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WM 2014: Sicherheitsprobleme im Maracanã "beschämen" die FIFA

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"Nicht so sexy"  

Sicherheitsprobleme im Maracana "beschämen" die FIFA

20.06.2014, 11:32 Uhr | sid

WM 2014: Sicherheitsprobleme im Maracanã "beschämen" die FIFA. Etwa 100 chilenische  Fans sind gewaltsam ins Innere des Maracanã eingebrochen. (Quelle: imago/Ulmer Teamfoto )

Etwa 100 chilenische Fans sind gewaltsam ins Innere des Maracanã eingebrochen. (Quelle: Ulmer Teamfoto /imago)

In rund drei Wochen soll im Maracanã das Endspiel der Fußball-WM stattfinden, doch die bisherigen Spiele dort offenbarten größere Sicherheitslücken. Die FIFA ist "beschämt" - und will reagieren.

Die rote Horde hinterließ ein Bild der Zerstörung. Rund 100 chilenische Fans drangen gewaltsam in Brasiliens Fußball-Tempel Maracana ein, rasten durch das Mediencenter im Bauch des Stadions und zerstörten Türen, Wände und Fernsehgeräte. Die FIFA war geschockt und reagierte prompt: Keine 24 Stunden nach dem Zwischenfall verkündete der Weltverband, sein Sicherheitskonzept für die WM in Brasilien auf den Prüfstand zu stellen.

Sicherheitschef Ralf Mutschke nannte es "beschämend", dass es den Fans gelingen konnte, sich über das Mediencenter Zugang zu den Katakomben des Stadions zu verschaffen. "Wir haben den Vorfall untersucht, es wird in Zusammenarbeit mit den Behörden und dem Organisationskomitee alles auf den Prüfstand gestellt, das komplette Sicherheitskonzept. Wir sind zuversichtlich, dass so etwas nicht mehr vorkommt", sagte Mutschke weiter.

"Nicht so sexy"

Welche konkreten Maßnahmen mit Blick auf die noch ausstehenden fünf Spiele im Maracana inklusive des Finales am 13. Juli ergriffen werden sollen, ist offen. Mutschke betonte, dass die privaten Sicherheitsdienste trotz des Vorfalls vor dem Spiel zwischen Spanien und Chile (0:2) einen guten Job gemacht hätten. Zahlreiche Messer und Feuerwerkskörper seien aus dem Verkehr gezogen worden. "Es ist nicht so sexy, über so etwas sprechen zu müssen, aber die Situation ist auch nicht so schlimm, wie sie manchmal dargestellt wird."

87 chilenische und ein argentinischer Fan wurden nach Angaben der Behörden festgenommen. Keiner der Eindringlinge sei in den Innenraum des Stadions gelangt, hieß es. Brasilianische Medien berichteten von mehreren leicht verletzten Fans, auch Mutschke hatte von Verletzten gehört.

Passiert nicht nochmal

Hilário Medeiros, der Sicherheitschef des WM-OKs, widersprach dem jedoch. "Wir arbeiten Tag und Nacht daran, dass so etwas nicht wieder passiert", sagte er zudem, "beim nächsten Spiel wird es Veränderungen geben." Auch Medeiros konnte oder wollte hier jedoch nicht ins Detail gehen.

Laut Komitee waren am und im Maracana 1.037 Sicherheitsleute im Einsatz. Zudem überwachten 3.000 Polizisten außerhalb der Arena die Lage. "Das Protokoll wurde exakt eingehalten, niemand verletzt. Alles, was getan werden konnte, lief erfolgreich", sagte Andrey Passos Rodrigues vom zuständigen Justizministerium.

Nicht der erste Zwischenfall

Der Zwischenfall war jedoch nicht der erste bei der WM. Bereits vor dem Spiel zwischen Argentinien und Bosnien-Herzegowina (2:1) am 15. Juni hatten rund 30 Fans versucht, ohne Karten ins Stadion zu gelangen. Beim ersten Spiel der Chilenen am 13. Juni in Cuiaba gegen Australien (3:1) explodierten wie beim zweiten im Maracana Feuerwerkskörper auf der Tribüne. Und in Fortaleza stand bei den Einlasskontrollen plötzlich nicht ausreichend Personal zur Verfügung. All diese Probleme seien unter Kontrolle, versicherte Medeiros.

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