress offen angemerkt. Sollte jetzt noch kurzfristig ein tragfähiger Vorschlag zur Amtszeit- oder Altersbegrenzung zur Abstimmung kommen, würden wir dem offen gegenüber stehen."

Zur Person: Wolfgang Niersbach (63) ist seit März 2012 Präsident des Deutschen Fußball-Bundes. Seit Mai 2013 gehört der ehemalige Agenturjournalist auch dem Exekutivkomitee der UEFA an. Deren Präsident Michel Platini ist ein enger Vertrauter Niersbachs, der durch seine führende Rolle im Organisationskomitee der WM 2006 in Fußball-Funktionärskreisen weltweit exzellent vernetzt ist.

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