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WM 2014: Ärger bei Ghana vor dem Duell gegen Deutschland

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Vor der Partie gegen Deutschland  

Viel Unruhe im Team von Ghana

18.06.2014, 16:21 Uhr | sid, t-online.de

WM 2014: Ärger bei Ghana vor dem Duell gegen Deutschland. Jonathan Mensah und Ghana müssen schnell die Kurve kriegen.  (Quelle: imago/Fotorarena International )

Jonathan Mensah und Ghana müssen schnell die Kurve kriegen. (Quelle: Fotorarena International /imago)

Der WM-Fehlstart sorgt in Ghanas Nationalmannschaft vor dem Alles-oder-nichts-Spiel gegen Deutschland für reichlich Aufregung. Trainer Kwesi Appiah steht nach seinen taktischen Fehlgriffen beim 1:2 gegen die USA schon jetzt intern unter Beschuss, auch Schalkes Mittelfeldantreiber Kevin-Prince Boateng macht öffentlich keinen Hehl aus seinem Ärger. Der ansonsten gar nicht mitteilungsfreudige nationale Fußballverband GFA sah sich sogar gezwungen, einheimische Medienberichte über einen Aufstand der Führungsspieler zu dementieren. "Es gibt keine Revolte, keine Spieler sind in eine Meuterei verwickelt", hieß es in der Mitteilung.

Angeblich hätten sich einige Routiniers aus Unverständnis über Appiahs taktische Experimente entschieden, ihren Protest durch einen Boykott bei einem Geheimtraining am Dienstag auszudrücken. Auch eine Pressekonferenz in Ghanas Teamquartier in der Küstenstadt Maceio habe deswegen kurzfristig abgesagt werden müssen. "Wenn die Berichte wahr wären, hätte ich kein Problem damit. Aber sie sind nicht wahr. Ich kann bestätigen, dass alle Spieler mittrainiert haben", betonte Verbandschef Kwesi Nyantakyi.

"Wir wollen die Profis jetzt auch erst mal aus der Öffentlichkeit nehmen", begründete ein Sprecher die Absage der Pressekonferenz und stellte für Donnerstag immerhin eine Gesprächsrunde mit dem Coach in Aussicht.


Appiah stiftet Verwirrung

Mit seiner eigenwilligen Entscheidung, gestandene und allseits respektierte Kräfte wie Boateng und Milan-Star Michael Essien im ersten Vorrundenspiel gegen die Amerikaner zu Beginn draußen zu lassen, stiftete Appiah gleichwohl im Team Verwirrung. "Ich weiß, dass du immer mit deiner starken Mannschaft startest, aber vielleicht hatte der Trainer eine andere Idee", kommentierte Boateng spitz. Appiah begründete seine Entscheidung mit den Trainingseindrücken. "Die Aufstellung hat nichts damit zu tun, wer wo aufgewachsen ist oder wo wer spielt, sondern nur damit, wer sich im Training aufdrängt", beteuerte der 53-Jährige.

Mit übertriebenen öffentlichen Zielsetzungen wie dem WM-Titel haben sich die Afrikaner im Nachhinein überhaupt keinen Gefallen getan. Vom erwünschten Klima der Konzentration und Ruhe scheint schon jetzt nichts mehr übrig geblieben - dabei kommt dem Gruppenspiel gegen Deutschland am Samstag schon entscheidende Bedeutung zu. Eine Niederlage gegen die favorisierte Elf von Bundestrainer Joachim Löw kann bereits den ganz schnellen Vorrunden-K.o. besiegeln. "Sie sind sehr gut und taktisch diszipliniert. Wir müssen top auftreten und brauchen ein sehr gutes Spiel", erkannte Appiah.

"Bis aufs Blut kämpfen"

Aber zumindest einer verbreitet großen Optimismus: "Ich habe 2010 bei der WM gegen Deutschland verloren, mit Schalke habe ich gegen Bayern verloren - jetzt ist die Zeit gekommen, einmal gegen meinen Bruder zu siegen", sagte Kevin-Prince Boateng in der "Sport Bild" vor dem Duell gegen das DFB-Team mit seinem Bruder Jerome: "Die Mannschaft, die es mehr will, gewinnt. Von daher werden wir bis aufs Blut gegen Deutschland kämpfen."

Andre Ayew, Torschütze gegen die USA, versprach schnelle Besserung und forderte etwas Geduld. "Wir wissen, dass die Ghanaer verletzt sind, und es tut uns leid. Aber wir werden dies ändern", sagte der Stürmer, der auch bei einigen Bundesligaklubs auf der Wunschliste für kommende Saison stehen soll.

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