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WM 2014: Louis van Gaal verteidigt seine 5-3-2-Taktik

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Nach Kritik an der Taktik  

Wütender van Gaal gibt den Oberlehrer

24.06.2014, 15:32 Uhr | sid

WM 2014: Louis van Gaal verteidigt seine 5-3-2-Taktik. Louis van Gaal  (Quelle: imago/EQ Images)

Bondscoach Louis van Gaal ist von seiner Taktik überzeugt. (Quelle: EQ Images/imago)

Seine Taktik war aufgegangen, der Horror-Gegner Brasilien im Achtelfinale vermieden, doch Louis van Gaal wurde wieder einmal zum Oberlehrer. Die Kritik des chilenischen Trainers Jorge Sampaoli und der niederländischen Medien verdarb dem Bondscoach sichtlich die Freude über das Ende einer perfekten WM-Vorrunde.

Als er nach dem 2:0 (0:0) gegen Chile zu seiner für niederländische Verhältnisse defensiven 5-3-2-Taktik befragt wurde, platzte dem ehemaligen Coach von Bayern München der Kragen. "Geben Sie mir bitte eine Definition von offensivem Fußball", antwortete er, wieder ganz in seinem Element: "Wenn sie so clevere Fragen stellen können, können sie ja vielleicht auch clevere Antworten geben." Und die Aussage des Kollegen Sampaoli, sein Team habe nur verteidigt, "interessiert mich sowieso nicht. Wenn es gut geht, können wir Weltmeister werden." Und falls nicht, hat er sich Diskussionen um seine Person gespart: van Gaal übernimmt nach der WM Manchester United.

Marschroute sorgt für Wirbel

Die niederländischen Medien sind sich aber einig bei der Beurteilung der Elftal. "Eine Beleidigung der alt-holländischen Schule", kritisierte die Tageszeitung "Algemeen Dagblad". Das Blatt "De Volkskrant" wurde noch deutlicher und schrieb von "Poldercatenaccio mit perfektem Ergebnis". Und: "Oranje spielt wie eine Investorengesellschaft: Wenn das Resultat gut ist, kommen die Boni von selbst....Es ist noch ein bisschen schlimmer als vor vier Jahren mit Bert van Marwijk als Bondscoach. Die Spezialität war einmal: Begegnungen mit fantastischem Spiel zum Leben erwecken. Und jetzt? Erst totmachen, dann zuschlagen."

Auch Spielmacher Wesley Sneijder fand die Vorwürfe Sampaolis "respektlos. Aber wir nehmen es mal als Kompliment. Wir haben kompakt gespielt, und sie haben kein Mittel gefunden." Dirk Kuyt, als Offensivspieler zum ersten Mal in seinem Leben als linker Außenverteidiger eingesetzt und damit Sinnbild für van Gaals Marschroute, schimpfte: "Die können alle reden, was sie wollen. Wir haben zehn Tore in drei Spielen geschossen, das schafft keine defensive Mannschaft. Das ist unser System, und wir sind glücklich damit."

Chile beißt sich die Zähne aus

Den aggressiven Chilenen, die zuvor Spanien mit 2:0 aus dem Turnier geschossen hatten, hat Oranje jedenfalls mit van Gaals Taktik den Zahn gezogen. Diese Erkenntnis und der im Gegensatz zu Brasilien vermeintlich leichtere Achtelfinal-Gegner Mexiko machen den Niederländern Mut auf einen Finaleinzug wie vor vier Jahren. Mit dem Selbstvertrauen der drei Siege hätte man sich aber "auch nicht vor Brasilien" gefürchtet, erklärte Sneijder.

Und Ersatz-Kapitän Arjen Robben, der nach seiner Vorlage zum 2:0 von Memphis Depay (90.+2) in Radlerhose, Badeschlappen und mit blutigen Knien die Ehrung als "Man of the Match" entgegennahm, forderte. "Das darf noch nicht das Ende sein. Wir wollen so weit wie möglich kommen. Dafür müssen wir weiter einer für den anderen kämpfen", sagte der Mann für die besonderen Momente, der mehr und mehr zum WM-Star wird.

Entscheidend sei auch der "goldene Willi" van Gaals - so bezeichnete Robben van Gaals "goldenes Händchen". Auf die schlüpfige Doppeldeutigkeit dieser Aussage reagierte der 62-Jährige mit einem Schmunzeln. Das habe Truus, seine Ehefrau, "noch nie gesagt". Aber van Gaal, der auch den ersten Torschützen Leroy Fer (77.) eingewechselt hatte, wisse "einfach, was er tut", sagte Robben, einst schon bei Bayern München Weggefährte seines Trainers: "Wenn wir etwas erreichen wollen, müssen wir ihm vertrauen. Er richtet die Taktik immer optimal auf die Spieler aus."

Gute Gründe gegen ein 4-3-3

Darauf verwies auch der Bondscoach. Er habe vom 4-3-3 abgesehen, weil Robben, Sturmpartner Jeremain Lens und Sneijder "die ganze Zeit ihren Gegenspielern hätten nachlaufen müssen. Das hätten sie nicht 90 Minuten gekonnt." Dass dieses Trio durch seine Marschroute alle Freiheiten habe, mache aus dem defensiven System ein offensives. Und er freue sich, sagte van Gaal und drückte sein Kreuz noch ein bisschen mehr durch als sonst, "dass das Ergebnis mich bestätigt". Auch gegen Stänkerer im eigenen Land wie Vorgänger van Marwijk, der erklärte: "So wenig Ballbesitz (36 Prozent, d. Red.) ist nicht typisch niederländisch. Vor vier Jahren war das anders."

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