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China kämpft gegen Ruf als Weltmeister des Fälschens

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China kämpft gegen Ruf als Weltmeister des Fälschens

23.06.2014, 09:54 Uhr | dpa

China kämpft gegen Ruf als Weltmeister des Fälschens. Chinesische Regierungsbeamte vermessen Nachbildungen des Fußball-WM-Pokals.

Chinesische Regierungsbeamte vermessen Nachbildungen des Fußball-WM-Pokals. Foto: Zhi Jin. (Quelle: dpa)

Peking (dpa) - Der FIFA-WM-Pokal sieht seinem Original zum Verwechseln ähnlich. Wie bei der echten Fußball-Trophäe strecken zwei jubelnde Spieler eine Weltkugel in die Höhe. Aber das goldene Leuchten des knapp 37 Zentimeter hohen Pokals ist nur Schein.

Stolz präsentieren Zollverwaltungen in ganz China Hunderte der Fälschungen, die sie in den vergangenen Wochen aus dem Verkehr gezogen haben. Peking propagiert sich zur Weltmeisterschaft als Vorkämpfer gegen Produktpiraterie.

Nur ein einziges Mal konnte sich China bislang für eine Fußball-Weltmeisterschaft qualifizieren, und das ist nun auch schon zwölf Jahre her. Aber dafür hat China einen Ruf als Weltmeister im Produktfälschen. Mit strengen Zollkontrollen und Razzien in Fälscherwerkstätten will Peking dieses Image abschütteln. Alleine die Grenzbeamten in der südchinesischen Stadt Shenzhen stellten in den vergangenen Wochen mehr als 500 000 nachgemachte WM-Fanartikel sicher.

"Wenn eine Welle von Fälschungen den lokalen Markt überflutet, wird Brasilien seine Beziehungen zu China infrage stellen", warnt Forscher Zhou Xinyu von der Pekinger Foreign Studies University. Mit dem Schutz von geistigem Eigentum handle China nicht selbstlos, sagt Zhou der Zeitung "China Daily". Ganz im Gegenteil: Weil chinesische Firmen selbst viele WM-Artikel herstellen, haben sie ein großes Interesse, dass ihre Angebote nicht von billigeren Fälschungen unterlaufen werden.

So wird etwa der offizielle Spielball "Brazuca" unter der Marke Adidas von der Firma Yayork in Shenzhen produziert. Während der Weltmeisterschaft in Südafrika vor vier Jahren stellte die Firma für Adidas 13 Millionen WM-Fußbälle her, wie die Firma bekanntgab. In diesem Jahr werden die Fußbälle über Hongkong nach Brasilien verschifft.

Deshalb wird der Kampf gegen Fälschungen auch als eine Form des Schutzes der chinesischen Wirtschaft verstanden. Schon seit Januar schauen Zollbeamte in China bei WM-Produkten besonders genau hin. Alleine in den ersten drei Monates dieses Jahres zogen die Fahnder in zehn großen Küstenstädten wie Shenzhen oder Qingdao rund 6,6 Millionen nachgemachte WM-Artikel aus dem Verkehr. Die Regierung hat angekündigt, dass alle Fälschungen umgehend zerstört werden.

Trotzdem könnten durch die Aktionen nur ein Bruchteil der Fälschungen entdeckt werden. Aus keinem Land finden europäische Zollbeamte so viele illegale Einfuhren wie aus China. "China bleibt das Haupt-Ursprungsland von Einfuhren in die EU, die in Verdacht von Urheberrechtsverletzungen stehen", schrieb die EU-Kommission in einer Mitteilung von vergangenem Monat. Seit den 1990er Jahren steht China für illegal nachgemachte DVDs, Schmuck, Kleidung und sogar Nahrungsmittel am Pranger.

Gut 64 Prozent der vom Zoll abgefangenen Waren kamen laut dem jüngsten Jahresbericht der EU-Kommission aus China. Am Gesamtwert der Produktfälschungen in Höhe von knapp einer Milliarde Euro hatte das Land 2012 sogar einen Anteil von 77 Prozent.

Gleichzeitig wird die wachsende Zahl von Fußballfans unter den 1,3 Milliarden Menschen in China jedoch auch immer wichtiger für den Weltfußballverband FIFA. Aufgrund der Zeitverschiebung zwischen Brasilien und China werden viele Spiele jedoch erst in den frühen Morgenstunden in China übertragen. Daher werden in diesem Jahr keine Zuschauerrekorde erwartet.

Die ungünstigen Übertragungszeiten haben findige Geschäftsleute jedoch bereits für eine Idee entdeckt: Auf der größten Internet-Handelspattform Taobao verkaufen Händler gefälschte Krankenscheine. Je nach Qualität müssen hartgesottene Fußballfans zwischen 10 Yuan und 300 Yuan (36 Euro) für die gefälschten Scheine hinlegen. Dafür können sie nach einer langen Fußballnacht ausschlafen - solange ihr Chef die Fälschung nicht entdeckt.

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