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WM 2014: Spanien steht nach Niederlande-Debakel unter Schock

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Nach Niederlande-Pleite  

Spanien geschockt - Casillas entschuldigt sich

14.06.2014, 12:08 Uhr | sid

WM 2014: Spanien steht nach Niederlande-Debakel unter Schock. Aufbauarbeit: Sergio Ramos kümmert sich um Torwart Iker Casillas, der "nicht seinen besten Tag" gegen die Niederlande hatte. (Quelle: imago/Fotoarena international)

Aufbauarbeit: Sergio Ramos kümmert sich um Torwart Iker Casillas, der "nicht seinen besten Tag" gegen die Niederlande hatte. (Quelle: imago/Fotoarena international)

Nach der historischen Pleite suchte Xavi nicht lange nach Ausflüchten. "Es war ein Debakel", gab der Mittelfeldstar des entzauberten Weltmeisters Spanien nach dem 1:5 zum WM-Auftakt gegen die Niederlande zu: "Wir haben alles falsch gemacht." Das galt insbesondere für Iker Casillas. Der Torwart zeigte eine schlechte Leistung und bot sich freiwillig als Sündenbock an.

"Ich muss mich entschuldigen für das, was wir gespielt haben - ich im Besonderen", sagte Real-Torhüter. Der 33-Jährige, der bis zum spektakulären Hechtkopfball von Robin van Persie zum 1:1 kurz vor der Pause in 477 WM-Minuten ohne Gegentor geblieben war, patzte vor allem beim 1:4. Nach einem Rückpass versprang ihm der Ball, van Persie traf zum zweiten Mal und besiegelte endgültig das spanische Debakel. "Das war nicht mein bestes Spiel", gab Casillas etwas beschönigend zu.

Del Bosque "sauer und enttäuscht"

Die höchste Niederlage der Iberer seit über einem halben Jahrhundert hatte nicht nur den Torwart geschockt. "Der schlimmste Albtraum des Meisters", titelte das Sportblatt "AS" und brachte das kollektive Entsetzen in Spanien auf den Punkt. Andere taten sich schwerer damit, das eigentlich Unfassbare zu fassen. "Ich finde keine Worte, das zu erklären", sagte Nationaltrainer Vicente del Bosque.

UMFRAGE
Spanien hat gegen die Niederlande ein denkwürdiges Debakel erlebt. War das der Anfang vom Ende der Erfolgsära des Titelverteidigers?

Bei ihren EM-Triumphen 2008 und 2012 sowie ihrem WM-Sieg 2010 hatten die Spanier in 19 Spielen insgesamt gerade mal sechs Gegentore kassiert - nur eines mehr als nun an diesem denkwürdigen Abend in Salvador da Bahia in 90 Minuten. Del Bosque ging noch zur Schule, als eine Seleccion zum letzten Mal so hoch verlor: Im Jahr 1963 mit 2:6 gegen Schottland. "Ich fühle mich schlecht, ich bin sauer und enttäuscht", gab der 63-Jährige zu.

Doch von denen, die in den sechs Jahren unter seiner Ägide von Erfolg zu Erfolg geeilt waren, wollte er keinen Schuldigen auswählen: "Es ist nicht der Zeitpunkt, mit dem Finger auf jemanden zu zeigen."

Von den Niederländern überrannt

Doch es waren einige Champions von gestern, die nur noch Schatten vergangener Tage waren. Andres Iniesta und Xavi kombinierten lediglich eine Halbzeit lang mit gewohnter Präzision, dann wurden sie von entfesselten Niederländern überrannt. Und Sergio Ramos, zusammen mit Gerard Pique sonst das unüberwindliche Bollwerk in der Defensive, lief Arjen Robben und seine Teamkameraden nur hinterher.

"Das Verwirrendste ist, nicht zu wissen, ob es nur eine schlimme Nacht war oder es ein schlimmer Sommer wird", schrieb "AS". Ob die große Ära von Casillas, Xavi, Iniesta und Co. in Brasilien endet, könnte sich schon am kommenden Mittwoch zeigen: Gegen den Geheimfavoriten Chile geht es dann bereits um alles oder nichts.

Vor vier Jahren hatte sich Spanien von der Auftaktniederlage gegen die Schweiz (0:1) schnell erholt. Auch jetzt setzt del Bosque darauf, das die alternden Stars noch einmal die Kurve kriegen: "Wir haben Erfahrung, wir müssen uns auf unsere Stärken besinnen."

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