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Fast 180.000 Sicherheitskräfte sollen für Ordnung bei der WM sorgen

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"Jetzt sind wir bereit"  

Fast 180.000 Sicherheitskräfte sollen für Ordnung bei der WM sorgen

11.06.2014, 10:03 Uhr | AFP

Das Chaos vor einem Jahr hat in Brasilien seine Spuren hinterlassen. Der Konföderationen-Pokal - die WM-Generalprobe - war von massiven Protesten fast lahm gelegt worden, bis zu eine Million Menschen waren auf die Straßen gezogen und hatten Sicherheitskräfte und Behörden auf dem falschen Fuß erwischt. "Jetzt sind wir bereit", sagte Andrei Rodrigues, Regierungsstaatssekretär für Großereignisse, kurz vor dem Anpfiff. 15 Einsatzbereiche seien definiert und für jeden Fall strikte Protokolle festgelegt und mehrfach durchgeprobt worden.

157.000 Polizisten und Soldaten sollen in den zwölf Gastgeberstädten für Sicherheit, Recht und Ordnung sorgen. Darüber hinaus wurden 20.000 Sicherheitsleute von Privatfirmen für die Stadien angeheuert. 120 Polizisten aus 40 Staaten arbeiten mit den brasilianischen Kollegen zusammen, etwa um Hooligans zu identifizieren. Kostenpunkt insgesamt: rund 630 Millionen Euro.

Wie "Robocops"

Neben friedlichen Aktivisten haben auch militante Gruppen zu einer Serie von Demonstrationen während der WM aufgerufen. Sie wollen an die Mobilisierung von 2013 anknüpfen. Damals gab es lautstarke Rufe nach einem Stopp der Korruption, nach Investitionen in Bildung und Infrastruktur anstatt in WM-Stadien. "Wir haben den Eindruck, dass die Proteste in diesem Jahr geringer ausfallen werden", sagt Brasiliens Justizminister José Eduardo Cardozo.

Trotzdem soll nichts dem Zufall überlassen werden. Die Militärpolizei, die für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung zuständig ist, wurde vom FBI und von der französischen Bereitschaftspolizei trainiert. Die Einheiten erhielten neue Hightech-Uniformen, die sie wie "Robocops" aussehen lassen. In Rio hat die berittene Polizei extra Hufeisen-Reserven angelegt.

Präsidentin Dilma Rousseff hatte im April versprochen, niemand Unbefugtes werde sich den 32 WM-Teams nähern können. Doch vor wenigen Tagen gelang es streikenden Lehrern, den Teambus der brasilianischen Seleçao zu blockieren und mit Protestaufklebern zu pflastern.

Auch Caxirolas sind verboten

Die Gefahr eines Terroranschlags wird indes als niedrig eingestuft. Reaktionsteams stehen bereit, falls es einen Anschlag mit Chemie- oder Atomwaffen gegen sollte. Auch ein Cyber-Sicherheitszentrum wurde eingerichtet. Und in der Amazonas-Stadt Manaus, in der die Mannschaften der USA, Großbritanniens und Italiens spielen, sind die Behörden ohnehin in erhöhter Alarmbereitschaft.

Auch die Präsenz in den Favelas genannten Elendsvierteln wurde erhöht, nachdem sechs "Friedens"-Polizisten getötet worden waren. 450 zusätzliche Sicherheitskräfte sollen nun auf Patrouille gehen, insbesondere in Rio. In dem ausufernden Slum Mare in der Nähe des Flughafens von Rio wurden 2700 Soldaten stationiert - sie sollen bis zum 31. Juli dort bleiben.

Um Gewalt und Chaos nicht nur vor, sondern auch in den Stadien zu verhindern, dürfen viele Gegenstände nicht mit zu den Spielen gebracht werden: keine Feuerwerkskörper, keine Musikinstrumente, keine großen Spruchbänder. Aber auch viele Elektronikgeräte sind verboten, darunter Tabletcomputer.

Unter das Verbot fällt auch die Caxirola, eine Rassel, die wie die Vuvuzela bei der WM in Südafrika für ohrenbetäubenden Krach sorgen sollte. Dagegen war der Weltfußballverband Fifa eingeschritten, nachdem bei Testspielen Fans ihre Krach-Instrumente auf das Spielfeld geworfen hatten.

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