Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Fussball > WM 2014 >

WM 2014: Der Rasen als Laufsteg - Die Hightech-Schuhe der Stars

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Fußball  

Der Rasen als Laufsteg - Die Hightech-Schuhe der Stars

20.06.2014, 10:23 Uhr | dpa

WM 2014: Der Rasen als Laufsteg - Die Hightech-Schuhe der Stars. Je bunter und schriller, desto besser.

Je bunter und schriller, desto besser. Foto: Guillaume Horcajuelo. (Quelle: dpa)

München (dpa) - Von einheitlicher Schuhmode kann bei den WM-Stars in Brasilien keine Rede mehr sein. Wo die Kicker früher alle das gleiche Modell in schlichtem Schwarz und Weiß trugen, wird es heute kunterbunt - und hochtechnologisch:

Carbon und Glasfaser sind die gängigsten Materialien. Leder? Fehlanzeige, zu schwer und in seinen Grenzen zu eng. Ein Hightech-Fußballschuh besteht mittlerweile zu über 70 Prozent aus Kunststoff, ist 200 Gramm leicht, reißfest, bruchsicher, wasserabweisend und trotzdem atmungsaktiv. Selbst die Stollen sind aus Spezialkunststoff. Eine spezielle Anordnung soll dem deutschen Nationalspieler Mario Götze & Co inzwischen gar eine 360-Grad-Drehung ermöglichen, so verspricht es der Hersteller.

"Fußballschuhe sind für mich in erster Linie Funktionsschuhe", sagt Stephan Seidenschnur, Leiter der Deutschen Schuhfachschule in Pirmasens. Rein danach scheinen viele Profis aber nicht mehr zu gehen. Das Motto sei: Hauptsache auffallen. "Bei den Modellen bestechen natürlich die Signalfarben. Grell und auffallend. Die Schuhe fallen auch bei sehr großen Entfernungen ins Auge", sagt Seidenschnur. "Auch die Netzstruktur und die Musterungen wirken futuristisch, ja fast avantgardistisch."

Der deutsche Ersatztorwart Roman Weidenfeller trägt sogar zwei verschiedenfarbige Schuhe: Rechts pink, links türkis. Auch Deutschlandschreck Mario Balotelli hat Italien den wichtigen 2:1-Siegtreffer im Spitzenduell mit England in signalfarbenen Schuhen beschert. "Als ich sie zum ersten Mal sah, dachte ich, der Typ von dem Sportartikelhersteller sei verrückt geworden. Aber als ich merkte, dass er es ernst meint, war ich total begeistert", sagte er.

Bis zum Jahr 2006 waren die Nationalspieler verpflichtet, die Fußballschuhe des DFB-Ausrüsters Adidas zu tragen. Seitdem aber dürfen die Spieler Fußballschuhe ihrer Wahl tragen. Während sie ihre Schuhe selbstverständlich gesponsert bekommen, könnte es für all jene Eltern, deren Söhne sich die Modelle der Stars aus dem Fernsehen wünschen, teuer werden. Rund 300 Euro muss man für die meisten Edel-Kickstiefel der Promi-Kicker im Schuhgeschäft berappen.

Den wohl allerneuesten Schrei besitzt Bayern-Star Mario Götze: Der zweitgrößte Anbieter im Sportschuh-Geschäft hat eine Art "Strickschuh" auf den Markt gebracht, im Herstellerjargon heißt es "Flyknit-Technologie". "Funktionell und optisch sticht dieser Schuh sicher am meisten hervor", sagt Seidenschnur. Der Einschlupf als Socke an einem Schuh sei zwar nicht neu - man finde dies immer mal wieder an extravaganten Schuhmodellen - aber an einem Fußballschuh sicher ungewöhnlich. "Das ist eine Innovation. Der Schuh ist Teil des Körpers. Gerade ich als kreativer Spieler, der viel Kontrolle über den Ball haben möchte, bin dadurch noch näher am Ball", sagte Götze bei einer ersten Anprobe des Arbeitsgeräts.

Portugals WM-Star Cristiano Ronaldo hat bei der Entwicklung seiner WM-Schuhe angeblich sogar mitgeholfen. Bis zu vier Jahre wird an der Geburt eines Modells gearbeitet. Heraus kommen Exemplare mit kriegerischen Namen wie "Battle Pack", deren aggressive Optik laut Hersteller an indianische Kriegsbemalung erinnern soll. Andere Schuhe tragen Namen wie aus Harry-Potter-Bänden: "Magista", "Mercurial Superfly". Für die Hersteller ist die WM ein Millionengeschäft und der Rasen der Laufsteg. Lukas Podolski bekam seine WM-Exemplare gar von einem Adler angeflogen.

Ganz wichtig sind den WM-Kickern auch individuelle Merkmale: Der Name der Freundin, der Frau, der Kinder, der Heimat oder die Rückennummer wird meist auf den Schuh eingraviert. Podolski überraschte in der englischen Liga mit einer besonderen Schuh-Botschaft an den verunglückten Ex-Rennfahrer Michael Schumacher: "kämpfe michael #getwellsoon". Inmitten der ganzen Kunterbunt-Kickschuhe gibt es lediglich einen, der sich allen Neon- und Carbontrends widersetzt: Joachim Löw trägt am Spielfeldrand stets legere Lederschuhe.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Die besten Videos des Jahres 2016 
Passant entlarvt angeblichen Beinamputierten

Misstrauisch werden die vermeintlichen Beinstümpfe befühlt. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal