Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Fussball > WM 2014 >

Flick: Schande von Gijon wird sich bei WM 2014 nicht wiederholen

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Fußball  

Kein Remis-Pakt mit USA: "Grob unsportlich"

24.06.2014, 07:43 Uhr | dpa

Flick: Schande von Gijon wird sich bei WM 2014 nicht wiederholen. Mats Hummels bei der Pressekonferenz in Santo André.

Mats Hummels bei der Pressekonferenz in Santo André. Foto: Andreas Gebert. (Quelle: dpa)

Santo André (dpa) - Kein Unentschieden-Pakt mit den USA! Nach der mitreißenden Late-Night-Show der US-Boys gegen Portugal sahen sich die Kompagnons Joachim Löw und Jürgen Klinsmann umgehend mit weltweiten Verdächtigungen einer Absprache im letzten Gruppenspiel bei der WM konfrontiert.

Löws Assistent Hansi Flick und Abwehrspieler Mats Hummels konterten bei der DFB-Pressekonferenz in Santo André allerdings energisch und kopfschüttelnd die Erinnerungen an die "Schande von Gijon". 1982 mogelten sich Deutschland und Österreich bei der WM-Endrunde in Spanien mit einem beispiellosen Nichtangriffspakt gemeinsam in die Zwischenrunde, Außenseiter Algerien durfte sich als ausgeschiedener Gruppendritter verschaukelt fühlen.

"Es wäre grob unsportlich, sollte irgendwer solche Gedanken hegen, der auf dem Platz steht", sagte der Dortmunder Hummels zu einer für ihn illusorischen Ergebnisabsprache. "Wir werden definitiv auf Sieg spielen, alles andere wäre anderen Nationen gegenüber relativ unfair." Auch Löws Assistent Hansi Flick positionierte sich deutlich: "Wir werden den Teufel tun, uns auf einem Unentschieden auszuruhen. Wir wollen gewinnen. Wir wollen als Erste die Gruppenphase abschließen und zum Achtelfinale nach Porto Alegre."

Planen kann Löw für das dritte WM-Spiel mit allen 23 Spielern. Denn auch Sami Khedira (Bänderzerrung im Knie) und Jérôme Boateng (Muskelverhärtung) konnten nach ihren Blessuren aus dem Spiel gegen Ghana am Montag wieder trainieren und mischten beim lustigen Rugby-Spiel zum Aufwärmen voll mit.

Das unglückliche 2:2 von Klinsmanns starken Amerikanern gegen Portugal am Abend zuvor war Löw sehr gelegen gekommen. Es erledigte nicht nur das große Zittern des DFB-Teams vor einem blamablen Vorrunden-K.o. in Brasilien. Jetzt reicht ein Punkt am Donnerstag (18.00 Uhr MESZ) in Recife sogar nicht mehr nur für das Minimalziel Weiterkommen, sondern für den wertvollen Gruppensieg. Passenderweise Algerien wäre dann nach derzeitigem Stand auch noch der Gegner in der ersten K.o.-Runde. "Wir sind guter Dinge, dass wir den für uns perfekten Weg finden werden", sagte Hummels zum weiteren Turnierverlauf.

Für Zündstoff ist aber erstmal beim Vorrundenfinale gesorgt, weil auch die Gruppengegner Ghana und Portugal (beide ein Punkt) mit Argusaugen darauf schauen werden, was zwischen Deutschland und USA (je vier) im Parallelspiel passiert. Das Kräftemessen zwischen Jogi und Klinsi, die 2006 als Trainergespann für das deutsche WM-Sommermärchen verantwortlich waren, bleibt "ein besonderes Duell", wie Oliver Bierhoff betonte.

Der Teammanager hatte bereits vor der nun entstandenen brisanten Unentschieden-Konstellation sein Wunschdrehbuch für die 90 Minuten zwischen Löw und Klinsmann verraten: "Ich würde liebend gerne unterschreiben, dass wir als Erste durchgehen und die Amerikaner als Gruppenzweiter."

