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WM: Die häufigsten Sportverletzungen bei Fußballern

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Muskelfaserriss auf Platz eins  

Die häufigsten Sportverletzungen von Fußballern

13.06.2014, 14:47 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

WM: Die häufigsten Sportverletzungen bei Fußballern. Die häufigste Sportverletzung bei Fußballern ist der Muskelfaserriss. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die häufigste Sportverletzung bei Fußballern ist der Muskelfaserriss. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Während der WM schaut Deutschland mit Bangen auf die Gesundheit der Nationalmannschaft. Zu Recht, denn das Verletzungsrisiko ist hoch, wie unter anderem die Bänderverletzung bei Marco Reus sowie die Schulterprobleme von Manuel Neuer beweisen. Von Muskelfaserriss bis Leistenzerrung: Diese Verletzungen treffen Fußballer am häufigsten.

"Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Fußballer im Spiel verletzt, ist viermal höher als im Training", weiß Dr. Ingo Tusk, Chefarzt der Abteilung Sportorthopädie und Endoprothetik der Frankfurter Rotkreuz-Krankenhäuser e.V. und Vizepräsident der Deutschen Sportärzte (DGSP). Dabei sind 20 bis 25 Prozent aller Sportverletzungen Wiederholungsverletzungen sind. Laut Experte bildet sich die neue Verletzung meist neben der alten Narbe.

Verletzungsrisiko am Ende der Halbzeiten am größten

"Die meisten Verletzungen finden zudem kurz vor Ende der Halbzeiten statt, also dann, wenn der Ehrgeiz der Sportler ein Tor zu schießen besonders groß ist. Der Trieb zu siegen, wird dann über den eigenen Körper gestellt. Zudem sind die Fußballer zu diesem Zeitpunkt bereits müde und die Konzentration lässt nach" erklärt Tusk.

Verletzungen am Oberschenkel sind am häufigsten

Nach Angaben des Orthopäden zählen Verletzungen des Oberschenkels zu den häufigsten Blessuren im Fußballsport. "Besonders der Muskelfaserriss ist als typisch hervorzuheben. Wird der Muskel zu stark auseinandergezogen, spricht man von einer Zerrung, kommt es zu einer Zellschädigung, nennt man dies Muskelfaserriss", weiß der Experte.

Muskelfaserriss ist sehr schmerzhaft

Ein Muskelfaserriss entsteht bei einer Überbeanspruchung der Muskulatur. Besonders hoch ist das Risiko, wenn sich der Sportler vor seinem Einsatz nicht richtig aufgewärmt hat. Reißt der Muskel ein, verspürt der Sportler einen schmerzhaften Stich. Zudem zeigt sich an der betroffenen Körperstelle oft ein blauer Fleck.

Operiert wird nur in seltenen Fällen

In der Regel ist bei einem Muskelfaserriss keine Operation notwendig. Die Verletzung, die durch das Auseinanderziehen des Muskels entstanden ist, regeneriert sich bei entsprechender physiotherapeutischer Behandlung meist von selbst. "Der Sportler muss mit einem Ausfall von zwei bis drei Wochen rechnen", sagt Tusk. "Operiert wird nur, wenn ein ganzes Muskelbündel eingerissen ist und sich ein starker Bluterguss gebildet hat. Dann ist auch die Regenerationszeit wesentlich länger."

Zurück bleibt eine kleine Narbe im Gewebe, die von dem Muskel aber problemlos ausgeglichen werden kann. Wichtig ist, dass sich der Sportler schont, solange er Schmerzen in dem betroffenen Muskel verspürt.

Sprunggelenk von Fußballern stark gefährdet

Platz zwei der häufigsten Fußballerverletzungen bilden Schäden am Sprunggelenk des Fußes. Besonders oft kommt es zu Einrissen an den Stützbändern des Fußes, beispielsweise am Außenband. Diese Art der Verletzung droht, wenn der Sportler umknickt. "Das Risiko ist besonders bei Kopfballsprüngen erhöht", erklärt der Orthopäde. "Das sogenannte Umknicktrauma konnten wir kürzlich ja am Beispiel von Marco Reus sehen, der sich eine Verletzung am Syndesmoseband zugezogen hat." Aber auch kurze Sprints und schnelle Stopps erhöhen das Risiko für solche Verletzungen. Der Fuß ist anschließend nicht mehr belastbar.

