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WM 2014: Deutsche Defensive: Plötzlich Chaos gegen Ghana

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Plötzlich Chaos gegen Ghana  

Der wilde Winter von Fortaleza

22.06.2014, 10:19 Uhr | , t-online.de

WM 2014: Deutsche Defensive: Plötzlich Chaos gegen Ghana. Andre Ayew köpft über Per Mertesacker (li.) und Shkodran Mustafi hinweg das zwischenzeitliche 1:1. (Quelle: imago/Xinhua)

Andre Ayew köpft über Per Mertesacker (li.) und Shkodran Mustafi hinweg das zwischenzeitliche 1:1. (Quelle: Xinhua/imago)

Aus Fortaleza (Brasilien) berichtet Thomas Tamberg

Was war das eben? Wie soll man dieses Spiel bewerten? Nach dem 2:2 gegen Ghana in der zweiten WM-Partie der deutschen Nationalmannschaft war eine gewisse Ratlosigkeit zu spüren. Ob bei Fans, Journalisten, Spielern und auch beim Bundestrainer. Nach einer zähen ersten Hälfte, entwickelte sich im zweiten Durchgang eine im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubende Partie. Allerdings auch dadurch begünstigt, dass die Mannschaft von Joachim Löw alle Vorgaben über den Haufen warf und genau so agierte, wie man es ausdrücklich nicht wollte.

Er wolle kein zweigeteiltes Spiel sehen, sagte Löw noch vor der Partie. Also dass die Abwehr nur für die Defensive zuständig ist und der Angriff nur für die Offensivaktionen. Vielmehr forderte der 54-Jährige Kompaktheit und gemeinsames Angreifen und Verteidigen. So viel zur Theorie. Zumindest in der ersten Hälfte stand die DFB-Elf zumindest in der Defensive noch einigermaßen sicher. "Auch wenn ich da schon gemerkt habe, dass wir den Rhythmus nicht gefunden haben", sagte Torhüter Manuel Neuer.

Führung sorgt nicht für Sicherheit

Doch ausgerechnet nach der 1:0-Führung durch Mario Götze (51.) glitt das Spiel der deutschen Mannschaft total aus den Händen und keiner konnte genau erklären warum. "Das war ein offener Schlagabtausch mit vielen Chancen auf beiden Seiten. Das war Spannung und Dramatik pur", fand Löw. Aber eben diesen Schlagabtausch wollte man unbedingt vermeiden. "Das hat sich so entwickelt", hatte auch der Bundestrainer keine richtige Erklärung parat.

Es dürften vor allem die klimatischen Bedingungen gewesen sein, die irgendwie die Sinne vernebelt haben. In Fortaleza machte die deutsche Mannschaft Bekanntschaft mit den Tücken des brasilianischen Winters, der sich hier etwas anders als in der Heimat anfühlt. Rund 30 Grad hatte es im Estadio Castelao, es war nahezu windstill und die warme Luft schnürte einem schnell die Kehle zu. "Die Wärme war enorm", sagte Philipp Lahm, der ungewohnt viele Fehlpässe produzierte.

Total verausgabt

"Bis zum Ende haben beide mit sehr offenen Karten gespielt. Das war eigentlich brutal bei diesen Bedingungen und Temperaturen. Ich gehe davon aus, dass jeder Zuschauer geschwitzt hat, wir auf dem Feld umso mehr", sagte Per Mertesacker und Löw ergänzte: "Die Spieler haben sich total verausgabt."

Nur so ist es zu erklären, dass im Laufe der Partie die Nationalmannschaft immer mehr die Kontrolle über das Spiel verlor. "So offen wollten wir das Spiel nicht gestalten", sagte Lahm. "Wenn es hin und her geht, spielt man taktisch nicht gut. Das wollten wir so nicht haben." Vor allem in den letzten 15 Minuten spielten beide Teams, der totalen Erschöpfung nahe, voll auf Angriff und hatten mehrfach die Führung auf dem Fuß.

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Kroos: "Hinten raus ein bisschen wild"

"In der Offensive kann man immer noch ein paar Prozent mehr rauskitzeln. Wenn man doch noch eine Torchance gesehen hat, ging es bei beiden Teams fix", erklärte Mats Hummels, warum dieses Spiel plötzlich so eine Dynamik angenommen hatte. "Hintenraus wurde es ein bisschen zu wild", sagte Toni Kroos und sprach von "Harakiri". Dabei habe man es gar nicht nötig: "Wir können die Spiele auch anders gewinnen."

Einig war man sich darin, dass die Führung zu kurze Zeit Bestand hatte. "Wir hatten danach nicht einmal den Ball in Ruhe in unseren Reihen", sagte Kroos. "Das frühe 1:1 hat uns am meisten Probleme bereitet", schlug Hummels in die gleiche Kerbe.

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Neuer: "Portugal war zu schön"

Und so bleibt die große Frage: Wie stark ist die Nationalmannschaft wirklich? Gegen Ghana, das zuvor gegen die USA verloren hatte, wäre auch eine Niederlage möglich gewesen, hätte Neuer nicht ein paar Mal glänzend gehalten. "Das 4:0 gegen Portugal war zu schön. Jetzt wissen wir, dass wir wieder auf dem Boden sind", sagte der Keeper.

Das völlig unterschiedliche Fazit von Löw und Kapitän Lahm zeigt, dass selbst die handelnden Personen kurz nach dem Spiel noch nicht richtig wussten, wie sie dieses Remis einzuordnen haben. "Eigentlich bin ich ganz zufrieden, denn wir haben nach dem 1:2 und bei diesen Temperaturen eine tolle Moral gezeigt", sagte Löw. "Wir sind nicht zufrieden, weil wir heute alles klar machen wollten", sagte wiederum Lahm.

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Auf die Analyse kommt es an

Man wird wohl noch ein, zwei Nächte darüber schlafen müssen, um genau zu analysieren, was an diesem Nachmittag in Fortaleza aus dem Ruder gelaufen ist. Fakt ist: So wird es definitiv nichts mit dem Titel. Doch das wissen die Protagonisten selbst am besten. "Wichtig ist jetzt zu regenerieren und zu Kräften zu kommen", sagte Miroslav Klose, der mit seinem Ausgleichstreffer neben Bastian Schweinsteiger zum Lichtblick dieser Partie avancierte. 

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