Auch Klinsmann hatte Spekulationen über einen Deal mit Löw unmittelbar nach seiner zweiten WM-Partie am Sonntagabend in Manaus zurückgewiesen. "Wir sind nicht gemacht für Unentschieden. Beide Mannschaften werden da reingehen und wollen die Gruppe gewinnen."

Zwischen ihm und Löw werde bis zum Wiedersehen in der Arena Pernambuco weiterhin Funkstille herrschen, wie der US-Coach erklärte: "Es wird keinen Anruf geben." Klinsmann bekräftigte vielmehr: "Wir fahren nach Recife, um Deutschland zu schlagen."

Die Leistung gegen Portugal stützt dieses Ansinnen. "Die USA haben mich überrascht. Sie sind ein verdammt starker Gegner", sagte Hummels beeindruckt. Die Nationalspieler und auch der Trainerstab um Löw hatten die Partie am Sonntagabend im Campo Bahia aufmerksam verfolgt. "Es wird für uns ein Spiel geben, wo uns alles abverlangt wird", prophezeite Flick.

Die Kraftprobe mit Klinsmann ist nach dem Last-Minute-Ausgleich der Portugiesen gegen die USA zumindest für Löw entspannter geworden. Der Bundestrainer muss kaum noch befürchten, dass ihn ausgerechnet sein Vorgänger Klinsmann aus dem Turnier und damit auch aus dem Amt kapituliert. Nicht einmal eine Niederlage müsste wegen des guten Torverhältnisses (6:2) das WM-Aus bedeuten - eine "gute Ausgangsposition", wie Flick bemerkte: "Wir sind absolut im Soll."

Der Anspruch des selbsternannten Titelanwärters kann jedoch nicht lauten, sich in die K.o.-Spiele zu retten. Vielmehr geht es darum, mit einem Prestigeerfolg gegen Ex-Chef Klinsmann neuen Rückenwind aufzubauen. "Wir haben Dinge herausgefiltert, die wir besser machen können", berichtete Flick nach der genauen Analyse der Ghana-Partie. "Wir müssen uns auf das besinnen, was uns stark macht", mahnte Mittelfeldspieler Toni Kroos.

Einen Systemwechsel oder einen radikalen Teamumbau wird es mit Löw nicht geben. Gerade an der Position von Kapitän Philipp Lahm werde nicht gerüttelt, wie Flick klarstellte: "Was Philipp angeht, macht er sich im Mittelfeld richtig gut. Er gibt uns eine richtig gute Ordnung, ein Gleichgewicht." Löws Assistent verkündete als Erkenntnis der Video-Analyse der verrückten Ghana-Partie sogar: "Unser Spiel im Mittelfeld fängt an zu greifen."

Trotzdem könnte es in der Schaltzentrale zu einer personellen Veränderung kommen: Bastian Schweinsteiger darf nach seinem engagierten Teilzeiteinsatz in Fortaleza auf die Beförderung in die Startelf hoffen. Khedira müsste für den Vize-Kapitän weichen. Ob Schweinsteiger nach Problemen in der WM-Vorbereitung fit für 90 Minuten sei, beantwortete Teammanager Bierhoff in zwei Worten: "Mit Sicherheit."

Für Abwehrchef Per Mertesacker ist das DFB-Team weiter in einem Findungsprozess. Löw hatte das neue 4-3-3-System erst auf den letzten Drücker zur WM-Taktik erhoben. "Wir sind vielleicht noch nicht so eingespielt, wie man es sein müsste. Aber wir hatten auch keine großartige Zeit", bemerkte Mertesacker. Gegen die USA bietet sich die letzte Gelegenheit, danach beginnt die Zeit der K.o.-Spiele.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Amateur am Werk 
Ungeschickter Bauarbeiter löst Kettenreaktion aus

Es kommt wie es kommen muss. Zum Glück kam der Mann noch einmal glimpflich davon. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal