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WM 2014: Joachim Löws raffinierter Plan

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"Jeder kann eingewechselt werden"  

Joachim Löws raffinierter Plan

13.06.2014, 07:52 Uhr | t-online.de

WM 2014: Joachim Löws raffinierter Plan. Bundestrainer Joachim Löw gibt Einblick in seine Kaderplanung. (Quelle: imago)

Bundestrainer Joachim Löw gibt Einblick in seine Kaderplanung. (Quelle: imago)

Aus Santo André (Brasilien) berichtet Thomas Tamberg

Der Brasilianer ist harmoniebedürftig und der erhobene Daumen ist ein äußerliches Zeichen dafür. Egal wo man sich aufhält und was man macht. Ob Auto auftanken, Essen bestellen oder nach dem Weg erkundigen: der erhobene Daumen wird dabei vom Gegenüber fast immer gezeigt. Er signalisiert: Wir zwei kommen klar, verstehen uns, haben keinen Stress miteinander, alles ist prima. Obwohl der Belastungstest für den Teamgeist noch aussteht, könnten die äußeren Umstände dafür sorgen, dass diese Geste bald auch ins Campo Bahia, dem Quartier der Nationalmannschaft, Einzug hält. Joachim Löw jedenfalls hat für die WM 2014 in Brasilien sogar seine Taktik danach ausgerichtet.

Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen. Und so schließt der Bundestrainer die extremen klimatischen Bedingungen im Gastgeberland mit Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit in seine Überlegungen mit ein, wie er Portugal und Co. knacken kann. Dabei kommt auf die Auswechselspieler eine ganz besondere Rolle zu. "Diese Spieler können den Unterschied ausmachen", sagte Löw.

Ab sofort gibt es die "erste 14"

Dabei deutete der 54-Jährige an, dass er sogar bereit ist, einen Spieler, der normalerweise in die Startelf gehört, zunächst auf der Bank zu lassen. Weil er zu einem späteren Zeitpunkt noch wertvoller sein könnte, wenn die Kräfte beim Gegner allmählich nachlassen. "Wer ist in der jeweiligen Situation gegen den Gegner am effektivsten?", erklärte Löw seine Fragestellung bezüglich der Mannschaftsaufstellung.

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Für ihn gibt es daher keine erste Elf mehr, sondern eine "erste 14". Dabei können die drei Auswechselspieler von Partie zu Partie variieren. "Jeder kann eingewechselt werden", sagte Löw. "Alle müssen immer in höchster Alarmbereitschaft sein." Mit dieser Herangehensweise nimmt der Coach gleichzeitig denjenigen Stars, die nicht in der Startelf stehen, den Makel eines Reservisten.

Löw: "In der zweiten Hälfte beginnt eine andere Phase"

Es sind nicht nur leere Worthülsen, die Löw von sich gab. Denn angesichts der Extrembedingungen leuchtet es jedem ein, dass frische Kräfte tatsächlich einen gewaltigen Mehrwehrt darstellen können. So kann es durchaus sein, dass zunächst vor allem Akteure auf dem Platz stehen, die gar nicht so sehr auf den Torerfolg aus sind, sondern den Gegner vor allem physisch bearbeiten sollen. Löw: "In der zweiten Hälfte beginnt dann eine andere Phase."

Dann könnte zum Beispiel die Stunde von Miroslav Klose schlagen. Bevor er sich aufreibt, ohne Strafraumaktion bleibt und im Laufe der Partie ausgewechselt werden muss, könnte der 36-Jährige als Auswechselspieler gegen ausgelaugte Gegenspieler seine Offensivqualitäten viel besser zur Geltung bringen. "Die Einwechselspieler werden besondere Aufgaben haben", erklärte Löw. Sie sollen dem Team "Energie zuführen und Impulse setzen."

Aufwertung der Bankdrücker

Um die Bedeutung nochmals zu unterstreichen, nennt der Bundestrainer die Einwechselspieler "Spezialkräfte, die bei der WM den Unterschied ausmachen können". Welche Akteure diese Sonderrollen einnehmen werden, entscheidet sich von Partie zu Partie und von Spielstand zu Spielstand aufs Neue.

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Dadurch, dass Löw sein taktisches Konzept auch nach seinen Einwechselspielern ausrichtet, erleben diese eine besondere Aufwertung. Plötzlich fühlen sich Stars, die sich zunächst auf der Bank wiederfinden, nicht herabgesetzt. Das könnte beim mit Top-Spielern besetzten DFB-Kader aufkommende Frustration verhindern.

Teamgedanke im Vordergrund

Immer wieder wird betont, dass der Teamgedanke bei der Titel-Mission der entscheidende Faktor sein wird. Nach der jüngsten Ansage Löws bleiben den Stars endgültig keine Argumente mehr, ihre Egoismen auszuleben. Und so könnte tatsächlich ein echtes Team zusammenwachsen. Daumen hoch für Löws Herangehensweise.

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