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Löws Mittelfeld-Dilemma - Schweinsteiger die Lösung?

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Fußball  

Löws Mittelfeld-Dilemma - Schweinsteiger die Lösung?

23.06.2014, 17:38 Uhr | dpa

Löws Mittelfeld-Dilemma - Schweinsteiger die Lösung?. Über Bastian Schweinsteigers Einsatz im Spiel gegen die USA wird spekuliert.

Über Bastian Schweinsteigers Einsatz im Spiel gegen die USA wird spekuliert. Foto: Thomas Eisenhuth. (Quelle: dpa)

Santo André (dpa) - Wenn nicht jetzt, wann dann? Nach der Verletzung von Sami Khedira und den Lücken in der deutschen Mittelfeldzentrale scheint vor dem Gruppenfinale gegen die USA die große WM-Bühne für Bastian Schweinsteiger bereitet.

Doch öffnet Joachim Löw den Vorhang für den überragenden deutschen Mittelfeldchef der WM in Südafrika - oder hat der Bundestrainer für seinen Strategen auch jetzt keinen Platz in der Startelf vorgesehen?

"Im Training macht er einen sehr guten Eindruck. Auf Bastian Schweinsteiger in diesem Kader werden wir nicht verzichten können", versicherte Löw. Wie er jedoch im Detail mit dem 29-Jährigen bei dessen dritter und vermutlich letzter Weltmeisterschaft plant, verriet er noch nicht.

Und Schweinsteiger? Der schweigt sowieso ganz gerne in der Öffentlichkeit. So auch bislang während der WM-Zeit. In den sozialen Netzwerken zeigte er sich Stunden vor dem Ghana-Spiel mit Kopfhörern tiefenentspannt am Meer, lobte Torjäger Thomas Müller nach dessen Dreierpack, trieb mit Lukas Podolski Schabernack oder gratulierte seinen Bayern-Basketballern zur Meisterschaft.

Über Form, Fitness oder Fußball spricht der Vize-Kapitän dieser Tage nicht. In Fortaleza schüttelte er auf Nachfragen sanft den Kopf, zog sein Rollköfferchen hinter sich her und verschwand im Gleichschritt mit Mario Götze aus dem Estádio Castelão.

Die 25 Minuten, die Schweinsteiger beim 2:2 gegen die Afrikaner als "Spezialkraft" mitmachen durfte, gaben auch nicht allzu viel Aufschluss. Erst zum vierten Mal wurde er im 68. Spiel unter Löw eingewechselt. Als Joker brachte er Schwung, war präsent, aber ließ dann auch wieder nach. "Er und Miroslav Klose haben der Mannschaft schon nochmal einige frische Impulse gebracht und neue Kräfte mobilisiert, auch moralisch war das gut", bewertete Löw den Kurz-Auftritt.

"Wenn Schweinsteiger und Klose reinkommen, hätte ich als Ghana auch das Gefühl, okay, da kann noch mal was passieren auf deutscher Seite", erklärte auch Mats Hummels. Kann Schweisteiger auch über 90 Minuten performen? "Mit Sicherheit", sagte Manager Oliver Bierhoff.

So sehr Schweinsteiger auch für seinen klaglosen Reservistenauftritt und die Rolle des Team-Unterstützers gelobt wird: Jeder Fußball-Profi will in der Startelf stehen. Erst recht ein bayerischer Dauersieger wie Schweinsteiger. "Ich habe keine großen Schmerzen", "man muss nicht skeptisch sein" oder "ich mache mir keine Sorgen", lauteten die gelassenen Aussagen des Münchner Profis im Trainingslager in Südtirol.

Vor knapp einem Monat hätte er aber auch wohl kaum damit gerechnet, die Spiele in Salvador und Fortaleza auf der Bank hocken zu müssen. Und das, obwohl Khedira nach seinem Kreuzbandriss noch ein beträchtliches Stück von der Topform entfernt ist.

Die Innenbandverletzung im anderen Knie Khediras könnte Schweinsteiger jetzt die große WM-Chance eröffnen. Dem 23-jährigen Gladbacher Christoph Kramer fehlt bei aller Laufstärke und Lauffreude die Turniererfahrung. Allzu viele andere Alternativen in der Mittelfeldzentrale gibt es nicht. Weicht Löw nicht von seinem 4-3-3-System ab, ist wohl der in dieser Saison mit Sprunggelenksproblemen und zuletzt mit einer schmerzenden Patellasehne gehandicapte Schweinsteiger die Option Nummer eins.

Dass das Bayern-Trio Toni Kroos, Lahm und Schweinsteiger in der Zentrale funktionieren kann, untermauerte es beim dominanten Auftritt des mit 0:1 verlorenen Champions-League-Halbfinales bei Real Madrid. Auch beim 1:1 eine Runde vorher auswärts gegen Manchester United machten die drei die Mitte gut dicht. Mit Lahm hinter Kroos und Schweinsteiger gab es Monate zuvor den hochgelobten 3:1-Erfolg bei Manchester City.

Das Projekt Doppelsechs Schweinsteiger zusammen mit Lahm gegen Borussia Dortmund ging dagegen Mitte April beim 0:3 mächtig schief. Noch schlimmer sah es mit der Doppelsechs Kroos/Schweinsteiger beim 0:4 gegen Madrid aus; Lahm war damals nach rechts hinten beordet worden. Und Lahm, das betonte Hansi Flick, bleibt im Mittelfeld gesetzt. "Wer sehen Philipp im Mittelfeld. Er gibt uns einfach eine gute Ordnung, ein gutes Gleichtgewicht", erklärte der Löw-Assistent.

Wohin also mit Schweinsteiger? "Ich sage nach wie vor: Er ist für unsere Mannschaft extrem wertvoll", erklärte Löw. "Er ist ein Spieler, der sich wahnsinnig viele Gedanken macht." Auch deshalb spricht er "ab und zu" mit ihm über taktische Dinge. Und möglicherweise auch über das Mittelfelddilemma im deutschen Team.

"Mr. Zuverlässig" Philipp Lahm macht auf einmal Fehler, Khedira ist nicht in Top-Verfassung und die zeigte auch Schweinsteiger noch nicht. Gerade er ist ganz besonders von der physischen Fitness abhängig - und die fehlt ihm diesmal ähnlich wie bei der EM 2012.

Vor genau zehn Jahren stand der Bayern-Profi, der noch unter Rudi Völler debütierte, beim 1:2 gegen Tschechien zum ersten Mal in der Startformation der deutschen Nationalmannschaft - und schied mit dem DFB-Team in der EM-Vorrunde aus. Am Donnerstag im Gruppenfinale gegen Jürgen Klinsmanns Amerikaner möchte er wieder in die erste Elf zurück. Diesmal mit einem besseren Ende.

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