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Arjen Robben: "Für solche Momente spielt man Fußball"

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Holland demütigt Spanien  

Robben: "Für solche Momente spielt man Fußball"

14.06.2014, 08:12 Uhr | sid

Arjen Robben: "Für solche Momente spielt man Fußball". Arjen Robben umkurvt Iker Casillas und trifft zum 4:1 gegen Spanien.

Arjen Robben umkurvt Iker Casillas und trifft zum 4:1 gegen Spanien.

Als Arjen Robben sein Trauma besiegt hatte, wollte er die ganze Welt umarmen. Schon Minuten vor dem Schlusspfiff reckte der Bayern-Star immer wieder die Hände zum Himmel. "Für solche Momente spielt man Fußball. Da kriegt man Gänsehaut", sagte der 30-Jährige nach seinen beiden Traumtoren beim denkwürdigen 5:1 mit der niederländischen Nationalmannschaft gegen Weltmeister Spanien.

1433 Tage nach dem verlorenen WM-Finale von Johannesburg läuft in Robbens Kopf endlich ein neuer Film ab. Diesmal landet der Ball nicht mehr am Fuß von Torhüter Iker Casillas wie noch 2010, sondern im Netz - und das gleich zweimal. Erst nach eleganter Ballannahme und einem Slalom durch die spanische Innenverteidigung (53.), dann nach einem unwiderstehlichem Sprint, mit dem krabbelnden Casillas am Boden (80.).

Casillas entschuldigt sich

"Es ging nicht um eine Revanche", erklärte Robben zwar. Doch diesmal war er der Triumphator und Spaniens Welt- und Europameister Casillas derjenige, der die Niederlage auf seine Kappe nehmen musste. "Das war nicht mein bestes Spiel. Ich muss mich entschuldigen für das, was wir gespielt haben - ich im Besonderen", gab der Teilzeit-Keeper von Real Madrid zu.

UMFRAGE
Spanien hat gegen die Niederlande ein denkwürdiges Debakel erlebt. War das der Anfang vom Ende der Erfolgsära des Titelverteidigers?

Mit seiner Glanztat vor vier Jahren gegen Robben noch der große Held, war der 33-Jährige in Salvador da Bahia bei der höchsten spanischen WM-Pleite seit 1950 (1:6 gegen Gastgeber Brasilien) nur ein Schatten seiner selbst. Beim grandiosen Hechtkopfball von Robin van Persie machtlos (44.), beim entscheidenden 1:3 durch Stefan de Vrij regelwidrig im Fünfmeterraum attackiert (64.), leistete sich Casillas dann einen peinlichen Aussetzer: Nach einem Rückpass versprang ihm der Ball, van Persie traf zum zweiten Mal (72.) und versetzte dem entzauberten Weltmeister den K.o.

Dass am Ende Sturmkollege van Persie als bester Spieler des Spektakels ausgezeichnet wurde, konnte Robben verschmerzen. "Heute war unser Tag", sagte der Bayern-Spieler.

Sein kongenialer Partner hätte am liebsten noch ewig weitergespielt. "Am Ende hätten es auch sechs, sieben oder acht Tore werden können. Es war ein unglaublicher Abend für ganz Holland", sagte van Persie.

Van Gaals Taktik geht voll auf

Neben dem genialen Angriffsduo durfte sich auch Louis van Gaal als Matchwinner fühlen. Ausgerechnet das heftig kritisierte System des Bondscoaches mit fünf Verteidigern und zwei Spitzen bescherte dem Vizeweltmeister ein unvergessliches Offensiv-Feuerwerk.

"Wie die Tore gefallen sind, habe ich erwartet, aber nicht, dass so viele fallen", behauptete der ehemalige Bayern-Trainer mit der gewohnten Prise Arroganz. Mit der neuen taktischen Ausrichtung, die der 62-Jährige erst seit fünf Wochen trainieren lässt, nahm Oranje dem spanischen Tiki-Taka vor allem nach der Pause jegliche Effizienz.

Ein unberechtigter Foulelfmeter von Xabi Alonso (27.) hatte die Nummer eins der Fußball-Welt in Führung gebracht, nach dem spektakulären Ausgleich fanden die alternden Weltmeister gegen die blitzschnellen Konter von Robben und Co. kein Rezept mehr. "Das passiert, wenn man gegen unser Dreieck attackiert", sagte van Gaal mit Blick auf sein Stürmerduo und Vorbereiter Wesley Sneijder.

Dass die nächsten Gegner Australien und Chile den Niederländern nicht so viel Platz lassen werden, weiß natürlich auch van Gaal. Dennoch verkündete er: "Ich habe nicht den Hauch eines Zweifels, dass wir noch besser spielen können."

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