Wird der Außenbandriss beispielsweise mit einer harmlosen Bänderdehnung verwechselt und nicht richtig behandelt, kann das die sportliche Leistung des Betroffenen langfristig mindern. Laut Tusk werden Bänderrisse in der Regel konservativ, also ohne Operation behandelt. Der Spieler bekommt eine Stützschiene und darf dann drei bis vier Wochen nicht auf den Platz. In Ausnahmefällen kann die Trainingspause aber auch länger dauern.

Gefahrenzone Kniegelenk

Am dritthäufigsten kommt es bei Fußballern zu Verletzungen des Knies. "Besonders oft sind Schäden am Knieinnenband, am Meniskus, am Kreuzband sowie am Knorpel zu beobachten", sagt der Orthopäde. Verletzungen am Innenband würden ohne Operation abheilen. Der Spieler falle für ungefähr drei Monate aus.

Eine Verletzung des Meniskus sei in der Regel ebenfalls gut behandelbar. Dabei komme es allerdings darauf an, ob der Meniskus genäht wird oder ob der Arzt diesen komplett entnimmt. Je nach Art der Operation fällt der Spieler zwischen zwei und zwölf Wochen aus.

"Auch bei einem Kreuzbandriss muss operiert werden. Hier dauert die Genesungszeit rund ein halbes Jahr. Es handelt sich hierbei um eine sehr schwere Verletzung. In Einzelfällen kann es passieren, dass der Sportler nie mehr so richtig fit wird", erläutert der Experte.

Ebenfalls nicht zu unterschätzen sind Schäden am Knorpel. "Das ist mit die tückischste Verletzung überhaupt", sagt Tusk. "Der Knorpel besteht aus nicht regenerativem Gewebe. Wird dieses beschädigt, drohen Arthrose und im schlimmsten Fall irgendwann ein neues Kniegelenk." Ein Knorpelschaden kann operativ behandelt werden und zieht eine Ausfallzeit des Spielers von rund drei Monaten nach sich.

Achillessehne reißt wie ein Peitschenschlag

Platz vier der Fußballerverletzungen belegen Verletzungen im Unterschenkel. Am häufigsten hierbei: der Muskelfaserriss. Die schlimmste Verletzung am Unterschenkel ist der Achillessehnenriss. "Für den Sportler ist das eine sehr schwere Verletzung", erklärt Tusk. "Entzündet sich die Sehne und nimmt der Sportler darauf keine Rücksicht, kann diese bei weiterer Überbelastung reißen." Viele Sportler berichten, dass sich dies wie ein Peitschenschlag anhört. Verwunderlich findet das der Experte nicht. Schließlich sei die Achillessehne die stärkste Sehne im Körper. "Im Bereich des Leistungssports wird dies operiert", sagt Tusk. "Der Spieler fällt dann vier bis sechs Monate aus." Bei Hobbysportlern ist eine Operation nicht immer notwendig.

Schmerzhafte Zerrung in der Leiste

Platz fünf der häufigsten Fußballerverletzungen belegen Leistenzerrungen. Betroffen sind in solchen Fällen die Adduktorenmuskeln. Diese befinden sich an der Innenseite der Oberschenkel und sorgen dafür, dass wir unsere Beine nach dem Spreizen wieder in die Ausgangslage zurückziehen können. Eine Zerrung der Adduktorennmuskeln ist  sehr schmerzhaft und auf eine Überanstrengung zurückzuführen. Besonders bei Fußballern werden diese Muskeln stark gefordert. Diese Verletzung wird ebenso behandelt wie der Muskelfaserriss auch: Der Sportler muss sich schonen.

"Die Fußballerleiste gehört zu den Mysterien des Fußballs. Oft ist einer Überdehnung kein Trauma vorhergegangen, sie tritt ganz plötzlich auf", sagt Tusk. "Diese Verletzung zieht sich zudem meist sehr lange hin. Das Problem ist, dass viele Sportler viel zu früh wieder in den Sport einsteigen. So haben nicht wenige lange mit der schmerzhaften Zerrung zu kämpfen." Zwei bis sechs Wochen sollte der Spieler pausieren, bevor er wieder aktiv wird, so der Rat des Experten.

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