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Karneval und Krawalle: Gemischter Auftakt für die WM 2014

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Fußball  

Karneval und Krawalle: Gemischter Auftakt für "Copa"

13.06.2014, 10:38 Uhr | dpa

Karneval und Krawalle: Gemischter Auftakt für die WM 2014. Die Polizei griff in São Paulo durch.

Die Polizei griff in São Paulo durch. Foto: Marcos Mendez. (Quelle: dpa)

São Paulo (dpa) - Tumulte, Streiks und Randale haben die fröhliche Auftaktstimmung bei der Fußball-WM in Brasilien getrübt. Bilder von Straßenschlachten gingen wenige Stunden vor dem Anpfiff des Eröffnungsspiels zwischen dem Gastgeber und Kroatien um die Welt.

Es gab mehrere Verletzte. Doch die tausenden WM-Fans ließen sich am Donnerstag davon wenig beeindrucken und feierten im Stadion und bei FIFA-Fanfesten in den WM-Städten ausgelassen den Beginn der "Copa". "Eine WM zwischen Protest und Party" - das könnte in den kommenden Wochen das Szenario bleiben.

Die Proteste entzündeten sich am Vormittag an der Metro-Station Carrão etwa zehn Kilometer vom WM-Eröffnungsstadion entfernt. Maskierte Randalierer knickten Straßenschilder um, rissen Mülleimer aus den Halterungen und setzten den Müll in Brand. Zudem bewarfen sie Polizisten mit Steinen, die ihrerseits mit Tränengasgranaten, Gummigeschossen und Schlagstöcken gegen Demonstranten vorging. Die Aktion wurde von zahlreichen Journalisten begleitet, die mit Helmen und Schutzmasken ausgestattet waren. Zwei CNN-Journalistinnen wurden leicht verletzt. Ihnen geht es aber gut, wie der Sender versicherte.

Bevor der Ball in der WM Arena von São Paulo rollte, gab es ein buntes Eröffnungsfest mit über 600 Tänzerinnen und Tänzern, die künstlerisch die drei Schätze Brasiliens darstellten: Natur, Menschen und Fußball. Im Zentrum der Darbietung stand eine riesige beleuchtete Motiv-Kugel, die sich zum Höhepunkt der Zeremonie öffnete und die Bühne freigab für die US-Sängerin Jennifer Lopez, den US-Rapper Pitbull und die brasilianische Sängerin Claudia Leitte. Das Trio sang den offiziellen WM-Song "We are one". Unter den rund 62 000 Zuschauern war auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon.

An Rios Copacabana verfolgten Tausende Fans die Eröffnungszeremonie und das anschließende Spiel Brasilien-Kroatien beim FIFA-Fanfest. Doch auch in der Stadt am Zuckerhut, wo am 13. Juli das Finale ausgetragen wird, gingen Hunderte WM-Gegner im Zentrum der Stadt, rund zehn Kilometer von der Copacabana entfernt, auf die Straße. Auch dort kam es zu Tumulten. Es waren aber wie in São Paulo eher isolierte Aktionen.

In Rio sorgte zudem ein Streik des Bodenpersonals an den Flughäfen für Verärgerung. Wegen einer kurzzeitigen Blockade der zentralen Zufahrtsstraße zum internationalem Flughafen Galeão kam es zu kilometerlangen Staus. Einige Passagiere verpassten ihre Flüge. In der WM-Stadt Natal im Nordosten Brasiliens waren die Busfahrer im Streik und nur 30 Prozent der Busse im Einsatz.

Präsidentin Dilma Rousseff hatte am Mittwoch klar gemacht, dass die Sicherheitskräfte keine Toleranz im Falle möglicher Krawalle zeigen werden. "Wir sind ein demokratisches Land, und wir respektieren das Recht der Menschen zu demonstrieren", sagte sie. Doch es werde nicht die "geringste Rücksichtnahme" gegenüber Randalierern geben. Die Regierung werde auch "die Sicherheit aller Touristen garantieren".

Wichtig für die Stimmung im Land wird das Abschneiden der Gastgeber sein. Rund 70 Prozent der Brasilianer glauben Umfragen zufolge, dass ihre Seleção den Traum vom sechsten WM-Titel wahr machen wird. "Die Zeit ist gekommen. Das ist unsere WM", kündigte Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari an. Fußballverbandschef José Maria Marin hatte die Latte Anfang der Woche hoch gehängt: "Wenn wir die WM gewinnen, kommen wir alle in den Himmel. Wenn wir verlieren, landen wir in der Hölle."

Brasiliens Fußball-Legende Pelé (73) feuerte die Seleção schon vor dem WM-Anpfiff an. "Go Brazil!", twitterte "König Pelé" zwei Stunden vor Beginn der Eröffnungspartie. "Für diese WM wünsche ich den Spielern Gesundheit, Sicherheit und allen Fans Freude und vor allem: Kraft und Einheit für mein Land." Pelé gehörte zuletzt mit dem Ex-Stürmerstar Ronaldo zu den Kritikern der WM-Vorbereitungen. Beide hatten gesagt, dass sie sich für die vielen Verspätungen bei den Stadienarbeiten und den WM-Projekten schämten.

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